
In der Tat ist Bundestrainer Joachim Löw wieder als Psychologe gefragt. Die Bayern-Spieler Philipp Lahm, der erneut den verletzten Michael Ballack als Kapitän ersetzen wird, Thomas Müller, Toni Kroos sowie die in der Liga noch torlosen Mario Gomez und Miroslav Klose kommen mit dem schlechtesten Saisonstart der Bayern-Geschichte im Gepäck in die Hauptstadt. Aber auch Per Mertesacker, Marko Marin, Tim Wiese (alle Werder Bremen), Manuel Neuer (Schalke 04), Lukas Podolski (1. FC Köln) sowie die beiden Stuttgarter Cacau und Christian Träsch haben ebenfalls alles andere als einen überragenden Saisonstart hinter sich.
Sorgen macht Löw dies aber nicht, viel mehr sagt der Bundestrainer, er habe "erwartet, dass bei einigen die Konstanz fehlt. Sie haben bei der WM Unglaubliches geleistet, haben dabei viel Energie verloren und hatten nur eine kurze Vorbereitung. Sie sind generell aber alle willens."
Insofern ist es für den Bundestrainer auch kein Wunder, dass die Bundesliga momentan auf den Kopf gestellt zu sein scheint: In einem Gespräch mit dem kicker sagte der 50-Jährige: "Die Mannschaften ohne oder mit nur wenigen WM-Nationalspielern, wie Mainz und Dortmund, haben davon profitiert. Die Spieler konnten die komplette Vorbereitung über sechs, sieben Wochen mitmachen, sie sind kräftemäßig auf einem guten Niveau und durch den guten Start selbstbewusst geworden. Bei den Bayern fehlten drei Wochen vor Ligastart noch acht Spieler, da ist es normal, dass es erst mal nicht so läuft. Aber sie werden kommen."
„Wir waren auswärts immer gut“Joachim Löw zum bevorstehenden Spiel in Berlin gegen die Türkei
Das bevorstehende Spiel gegen die Türkei, so Löw weiter, sei "eine große Herausforderung und ein Spiel von enormer Wichtigkeit." Am Montag meldete der DFB die Partie bereits als ausverkauft. Die Türken, erwartet Löw, würden auf den Rängen wahrscheinlich in der Überzahl sein. Aber das Team sei darauf vorbereitet und außerdem - so Löw augenzwinkernd: "Wir waren auswärts immer gut". Die Zielvorgabe ist klar und unmissverständlich: Beide Spiele gewinnen, denn dann "haben wir eine gute Ausgangsposition. Daran werden wir vehement arbeiten."
Erstmals seit dem Test gegen Malta vor fünf Monaten mit beim Team dabei sein wird Kevin Großkreutz - sofern er seinen grippalen Infekt rechtzeitig auskuriert: "Ihn zeichnen Laufstärke, Unbekümmertheit und ein Schuss Frechheit aus. Er geht hohes Risiko sowie lange und gute Wege. Deshalb erhält er die Chance, sich über mehrere Tage zu zeigen und anzubieten."
Dass ansonsten von den "jungen Wilden" wie Mario Götze, André Schürrle und insbesondere Lewis Holtby keiner den Sprung in sein Aufgebot geschafft hat, erklärt Löw ganz einfach: "Unser grundsätzliches Ziel bleibt, solch junge Spieler heranzuführen an die Nationalmannschaft, damit sie Druck auf die Etablierten ausüben - aber nicht vor einem solch bedeutsamen Spiel wie gegen die Türkei." Erst im Testspiel am 17. November in Schweden will Löw wieder einigen neuen Spielern eine Chance geben.
| Pl. | Verein | Tore | Pkte. | |
|---|---|---|---|---|
| 1 | ![]() | Deutschland | 10:1 | 9 |
| 2 | ![]() | Österreich | 5:0 | 6 |
| 3 | ![]() | Türkei | 6:5 | 6 |
| 4 | ![]() | Belgien | 4:4 | 3 |
| 5 | ![]() | Kasachstan | 0:7 | 0 |
| 6 | ![]() | Aserbaidschan | 1:9 | 0 |