
Die "Bild" berichtete am Freitag von einem Spiel für Enke im Januar oder Februar des kommenen Jahres. Spielort: Hannover. Dort wird der verstorbene Enke am Sonntag nach einer Trauerfeier im Stadion im engsten Kreis der Familie beigesetzt. Nachgedacht wird über eine Paarung DFB-Team gegen Hannover 96, die Einnahmen sollen gespendet werden.
Das Spiel wäre offenbar ganz im Sinne der Nationalmannschaftskollegen Enkes. "Schon am Mittwoch haben die Spieler gefragt, wie sie sich von Robert Enke verabschieden können", sagte DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach. Bereits am kommenden Mittwoch vor dem Testspiel gegen die Elfenbeinküste will die Nationalelf mit einer gemeinsamen Aktion Robert Enke gedenken.
Das abgesagte Spiel gegen Chile könnte im kommenden Mai im Rahmen der WM-Vorbereitung nachgeholt werden.
Derweil soll in Hannover ein Platz künftig nach dem verstorbenen 96-Schlussmann benannt werden. Wie die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" (Freitag) berichtet, herrsche darüber in der Politik weitgehend Einigkeit. Nun soll in allen Fraktionen des Stadtparlaments der niedersächsischen Landeshauptstadt um eine einvernehmliche Position geworben werden.

Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil empfahl unterdessen, die Diskussion über die Würdigung Enkes zu vertagen. Zunächst solle man sich Zeit zum Trauern nehmen. "Danach können wir über alles reden", sagte Weil.
Die Fans wünschen eine besondere Ehrung des Verstorbenen. Viele sprechen sich dafür aus, einen Platz in Stadionnähe oder die Arena in "Robert-Enke-Stadion" umzubenennen. Üblicherweise wartet die Stadt Hannover ein Jahr, bevor sie Straßen, Plätze oder Wege nach verstorbenen Personen benennt. Es wurden aber bereits Ausnahmen gemacht.
Derweil gehen die Diskussionen um die Konsequenzen aus dem Suizid Enkes weiter. DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger ist überzeugt, dass das Unglück den deutschen Fußball verändert. "Nach dieser Tragödie müssen wir alle im Fußball nachdenken, wie wir bestehende Tabus brechen", sagte der DFB-Chef gegenüber der "Bild" (Freitag-Ausgabe). Künftig dürfe es nur noch ein Tabu geben: "Und das ist die Würde des Menschen."
Florian Gothe, der Präsident der Profifußballer-Gewerkschaft VDV sagte hierzu der "Süddeutschen Zeitung": "Bei Klubs, Liga, Medien und Öffentlichkeit muss ein Bewusstseinswandel einsetzen. Depressionen dürfen kein Tabuthema mehr sein, der Fußball ist ein Abbild der Gesellschaft. Auch Spitzenfußballer sind normale Menschen mit Ängsten und Sorgen."
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