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17.05.2010, 13:26

WM-Aus für Michael Ballack

Löw: "Wir sind geschockt"

Die schlimmsten Befürchtungen haben sich bestätigt: Michael Ballack vom englischen Double-Sieger FC Chelsea fällt für die WM 2010 in Südafrika aus. Die Kernspintomographie in München bei DFB-Mannschaftsarzt Dr. Müller-Wohlfahrt ergab, dass sich der DFB-Kapitän beim Pokalfinale in England am Samstag (1:0 gegen den FC Portsmouth) im rechten Sprunggelenk einen Innenbandriss sowie einen Teilabriss der Syndesmose zugezogen hat.

Von der Diagnose enttäuscht: Michael Ballack verlässt auf Krücken die Praxis von Dr. Müller-Wohlfahrt in München.
Von der Diagnose enttäuscht: Michael Ballack verlässt auf Krücken die Praxis von Dr. Müller-Wohlfahrt in München.
© picture allianceZoomansicht

Ballack hat sich am Montag nach München begeben, um die Kernspintomographie in der Praxis von DFB-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt vornehmen zu lassen. Das Sprunggelenk wird laut DFB-Angaben nun für vier Wochen in einem Gipsverband ruhig gestellt, danach soll eine weitere Ruhigstellung in einem Spezialschuh erfolgen. Zwar sei laut Müller-Wohlfahrt mit einer völligen Heilung der Verletzung zu rechnen. Der Wiedereinstieg ist für Ballack allerdings frühestens in acht Wochen möglich.

Fotostrecke
Ballacks Pechsträhne
Als 23-Jähriger erlebt Ballack ein Jahr nach seinem Länderspiel-Debüt eine bittere Turnier-Premiere.
Bitteres Debüt

Als 23-Jähriger erlebt Ballack ein Jahr nach seinem Länderspiel-Debüt eine bittere Turnier-Premiere: Deutschland scheidet bei der EM 2000 in Belgien und den Niederlanden blamabel nach der Vorrunde aus. Als Ergänzungsspieler kommt er beim 0:1 gegen England und dem 0:3 gegen Portugal (Foto) insgesamt 63 Minuten zum Einsatz.
© imago

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"Das ist natürlich sehr enttäuschend, aber man muss das akzeptieren. Aber so ist Fußball, es muss irgendwie weitergehen", so Ballack in einer ersten Reaktion. Es sei die schwerste Diagnose seiner Karriere gewesen, "vor allem so kurz vor der WM". Der Kapitän kündigte an, dennoch zur deutschen Mannschaft nach Sizilien fliegen zu wollen.

Video zum Thema
kicker.tv Hintergrund- 17.05., 16:08 Uhr
WM-Aus: Ballack denTränen nah
Schock für Fußball-Deutschland: Michael Ballack wird bei der WM in Südafrika nicht dabei sein. "Das ist bitter, aber es muss weitergehen", kommentierte der 33-Jährige das Aus für die Weltmeisterschaft, herbeigeführt durch den Deutsch-Ghanaer und WM-Rivalen Kevin-Prince Boateng. Der neue Chef im Mittelfeld heißt nun, so kicker-Chefredakteur Klaus Smentek, Bastian Schweinsteiger. Und Bundestrainer Joachim Löw muss seine Mannschaft neu ausrichten.
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Joachim Löw erklärte im DFB-Quartier auf Sizilien, er habe die Nachricht um 10.30 Uhr erfahren. Alle Spieler seien "sehr sehr traurig" gewesen: "Wir waren geschockt, keine Frage. Es heißt jetzt alle Kräfte zu bündeln. Aber von Resignation kann bei uns keine Rede sein. Wir können nach wie vor ein gutes Turnier spielen. Wir sind überzeugt, dass wir eine gute WM spielen." Löw verwies darauf, dass sich viele junge Spieler im Kader befinden. In der Geschichte habe es immer wieder Beispiele dagegen, dass bei einem Ausfall eines wichtigen Spielers andere in die Lücke gestoßen seien. Eine Nachnominierung wird es vorerst nicht geben.

