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01.08.2018, 16:48

DFL-Boss lehnt Grindel-Rücktritt ab

Nach Fall Özil: Seifert mahnt DFB-Reform an

DFL-Geschäftsführer und DFB-Vizepräsident Christian Seifert hat sich bei einer Veranstaltung der Stiftung Deutsche Sporthilfe erstmals zu der Affäre um Mesut Özil geäußert und dies zum Anlass genommen, deutliche Reformen im DFB einzufordern. Kern seiner Gedanken: Eine Trennung der Verbandsstrukturen in eine hauptamtliche Geschäftsführung und einem Aufsichtsrat mit Vertretern des Profifußballs und der Ehrenamtlichen Funktionäre. Einen Grund für Rücktritte beim DFB sieht er nicht.

DFL-Geschäftsführer Christian Seifert
Will Haupt- und Ehrenamt beim DFB klarer strukturieren: DFL-Geschäftsführer Christian Seifert.
© imagoZoomansicht

Grundsätzlich halte er zum Fall Mesut Özil inzwischen alles für gesagt. Die Hitzigkeit der Debatte sage mehr etwas über den Zustand der Gesellschaft aus als über den Fall selber: "Man darf ja nicht vergessen, dass über das Thema Migration noch während der WM fast unsere Bundesregierung zerbrochen wäre. Und da wäre es vom DFB sicher viel verlangt, dass er so ein aufgeladenes und komplexes Thema gänzlich fehlerfrei behandeln soll." Den Rassismus-Vorwurf (Özil hatte sich gegenüber DFB-Präsident Reinhard Grindel entsprechend geäußert, d.Red.) hält er für "völlig abwegig". Der DFB sei vielfältig im Themengebiet Integration engagiert und die DFL habe viele gute Initiativen zu den Themen Anti-Rassismus und Toleranz gestartet.

Gleichzeitig brachte Seifert sein Befremden zum Ausdruck, dass es innerhalb des DFB möglicherwiese Akteure gebe, die "aus der Anonymität irgendwelche Zweifel" streuen würden oder "Informationen durchsickern lassen", um so einen Anlass für Rücktritte zu kreieren. Seifert sieht keinen Grund für "irgendeinen Rücktritt". Den unter Beschuss geratenen DFB-Präsidenten Grindel nannte er dabei nicht namentlich.

Seifert verlangte drei Konsequenzen aus den Vorgängen rund um den Rücktritt von Mesut Özil aus der Nationalmannschaft und dem frühen WM-Aus: Zum einen eine konsequente Aufarbeitung des Ausscheidens, aber auch des meist schlechten Abschneidens der U-Nationalmannschaften in den letzten Jahren. Die Liga sei bereit, sich dabei ihrer Verantwortung zu stellen. Weiterhin müssten aus dem Fall Özil Lehren gezogen für künftige Debatten, die den DFB auch in Zukunft immer wieder treffen würden. Und drittens müsse nun eine "zukunftsfähige Struktur" geschaffen und auch konsequent umgesetzt werden.

Wo das Grundproblem des DFB, der mit seinen sieben Millionen Mitgliedern der größte Sportfachverband der Welt ist, seiner Ansicht nach liege, da wurde Seifert sehr deutlich: "An der Basis wird ohne jeden Zweifel hervorragende Arbeit geleistet. Aber: Die Frage muss schon mal gestellt werden, ob jahrelange Verbandsarbeit an der Basis automatisch dazu befähigt, einen solchen Verband aus dem Präsidium heraus aktiv mit zu führen." Es sei an der Zeit, über eine Struktur nachzudenken, die "endlich klar trennt zwischen einem professionellen hauptamtlichen bezahlten Management und einem Aufsichtsgremium aus Amateurvertretern und Profifußballvertreten, das sich tatsächlich auf die Aufsicht konzentriert." In der Realität sei es bisher so, dass eigentlich hauptamtliche Tätigkeiten von ehrenamtlichen Funktionären "irgendwie mitgemanagt" würden. Dies führe zu unklaren Zuständigkeiten und Kompetenzgerangel und damit zu Reibungsverlusten.

Seifert ließ keinen Zweifel daran, dass es ihm mit den Reformen sehr ernst sei: "Alles andere werde ich intern mit dem DFB besprechen und zwar sehr klar."

sam/csl

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