In Dortmund gegen Italien - da werden Erinnerungen wach. Bei der WM 2006 unterlag das deutsche Team mit 0:2 nach Verlängerung gegen den späteren Titelträger. Götze sah das Spiel damals von zuhause aus, diesmal ist er beim prestigeträchtigen Duell mittendrin. "Einerseits bin ich nervös, andererseits freue ich mich, vor heimischer Kulisse auflaufen zu können", ließ der 18-Jährige wissen. Mit einem Einsatz von Beginn an rechnet er jedoch nicht, eher mit einer Einwechslung.
Am Nachmittag wird der 21 Mann starke Kader, der neben Götze vier weitere Dortmunder beinhaltet (darunter auch der einzige Debütant Sven Bender), erstmals gemeinsam trainieren, wobei der verletzte Mario Gomez fehlen wird. Der Auftakt ins Jahr 2011, dessen Höhepunkte in den anstehenden EM-Qualifikationsspielen liegen. Richtig ernst wird es für das deutsche Team wieder am 26. März, wenn Kasachstan in Kaiserslautern zu Gast ist. Im turnierfreien Jahr wolle man die Mannschaft "vorantreiben und entwickeln", erklärte Bierhoff. "Unsere Aufgabe ist es, die Mannschaft 2012 so weit zu haben, dass wir dann den anderen Mannschaften das eine Prozent voraushaben", sagte Bierhoff am Montag im Hinblick auf die EM in Polen und der Ukraine.
Da kommt eine große Mannschaft wie Italien zum Jahresauftakt gerade recht. Dass sich die Squadra Azzurra gerade nach der verpatzten WM in Südafrika nicht im besten Zustand befindet, ist Bierhoff jedoch bewusst. "Italien ist eine große Fußballnation, die aber Probleme hat. Viele Spieler haben noch nicht die große Erfahrung. Es ist nicht mehr die Mannschaft mit den ganz großen Namen wie Cannavaro oder Pirlo."
Über Personelles wusste Bierhoff nicht allzu viel zu berichten, er habe noch nicht mit den Trainern gesprochen. "Die, die da sind, können spielen", versicherte er aber. Also auch der angeschlagene Sami Khedira, der wegen einer Knieprellung am Sonntag beim 4:1-Sieg von Real Madrid gegen Real Sociedad 90 Minuten auf der Bank saß. Ein Sextett ließ es am Montag aber erstmal ruhig angehen. Kapitän Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger, Thomas Müller (alle Bayern München), Mesut Özil, angesprochener Sami Khedira (beide Real Madrid) und Per Mertesacker (Werder Bremen) zogen Fitnessübungen vor, ihr Einsatz soll aber nicht gefährdet sein.
Hinsichtlich der Startelf steht nur fest, dass Manuel Neuer das Tor hüten wird. Auf den war Götze ein wenig sauer, schließlich machte der Schalker Schlussmann beim torlosen Revierderby am Freitag zahlreiche Topchancen der Dortmunder zunichte. "Ich habe ihm schon gesagt, dass er nächstes Mal einen reinlassen soll."