Khedira einzige ernsthafte Alternative

Nun stellt sich die Frage, wie Joachim Löw den Ausfall des Kapitäns kompensieren will. Der 33-Jährige nimmt aufgrund seiner Klasse und internationalen Erfahrung eine Ausnahmestellung ein. "Seine Präsenz ist für unsere junge Mannschaft von großer Wichtigkeit, sowohl auf als auch neben dem Platz", unterstrich Löw. Fakt ist, dass nach der verletzungsbedingten Absage von Simon Rolfes, der formbedingten Nichtnominierung von Thomas Hitzlsperger und der Ausbootung von Torsten Frings kaum noch Kandidaten für die Sechser-Position im Kader stehen. Sami Khedira wäre die einzige ernsthafte Alternative; Christian Träsch und Heiko Westermann sind Notlösungen.

zum Thema

Die Verletzung des DFB-Kapitäns, der in der 44. Minute des englischen Pokalfinales das Feld wieder verlassen musste, resultierte aus einem groben Foulspiel des Ex-Berliners und -Dortmunders Kevin-Prince Boateng in der 35. Minute. Die Rot-würdige Aktion wurde von Schiedsrichter Christopher Foy nur mit Gelb geahndet.

"Ich habe mir die Szene nochmal angeschaut. Das sah schon nach Absicht aus", hatte Ballack nach der Partie gesagt und bekam Unterstützung von seinem Berater Michael Becker: "Alle im Stadion haben gesehen, was passiert ist. Da gibt es keine zwei Meinungen drüber." Dagegen wollte Bundestrainer Joachim Löw nicht den Stab über dem 41-maligen deutschen Junioren-Nationalspieler brechen: "Das war eigentlich eine Rote Karte, aber ich will ihm keine Absicht unterstellen."

Kevin-Prince Boateng ist in die WM-Auswahl des deutschen Gruppengegners Ghana berufen worden und der ältere Bruder von Jerome Boateng, der in Löws vorläufigem WM-Aufgebot steht. Im Gegensatz zu Jerome hatte Kevin dem DFB den Rücken gekehrt. DFB-Sportdirektor Sammer sah darin schon vor einem halben Jahr keinen Verlust: "Bei Kevin zeigt sich aus meiner Wahrnehmung, dass das rein sportliche Potenzial am Ende allein nicht ausreicht, um Karriere zu machen. Man muss außerdem in der Lage sein, sich einzuordnen", so der Europameister von 1996. Der Großneffe des 54er-WM-Helden Helmut Rahn wollte diese Kritik allerdings nicht auf sich sitzen lassen: "Er kennt mich nicht persönlich. Von daher kann er das gar nicht sagen."

Der DFB-Kapitän fällt bei der WM aus
Boateng vs. Ballack: Das Foul
Michael Ballack
Kernspin in München

Michael Ballack am Montag in München. Der DFB-Kapitän benötigt Krücken. Kein gutes Zeichen. Ballack war am Samstag im FA-Cup-Finale gegen Portsmouth von Kevin-Prince Boateng gefoult worden. Die Diagnose: Riss des Innenbandes und Teilriss des vorderen Syndesmosebandes des rechten oberen Sprunggelenks. Die Folge: WM-Aus! Was war geschehen?
© picture-alliance

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Nach dem nun aus seinem Foul resultierenden WM-Aus Ballacks dürfte Kevin Boateng in Deutschland dennoch endgültig zum Buhmann geworden sein. In England ist er dagegen nach wie vor sehr gefragt. Gleich vier Premier-League-Klubs wollen den Deutsch-Ghanaer nach dem Abstieg des FC Portsmouth verpflichten und sind bereit, eine Ablösesumme in Höhe von 6,9 Millionen Euro zu zahlen.

17.05.10
 

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