Fünfter Sieg Deutschlands in England in Serie
Pander mit Einstand nach Maß
Im Prestigeduell im neuen Wembley-Stadion mussten beide Coaches auf zahlreiche Stammkräfte verzichten. Bundestrainer Joachim Löw fehlten die verletzten Ballack, Frings, Klose und Schweinsteiger - auf Seiten der Engländer beklagte Coach Steve McClaren unter anderem das Fehlen von Gerrard, des Ex-Münchners Hargreaves und Rooney.
England kam bei typisch englischen Wetter - es regnete in Strömen - deutlich besser aus den Startlöchern, entwickelte sofort mächtig Druck auf das deutsche Tor. Das DFB-Team kam überhaupt nicht aus der eigenen Hälfte heraus, und schon die erste Chance der Hausherren brachte die Führung: Richards versetzte am rechten Strafraumeck Pander und spitzelte den Ball in den Lauf von Lampard. Der jagte das Leder aus elf Metern halbrechter Position halbhoch ins rechte Eck (9.).
Die Löw-Schützlinge konnten sich auch in der Folge nicht in Szene setzen. Zahlreiche Abspielfehler verhinderten einen geordneten Aufbau, Kombinationen über mehrere Stationen blieben zunächst komplett Fehlanzeige. England stand bei Angriffsversuchen der Gäste tief, machte die Räume eng, bremste den WM-Dritten so frühzeitig und lieferte die gefälligeren, wenn auch nicht mehr zwingenden Offensivaktionen (Cole!).
Erst nach gut 20 Minuten tauchte Deutschland erstmals im gegnerischen Strafraum auf, Metzelder köpfte eine Pander-Ecke vorbei (21.). Das war das Startsignal für weitere Chancen: Hitzlsperger packte zweimal den Hammer aus (23., 26.), und leitete bei seinem zweiten Schuss den Ausgleich ein: Englands Keeper Robinson konnte den Ball nicht festhalten und kickte den Ball dann hektisch mit dem Fuß nach außen. Schneiders Flanke mutierte zum Torschuss, Robinson parierte mit Mühe - Kuranyi sagte danke und staubte aus kürzester Distanz ab (26.).
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Die Partie nahm nun richtig Fahrt auf und lieferte Torszenen hüben wie drüben. Terry per Kopf und Lampard, der, toll freigespielt von Beckham, aus acht Metern halblinker Position am stoisch verharrenden Lehmann scheiterte, bescherten der Heimelf eine Doppelchance binnen einer Minute (33.). Im Gegenzug freilich kalte Dusche für die McLaren-Schützlinge: Hitzlsperger und Lahm brachten vor dem Strafraum Pander in Stellung, und der nach Anfangsnervosität immer besser agierende Schalker nahm aus 20 Metern Maß und zimmerte den Ball hoch ins rechte Eck (40.) - was für ein Länderspieleinstand!
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Vom Anpfiff weg aber fast wieder der Ausgleich: Smith flankte auf Owen, der per Flugkopfball am glänzend reagierenden Lehmann scheiterte. Kurz vor der Pause hätte der Newcastle-Stürmer dann das 2:2 machen müssen, traf aber aus der Drehung aus vier Metern nur das Außennetz des leeren Tores.
Nach Wiederanpfiff versuchten die "Three Lions", Druck aufzubauen, dies gelang aber gegen die aufmerksame Defensive der DFB-Elf zunächst nur unzureichend. Erst mit der Einwechslung von frischen Angreifern (Crouch, Dyer) kam der Schwung ins Spiel der Hausherren zurück. Dyer hatte zweimal den Ausgleich auf dem Fuß (65., 66.), wobei er bei seiner zweiten Chance das Kunststück fertig brachte, frei vor dem Tor den Ball aus sieben Metern vorbeizuschieben.
Englands Coach Steve McClaren zog mit Wright-Phillips einen weiteren Joker aus dem Ärmel, und der Chelsea-Stürmer entfachte nach seiner Einwechslung mächtig Wirbel. Doch weder Lampard (72.) noch Terry, dessen Kopfball Lahm auf der Linie klärte (77.), konnten die Vorlagen ihres Teamkollegen nutzen. Wright-Phillips` selbst prüfte Lehmann eine Minute später mit einem Flachschuss - es sollte die letzte Möglichkeit der Engländer zum Ausgleich sein, die damit nach 28 Jahren weiter auf einen Heimsieg gegen den Erzrivalen warten.







