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13.11.2012, 10:44

Huntelaar auf den Spuren von Kluivert und Co.

Van der Vaart: "Mehr als ein Freundschaftsspiel"

Wie ein General mutete er nicht an, als er im Foyer des Grandhotels "Huis ter Duin" stand und Hof hielt. Eher sah Louis van Gaal in Trainingshose und T-Shirt aus wie ein glücklicher Jogger, der gerade von einem erbaulichen Strandlauf zurückgekehrt ist. Im Luxushotel an der Nordsee-Küste in Noordwijk, der guten Stube der niederländischen Nationalelf, wo sie sich immer trifft, stellten sich van Gaals Auserwählte den Medien, während der Coach sein "Heimspiel" genoss.

Louis van Gaal und Rafael van der Vaart
Probelauf: Louis van Gaal (hier mit Rafael van der Vaart) möchte vor allem die jungen Spieler beobachten.
© imagoZoomansicht

Locker plaudernd, immer mit einem Lächeln auf dem markanten Gesicht vertrieb sich der 61-Jährige die Zeit bis zum Abendbrot. In der Fünf-Sterne-Herberge in den Dünen, die manch einer als besten Hotels in unserem Nachbarland einstuft, ist van Gaal häufig zu Gast, weil seine persönliche Heimstatt nur einen Abschlag weit liegt. Gerade mal 300 Meter entfernt hat er sich eine schmucke Villa gebaut, direkt am Küstenabschnitt, mit freiem Blick auf die Wellen der Nordsee. "Mein Haus ist so nah, Truus kann mich jederzeit sehen", scherzt der lustige Louis, als ihn kicker online vor dem prestigeträchtigen Duell mit dem ewigen Rivalen Deutschland begrüßt.

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Für ihn ist es ein Testspiel, war es eine Partie zum Ausprobieren, schon bevor auf beiden Seiten die Flut der verletzungsbedingten Absagen einsetzte. Denn van Gaal, der Nachfolger von Bert van Marwijk, sieht auch sein sechstes Länderspiel in seiner zweiten Amtszeit nach dem gescheiterten ersten Mal Anfang des Jahrtausends als einen Probelauf. Als eine weitere Etappe auf seinem Weg nach Brasilien, wo er eine schlagkräftige Elftal aufbieten möchte. Bis dahin will er testen und probieren, Spieler begutachten, vor allem junge Talente aus der Eredivisie.

"Es ist ein guter Test für uns", stuft Klaas-Jan Huntelaar, ganz auf der Wellenlänge des Bondscoaches, die Begegnung mit Deutschland ein. Der Schalker betont, dass Holland eine junge Mannschaft besitze, die viel Potenzial habe. "Nun", so fügt der Legionär aus der Bundesliga an, "können wir im Vergleich mit den Deutschen sehen, wo wir stehen."

Im Lager der Niederländer stimmen sie alle das Loblied auf Löw und seine Mannen an. Prägnant kleidet Joris Mathijsen, bekannt seit seiner Zeit beim Hamburger SV, seine Hochachtung in diese Worte: "Deutschland ist seit Jahren Weltklasse, seit 2006 sind sie immer top." Holland im Neuaufbau, Deutschland schon mit einer gestandenen Formation und einer ausgebildeten Struktur. Für Arjen Robben ist die DFB-Elf "schon ein bisschen weiter als wir." Holland habe einen neuen Weg eingeschlagen, so der Münchner weiter. "Ein neuer Weg in Richtung auf die WM in Brasilien, mit vielen neuen Spielern."

