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16.10.2018, 23:11

Kommentar von kicker-Chefreporter Oliver Hartmann

Löw setzt den Umbruch endlich in Gang

Eine Niederlage, die Joachim Löw Luft verschafft: Der Bundestrainer hat gerade noch rechtzeitig die Zeichen der Zeit erkannt - beim 1:2 in Frankreich zeigt seine Elf Dinge, die man lange nicht gesehen hat. Ein Kommentar von kicker-Chefreporter Oliver Hartmann.

Dieses Team hat weitere Chancen verdient: Joachim Löw mit Nico Schulz.
Dieses Team hat weitere Chancen verdient: Joachim Löw mit Nico Schulz.
© Getty ImagesZoomansicht

Gerade mal 8,1 Prozent von fast 118.000 Teilnehmern vertraten bei der kicker-Umfrage nach dem 0:3-Debakel in den Niederlanden noch die Meinung, dass Joachim Löw die Nationalmannschaft wieder in die Erfolgsspur zurückbringen kann. Die 1:2-Niederlage bei Weltmeister Frankreich sollte dem in schwere Kritik geratenen Bundestrainer jedoch wieder etwas Luft verschaffen. Zwar steckt die in der Nations League noch immer sieglose DFB-Auswahl weiter in akuter Abstiegsgefahr. Die über weite Strecken couragierte Leistung der stark umformierten und verjüngten deutschen Mannschaft war dennoch ein Signal der Hoffnung auf eine bessere Zukunft - vorausgesetzt, der Bundestrainer hält an seinem endlich in Gang gesetzten Umbruch fest.

Als Konsequenz auf den vorn wie hinten trägen und defizitären Auftritt in Amsterdam wartete Löw in Paris mit einem Systemwechsel und einer mutigen Aufstellung auf. Ob er aus Verzweiflung und Trotz oder doch aus später Überzeugung die Verjüngung einläutete und auf Weltmeister Thomas Müller oder Linksverteidiger-Dauerbrenner Jonas Hector verzichtete, sei dahingestellt.

Endlich geht Löw die angekündigten "tiefgreifenden Veränderungen" an

Jedenfalls entsprach die Berufung der unerfahrenen Thilo Kehrer (erster Startelf-Einsatz), Nico Schulz (zweiter Startelf-Einsatz) und des nachnominierten Serge Gnabry (zweiter Startelf-Einsatz und Comeback nach zweijähriger Abstinenz) endlich jenen "tiefgreifenden Veränderungen", von denen Löw nach der WM sprach - und die er bis dato doch nicht vorgenommen hatte. Zudem vereinte er Timo Werner und Leroy Sané, in vorderster Reihe. Dies hatte er sich zuletzt vor knapp einem Jahr beim respektablen 0:0 im Wembley-Stadion gegen England getraut. Da hatte er zudem zuletzt auf eine Dreierkette gesetzt.

Diese mit einem Durchschnittsalter von 25,36 Jahren gegenüber der Anfangsformation gegen die Niederlande mehr als zwei Jahre jüngere Startelf versprach Tempo und Dynamik. Und sie hielt immerhin eine Stunde lang, was man sich von ihr erhoffen konnte. Sané, Gnabry und der überall präsente Werner brachten eine Geschwindigkeit und Geradlinigkeit ins deutsche Angriffsspiel, wie man sie lange nicht mehr bei deutschen Länderspielen gesehen haben.

Das Offensiv-Trio braucht auch weiter Löws Vertrauen

Dass noch etliche Ungenauigkeiten und Missverständnisse ihre Aktionen begleiteten und eine höhere Pausenführung verhinderten, zeigt vor allem, dass dieses junge Trio noch reifen muss. Dazu braucht es aber das weitere Vertrauen des Bundestrainers. Im Mittelfeld zogen Toni Kroos und Joshua Kimmich als Balleroberungs- und Kreativzentrum die Fäden. Und auf den Flügeln zeigten Kehrer und noch mehr Schulz, dass sie keine Notlösungen sein müssen. Die mangelhafte Chancenverwertung in der ersten Hälfte, gepaart mit nachlassenden Kräften, der Qualität des Gegners und einem umstrittenen Elfmeter führten zur unglücklichen Niederlage.

Ob Paris nachhaltig die Geburtsstunde einer neuen deutschen Mannschaft ist, wird sich zeigen. Zunächst einmal hat sich dieses Team weitere Chancen verdient. Der Verjüngungsprozess, das zeigte die Partie gegen Frankreich, ist alternativlos. Gerade noch rechtzeitig hat der allzu lange an seiner Weltmeister-Achse festhaltende Löw die Zeichen der Zeit erkannt.

UEFA Nations League, 2018/19, 4. Spieltag
Frankreich - Deutschland 2:1
Frankreich - Deutschland 2:1
Das Stade de France in Paris St. Denis

Frankreich traf am 4. Spieltag der Nations League auf Deutschland.
© imago

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74 Leserkommentare

el_pequeno_oso
Beitrag melden
18.10.2018 | 18:22

"Löw setzt den Umbruch endlich in Gang"

Na endlich tritt er zurück, auch wenn leider zu spät,[...]
treep
Beitrag melden
18.10.2018 | 08:55

@docball:

Du hast leider vergessen, deinen Beitrag mit Ironie zu kennzeichnen.
Du kannst ja nicht allen ernst[...]
Fragezeichen43
Beitrag melden
18.10.2018 | 00:28

Club der lauten Richter

Wer gestern ohne die "Trainer weg" Brille geschaut hat, konnte ein recht ansehnliches Spiel sehen. [...]
docball
Beitrag melden
18.10.2018 | 00:28

Abwarten und Scouten

Zuvorderst sehe ich das Problem, dass auch Löw die alten Zöpfe nur zögerlich abschneiden kann. Aus dem [...]
Kopperle
Beitrag melden
18.10.2018 | 00:27

@Bigfrog

...danke dafür...

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