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02.12.2011, 21:30

Löw und Bierhoff bedauern den Schritt

Zwanziger kündigt seinen Rückzug an

Paukenschlag beim Deutschen Fußball-Bund (DFB). Am Freitagabend kündigte Dr. Theo Zwanziger an, sich bereits im Oktober 2012 vom Amt des DFB-Vorsitzenden zurückzuziehen. Der gelernte Jurist steht seit dem Jahr 2004 dem größten nationalen Sportverband vor, zunächst als Doppelspitze mit Gerhard Meyer-Vorfelder, seit 2006 als alleiniger Präsident. Seit diesem Jahr sitzt er zudem im Exekutivkomitee der FIFA.

Im kommenden Oktober soll Schluss sein: Theo Zwanziger will nicht mehr als DFB-Präsident kandidieren.
Im kommenden Oktober soll Schluss sein: Theo Zwanziger will nicht mehr als DFB-Präsident kandidieren.
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Seine Aufgaben bei der FIFA will er weiter wahrnehmen, den Wechsel an der DFB-Spitze aber vorbereiten. Sollten die Gremien des Verbandes zustimmen, will Zwanziger bereits im Oktober des kommenden Jahres den Weg für einen Nachfolger frei machen. "Diese Entscheidung ist seit langem vorbereitet. Es ist ja hinlänglich bekannt, dass ich eigentlich schon beim Bundestag im vergangenen Jahr nicht noch einmal kandidieren wollte", sagte Zwanziger. Seine Amtszeit wäre erst 2013 ausgelaufen.

"Ich weiß, wann für mich persönlich mit einer bestimmten Epoche Schluss sein muss. Und nachdem ich sie schon einmal verlängert habe, ist dieser Zeitpunkt nunmehr endgültig gekommen", so Zwanziger auf der Website des DFB. In den kommenden Wochen will der Jurist mit Generalsekretär Wolfgang Niersbach, Schatzmeister Horst R. Schmidt und den Präsidenten der Mitgliedsverbände über eine Nachfolgelösung sprechen. Er hoffe auf eine schnelle Einigung. "Ich bin seit einigen Monaten diesbezüglich mit einer Persönlichkeit im Gespräch, die ich für sehr geeignet halte. Einen Namen möchte ich aber noch nicht nennen", verriet Zwanziger.

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Als einen der Gründe für seinen Rücktritt nannte der Verbandschef die anhaltende Kritik an seinen Entscheidungen. "Jedes Spannungsfeld wird medial gleich zu einer Krise hochstilisiert, das kostet schon eine Menge Kraft", sagte Zwanziger.

Bundestrainer Joachim Löw und Teammanager Oliver Bierhoff wurden am Rande der EM-Gruppenauslosung von der Rückzugsankündigung überrascht und äußerten ihr Bedauern über die Entscheidung Zwanzigers. Löw: "Wir haben mit Dr. Zwanziger immer gut zusammengearbeitet, wenn es um die Interessen der Nationalmannschaft ging. Wir kennen die genauen Hintergründe der Entscheidung nicht. Wir bedauern diesen Schritt, aber respektieren eine persönliche Entscheidung." "In Sachen Nationalmannschaft hat uns Dr. Zwanziger stets unterstützt und wir haben sein Engagement geschätzt", ergänzte Bierhoff.

Dr. Theo Zwanziger wurde am 6. Juni 1945 im rheinland-pfälzischen Altendiez geboren. Nach dem Abitur war er zunächst in der Verwaltung tätig, anschließend studierte er Jura. Weitere Stationen waren Posten in der Politik, zudem eröffnete er nach der Wende eine eigene Anwaltskanzlei. In Rheinland-Pfalz begann dann seine Karriere als Fußball-Funktionär. Von 1992 bis 2001 war er Vorsitzender des Fußball-Verbandes des Rheinlands, seit 1992 gehörte er auch dem DFB-Vorstand an. Er übte verschiedene Tätigkeiten aus, ehe er im Jahr 2004 zum Geschäftsführenden DFB-Präsidenten gewählt wurde. Zwei Jahre später wurde er alleiniger DFB-Präsident.

Während seiner Amtszeit hat Zwanziger besonders den Frauen-Fußball vorangebracht. Auch der Kampf gegen Rassismus, Homophobie und Gewalt im Fußball genoss bei ihm höchste Priorität. Die soziale Integrationskraft des Fußballs war ihm immer ein Anliegen.

Zuletzt wurde aber auch Kritik an dem 66-Jährigen laut. In der Affäre um den Ex-Funktionär Manfred Amerell und dem Schiedsrichter Michael Kempter machte er eine unglückliche Figur. Auch die vor der WM geplatzte Vertragsverlängerung mit Nationalcoach Joachim Löw und DFB-Manager Oliver Bierhoff einerseits und der vor der Frauen-WM 2011 verlängerte Vertrag mit Nationaltrainerin Silvia Neid sorgten für Verwunderung.

Auf der anderen Seite steht Dr. Theo Zwanziger auch für den Aufbruch im DFB. In seiner Amtszeit fielen die Verpflichtungen von Jürgen Klinsmann und Joachim Löw. Der DFB, der lange Zeit als "altbacken" galt, ist heute deutlich moderner aufgestellt als noch zu Beginn des Jahrtausends.

02.12.11
 
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