So gestaltet der Bondscoach van Gaal auch das Prestigeduell des amtierenden Vize-Weltmeisters, auf Rang sieben der aktuellen FIFA-Weltrangliste platziert, gegen den Zweiten dieses Rankings zu einer Talentschau. Teilweise ist er dazu gezwungen. Denn von den Stammkräften sagten nach dem schon bekannten Ausfall des Inter-Stars Wesley Sneijder, den van Gaal zu seinem Kapitän bestimmt hat, auch solche Fachkräfte wie Torwart Maarten Stekelenburg (AS Rom), Torjäger Robin van Persie (Manchester United) und Kevin Strotmann (Eindhoven) ab. Auch die zuletzt berücksichtigten Eindhovener Sturm-Hoffnungen Luciano Narsingh und Jeremain Lens mussten aus Form- oder Fitnessgründen gestrichen werden. So stockte van Gaal sein 23-köpfiges Aufgebot, in das er ohnehin schon den Debütanten Marco van Ginkel, einen hoch begabten Mittelfeldmann der Überraschungself Vitesse Arnheim, berufen hatte, um fünf Akteure auf. Neben dem Wolfsburger Bas Dost erhielten auch Torwart Jeroen Zoet (Waalwijk) sowie das Rotterdamer Trio Jordy Clasie, Ruben Schaken und Stefan de Vrij eine Berufung.

Der Hunter jagt van Nistelrooy

Klaas-Jan Huntelaar
"Ich muss die Chancen, die ich erhalte, unbedingt nutzen": Huntelaar weiß um die große Konkurrenz.
© Getty Images

Von der kurzfristigen Absage seines Dauerrivalen van Persie profitiert vor allem Huntelaar. Zuletzt gab es oft einen Rollenwechsel: mal van Persie wie bei der EM unter van Marwijk, mal Huntelaar in Startelf und Sturmmitte. "Ich muss die Chancen, die ich erhalte, unbedingt nutzen", erklärte der Bundesliga-Torschützenkönig der letzten Spielzeit. Im Match gegen Deutschland, seinem 60. Einsatz für sein Heimatland, könnte er in der ewigen Torjägerliste Hollands einen Platz gut machen, wenn er trifft. Huntelaar hat bislang 34 Tore erzielt. Ein Treffer mehr und der "Hunter" zöge gleich mit Ruud van Nistelrooy und einem gewissen Faas Wilkes, der in grauer Vorzeit spielte. Es würde Platz drei bei den niederländischen Schützenkönigen bedeuten. In der Liste führt van Gaal-Assistent Patrick Kluivert (40 Tore in 79 Spielen) vor Dennis Bergkamp (37 Treffer in ebenfalls 79 Partien).

Huntelaar sollte also stürmen. Von den sechs Bundesliga-Profis sind auch Rafael van der Vaart und Arjen Robben für die erste Elf vorgesehen. Ibrahim Afellay kommt ebenso in Frage wie Joris Mathijsen, gilt aber nicht als gesetzt. "Wir werden sicherlich wieder viel ausprobieren", bringt es der Hamburger van der Vaart auf den Punkt, "beide Seiten werden viel probieren, da auch bei den Deutschen einige wichtige Spieler fehlen."

Ein Test beiderseits also, doch auch ein Freundschaftsspiel? Für van Gaal, so sagt er jedenfalls, geht es nicht um Prestige. Doch sein verdienstvollster Spieler widerspricht ihm energisch. Van der Vaart, mit 102 Länderspielen der Routinier, der vermutlich in Abwesenheit von Sneijder die Kapitänsbinde tragen wird, hat seine eigene Meinung, erst recht in Erinnerung an die zuletzt in der Ukraine erlittene 1:2-Niederlage bei der WM : "Gegen die Deutschen ist es immer mehr als ein Freundschaftsspiel."

Hans-Günther Klemm

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Die größten Spiele gegen die Niederlande
75.200 Zuschauer sind ins Münchner Olympiastadion gekommen. WM-Finale. Gleich in der ersten Minute gehen die Niederländer durch Neeskens' trocken in die Mitte geschossenen Elfmeter in Führung.
Das WM-Finale - 7.7.1974

75.200 Zuschauer sind ins Münchner Olympiastadion gekommen. WM-Finale. Gleich in der ersten Minute gehen die Niederländer durch Neeskens' trocken in die Mitte geschossenen Elfmeter in Führung.
© imago

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