
| Vorname: | Philipp |
| Nachname: | Lahm |
| Nation: | Deutschland |
| Verein: | Bayern München |
| Geboren am: | 11.11.1983 |
Zunächst präsentierte Bierhoff einige Werte rund um die deutsche Fußball-Nationalmannschaft, die eine vom DFB in Auftrag gegebene Umfrage zu Tage förderte. In dieser bisher vierten Umfrage des DFB ging es vor allem um das Image der Mannschaft abseits des grünen Rechtsecks im Vergleich zum Vorjahr - sprich nach der WM 2010 in Südafrika, die für den DFB einen Gewinn von 3,9 Millionen Euro abwarf.
Mit einigem Stolz verkündete Bierhoff die für das DFB-Team außerordentlich positiven Zahlen. 61% Prozent der Befragten zwischen 14 und 69 Jahren interessierten sich demnach aktiv für die deutsche Nationalmannschaft, für 96% der Befragten ein Synonym für Teamgeist, Weltoffenheit (94%), Erfolg (94%), Selbstbewusstsein (93%), Begeisterung (92%) und Jugendlichkeit (92%). Für immerhin 87% der Befragten steht die Auswahl der deutschen Elite-Kicker auch für eine gelungene Integration. Beim WM-Kader in Südafrika kamen elf der 23 Profis aus einem Elternhaus mit Migrationshintergrund, aktuell stehen 18 türkischstämmige Spieler in den Auswahlmannschaften des DFB ab den U-15-Junioren.
Kein Wunder also, dass gerade Mesut Özil, ein in Gelsenkirchen geborener und aufgewachsener Sohn türkischer Einwanderer, vor dem Hintergrund des Duells mit der Türkei als Kronzeuge für das Thema Integration beim DFB herhalten musste. Es sei für ihn nie eine Frage gewesen sei, nicht für Deutschland zu spielen, "denn ich lebe hier (in Deutschland, d. Red.) in der dritten Generation, hatte hier meine Freunde und spielte für alle Jugendmannschaften des DFB". Ansonsten freue er sich auf das Duell mit der Türkei, "in dem wir hoffentlich gewinnen werden", so Özil.
Einer seiner Kontrahenten am Freitagabend und ehemaliger Mannschaftsgefährte auf Schalke, Hamit Altintop, hat zum Thema Wahl der Nationalmannschaft eine etwas andere Sicht der Dinge. "Als deutscher Nationalspieler hat Mesut mehr Lobby, einen höheren Marktwert, er verdient mehr Geld. Hätte er sich für die Türkei entschieden, hätte er keine WM gespielt und wäre jetzt nicht bei Real Madrid. So einfach ist das", sagte der türkische Nationalspieler in Diensten des FC Bayern der Süddeutschen Zeitung. "Ich kenne ja auch andere Fälle und weiß, dass es heutzutage einfach um die Perspektive geht, um die Frage: Bei welchem Verband kann ich mehr erreichen, wo kann ich mich besser entwickeln? Fußball ist manchmal eine Herzensangelegenheit, aber viel öfter einfach Business."
Philipp Lahm, eigentlich vielgefragter Ersatz-Kapitän, bekleidete diesmal auf dem Podium eher eine Nebenrolle. Besonders freut sich der Rechtsverteidiger aber auf die Stimmung im Berliner Stadion, das aufgrund der zahlreichen türkischen Anhänger möglichweise eine gewisse Auswärtsspiel-Atmosphäre mit sich bringen werde. "Für uns Spieler ist das egal, wir hoffen nur, dass viele Zuschauer kommen und dass auf den Tribünen Fairplay herrscht", so der 26-Jährige, der in der besagten DFB-Umfrage eine von sechs Personen im DFB-Team ist, die neben Joachim Löw, Michael Ballack, Lukas Podolski, Miroslav Klose und Bastian Schweinsteiger einen 100-prozentigen Bekanntheitsgrad aufweist.

Zum Ausklang der Veranstaltung, bei der auch zahlreiche türkische Medienverteter vor Ort waren, gab es noch eine ansatzweise sportliche Frage: Wie ist denn nun der Ausfall von Bastian Schweinsteiger zu kompensieren? "Es ist natürlich schade, dass Bastian ausfällt. Ich denke, Sami Khedira wird dann viel Verantwortung tragen. Wer neben ihm spielt, weiß ich auch noch nicht", sagte Özil, der mit Khedira neuerdings für die Königlichen spielt.
Nach Ehrungen beim Bundespräsidenten für Spieler und Trainer, zahllosen Kommentaren zum Thema Integration wird es Zeit, dass am Freitag der Ball wieder rollt.