
"Ich kann Ihnen versichern, dass wir alles tun werden, um ein gutes Turnier zu spielen", sagte Löw im Rahmen einer Pressekonferenz in der Otto-Fleck-Schneise in Frankfurt. Und: "Wir haben eine gemeinsame Linie gefunden bis zur WM." Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff führte danach aus, dass die "Eiszeit" zu DFB-Präsident Theo Zwanziger Geschichte sei. Bierhoff erklärte, dass er nachvollziehen könne, dass Zwanziger verärgert gewesen sei. Es tue ihm leid, "Gefühle verletzt zu haben". "Die Art und Weise der Präsentation war die falsche", so Bierhoff zu den von ihm vorgelegten Vertragsentwürfen. Zwanziger gab an, dass ihn die Papiere regelrecht geschockt hätten. "Ich habe die Verträge gesehen und gedacht, das geht ja mal gar nicht", so der DFB-Chef.
In der vergangenen Woche waren die Vertragsverhandlungen zwischen dem DFB mit Bundestrainer Joachim Löw und seinem Team auf Eis gelegt worden und sollen, so bestätigte Zwanziger am Dienstag nochmals, erst nach der WM fortgeführt werden. Das Tischtuch sei jedoch keinesfalls zerschnitten. Löw selbst kann mit dieser Situation "hervorragend leben". "Ob mit oder ohne Vertrag in ein Turnier zu gehen" sei kein Problem. "Danach wird man sehen", sagte Löw, dessen Vertrag am 31. Juli und damit nach Turnierabschluss endet.
Zwanziger stellte heraus, dass ein Erfolg in Südafrika nur mit Löw machbar sei. Alle anderen Personen seien austauschbar. In der Vergangenheit sei man immer vertrauensvoll und freundschaftlich miteinander umgegangen. Die Meinungsverschiedenheiten der vergangenen Wochen hätten diese Balance aus dem Gleichgewicht gebracht, Vertrauensverhältnisse seien "angekratzt" gewesen. Die Gespräche mit Löw und Bierhoff in den vergangenen Tagen und Stunden konnten die Verhältnisse nun offensichtlich wieder ein gutes Stück weit zurechtrücken. Dennoch sei nun nicht "morgen wieder alles wie gestern". Die DFB-Führung inklusive Nationalmannschaft sollten jedoch gestärkt aus dieser Krise hervorgehen. Zwanziger räumte auch eigene Versäumnisse ein. "Ich hätte am Mittwoch zum Telefonhörer greifen müssen, das werfe ich mir vor."
DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach teilte diese Einschätzung. Kommunikationsprobleme hätten zur Verschärfung der Lage geführt. "Keine Frage, wir haben Stress gehabt." Auf dem Heimflug von der EM-Qualifikations-Auslosung in Warschau am Sonntag konnten die Wogen jedoch erfolgreich geglättet werden. Bei einem Gespräch mit dem Bundestrainer hätten sich beide gefragt: "Was sind wir doch für Hornochsen!"
Niersbach betonte selbstkritisch, dass die Austragung des Streits in der Öffentlichkeit der falsche Weg gewesen sei. Da hätte man sich die eine oder andere Schlagzeile ersparen können. Niersbach konstatierte jedoch auch, dass Details an die Öffentlichkeit getragen worden seien. Dies sei unangenehm, jedoch solle dies nicht dazu führen, einen "Maulwurfbeauftragten" zu installieren. "Da kommt der Deckel drauf", so Niersbach und hofft auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit für die Zukunft - "mit hundertprozentigem Einsatz".
Dass der Bundestrainer die Planungen für die EM-Qualifikation nach der WM lenkt, wertet Niersbach als "klaren Fingerzeig" dafür, dass die Ära Löw auch nach der WM in diesem Sommer weitergehen könnte.
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