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06.09.2010, 10:15

Methode des Bundestrainers greift

Das System Löw

Der freie Samstagabend führte das Gros der Mannschaft an den Boxring in die Kölner Lanxess-Arena: Mit sichtlichem Vergnügen verfolgten Bastian Schweinsteiger, Miroslav Klose, Lukas Podolski und Co. die Titelverteidigung von Weltmeister Felix Sturm gegen Giovanni Lorenzo - und fühlten sich dabei auch an den eigenen Fight 24 Stunden zuvor in Brüssel erinnert. Wie Sturm war auch die Nationalelf von ihrem Gegner mächtig gefordert worden.

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Joachim Löw
Die Rädchen greifen ineinander: Joachim Löw kann seine Vorstellungen verwirklichen.
© imago Zoomansicht

Und ebenso wie bei Sturm war es keine Gala, musste bis zum Schluss vor einem "Lucky Punch" der Belgier gezittert werden. Aber ebenso war das 1:0 am Ende ein vollauf verdienter Erfolg, am Dienstag gegen Aserbaidschan soll der Sechs-Punkte-Start perfekt gemacht werden.

"Es ist wichtig, bei solch einem Marathon gleich den Rhythmus zu finden, um nicht nachrennen zu müssen", sagte ein erleichterter Joachim Löw. In der Tat: Während in Frankreich durch das blamable 0:1 gegen Weißrussland direkt nach der desolaten WM schon wieder der Baum brennt und in Portugal nach dem 4:4 gegen Zypern gleichfalls Alarmstimmung herrscht, hat die DFB-Auswahl acht Wochen nach Südafrika nahtlos wieder in die Erfolgsspur zurückgefunden. Löws System greift. Der Auftritt in Brüssel belegt: In den Wochen vor und in Südafrika wurde ein beachtliches Fundament geschaffen, von dem die Nationalmannschaft auch heute und morgen noch zehren kann. Die Automatismen greifen, die Laufwege stimmen, die Mannschaft ist nach zehn gemeinsamen Auftritten binnen dreieinhalb Monaten eingespielt und selbstbewusst. "Ich habe ein positives Gefühl, weil ich die Perspektive der Spieler sehe", wagt der Bundestrainer deshalb einen zuversichtlichen Ausblick.

Löws System greift weiterhin auch im Umgang mit Ballack. Am Wochenende betonte er erneut, dass er mit dem bald 34-Jährigen plane, "aber er muss seine Form wieder erreichen". Ob aber Löw und Manager Oliver Bierhoff, der gleichfalls "voll überzeugt" ist von Ballacks Nationalmannschafts-Comeback, in dieser Frage auch tatsächlich denken, was sie sagen? Die Chancen auf eine Rückkehr sind für den nach seiner schweren Sprunggelenksverletzung um den Anschluss kämpfenden Ballack nach dem Belgien-Auftritt jedenfalls nicht größer geworden.

Denn auch wenn Sami Khedira an der Seite des gesetzten Bastian Schweinsteiger in Brüssel deutlich hinter seinen Möglichkeiten blieb, hat dieses Duo sich bei Löw einen Bonus erarbeitet und wird deshalb auch im Gruppen-Gipfel am 8. Oktober gegen die Türkei erste Wahl sein. Und ob ein Platz auf der Reservebank eine tragfähige Lösung darstellt, lassen sowohl Löw wie auch Ballack unbeantwortet. Bei ihrem Treffen vergangene Woche hatten sie dieses Thema tunlichst ausgeklammert.

06.09.10
 
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weitere Infos zu Löw

Vorname:Joachim
Nachname:Löw
Nation: Deutschland
Verein:Deutschland

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