Nach dem Trauerspiel von Cardiff hieß die Losung "Wiedergutmachung". Sind für den Teamchef, der dies in der vergangenen Woche gebetsmühlenartig wiederholte, Testspielergebnisse nicht mehr als zweitrangig, so hatte er seinen WM-Fahrern doch mehr als deutlich gemacht, dass der Gesamteindruck nach Wales eher bitter war - kein gutes Zeichen für das Unternehmen Japan und Südkorea.
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Die 90 Minuten in der BayArena standen deshalb auch unter dem Zeichen der Versöhnung. Mit den Kritikern, mit den Fans. Und siehe da: "Dieser Sieg war wichtig für die Außenwirkung und bringt uns ein wenig Ruhe", resümierte Rudi Völler, dessen Sorgenpaket freilich groß genug ist für eine Extramaschine ins Land der aufgehenden Sonne. Auch nach dem 6:2 gegen die diesmal freundlichen Nachbarn aus Österreich.
Die Abwehr: Die Viererkette mit den vorgeschobenen Außen wurde in der abgelaufenen Saison von Dortmund und Leverkusen praktiziert. Ein probates Mittel also, um aus der Deckung heraus guten Fußball zu spielen. Allerdings: Die beiden Innendecker, Linke und Metzelder, schwächelten gegen die schwachen Österreicher wie sie seit Wochen schwächeln. Probleme im Stellungsspiel sowie in der Zuordnung im Raum wurden auch am Samstag offenbar. Ziege hatte auf links mehr Schwierigkeiten in der Rückwärtsbewegung als der aggressive Frings auf rechts, wurde aber von Cerny und Weissenberger auch häufig gedoppelt, wobei aus dem defensiven Mittelfeld die Unterstützung (Verschieben) fehlte.
Das Defensivverhalten: Insgesamt noch arg verbesserungswürdig. Dies offenbarte sich vor allem nach dem Ausscheiden Deislers, als kurzzeitig die Ordnung verloren ging. Erst als Bode die zentrale Position im Mittelfeld einnahm, Kehl, Jeremies und Hamann dahinter eine Dreierreihe aufstellten, stand die Defensive insgesamt sicherer.
Der Spielaufbau: Ein konstruktives Passspiel aus der Deckungszentrale findet noch zu selten statt. Sowohl Linke als auch Metzelder bevorzugen die rustikale Art, zu viele Bälle fliegen über das Mittelfeld ins Niemandsland. Positiver stimmt der Aufbau über die Flügel, wenngleich hier meist über rechts agiert wurde. Sowohl Deisler als auch Jeremies und Klose orientierten sich dorthin, während sich links zu oft Brachland auftat. Hier fehlte es an Unterstützung aus dem Mittelfeld, zumal Bode nach seinem Wechsel strikt die Zentrale besetzte.
Die Offensive: Mit Miroslav Klose kristallisierte sich während der Vorbereitung ein Gewinner bereits heraus. Der Lauterer präsentierte sich in Top-Form: Beweglich, schnell, kopfballstark und kombinationssicher. Janckers Spiel litt auch gegen die Österreicher darunter, dass auf seine Ablagen zu selten jemand eingeht oder eingehen kann, weil schlichtweg der Nachrücker aus dem Mittelfeld fehlt. Dies könnte sich ändern, wenn die offensiver orientierten Ballack und Schneider hinter ihm spielen und die Lücken nutzen, die er reißt.
Das Fazit: Wenn Völler es schafft, das Defensivverhalten der gesamten Mannschaft zu ändern und bei diesem Feinschliff nichts vom Offensivpotenzial verloren geht, werden sich Vorstellungen wie in Cardiff nicht mehr wiederholen. Mit derart freundlichen Gegnern wie am Samstag allerdings darf man während der WM nicht rechnen.
| Deutschland |
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![]() Aufstellung: Kahn (3) - T. Linke (4) , Metzelder (5) - Frings (3) , Jeremies (3) - Hamann (3) - Deisler - Jancker (4) Einwechslungen: 22. Kehl (3,5) für Deisler 46. Heinrich (5) für Ziege 67. Asamoah für Klose 73. Baumann für Jeremies 73. Bierhoff für Jancker 81. Bierofka für Bode 85. C. Rahn für Frings Reservebank: Lehmann (Tor) Trainer:
Völler |
| Österreich |
![]() Aufstellung: Goriupp (5) - Feldhofer (5) , Baur (5) , Dospel (4,5) - Mählich (5) - Aufhauser (4) - Cerny (4) , Herzog (5) , Landerl (5) - Weissenberger (3) - Einwechslungen: 46. Panis (4) für Landerl 53. Brunmayr (5) für Herzog 63. Scharner für Feldhofer 67. Kitzbichler für Wallner 75. Markus Hiden für Weissenberger 82. Pogatetz für Dospel Reservebank: Payer (Tor) Trainer:
Krankl |
Gelbe Karten |
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