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20.06.2018, 14:55

Bundestrainer zeigt sich in Sotschi demonstrativ gelassen

Löws Bild-Botschaft - Bierhoff verteidigt Watutinki-Wahl

Entspannter Strandspaziergang statt endlose Wälder: Joachim Löw nutzt das deutsche Übergangsquartier in Sotschi gleich für seine Zwecke - doch Oliver Bierhoff verteidigt die Entscheidung für Watutinki vehement.


Aus Sotschi berichten Matthias Dersch, Oliver Hartmann und Sebastian Wolff


Bundestrainer Joachim Löw in Sotschi
Alles im Griff? Bundestrainer Joachim Löw, Sotschi-Fan.
© picture allianceZoomansicht

Dass die Macht der Bilder nicht zu unterschätzen ist, hat Joachim Löw in all den Jahren seiner Tätigkeit als Bundestrainer schon in positiver wie negativer Ausprägung erleben müssen. Am Mittwoch nutzte der 58-Jährige diese Kraft mal wieder in eigener Sache: Entspannt, mit Sonnenbrille, Shorts und Shirt gekleidet machte Löw, eine Hand in der Hosentasche, am Morgen einen Spaziergang auf der Promenade von Sotschi - eingefangen von den Objektiven der Foto- und Fernsehkameras. Die Botschaft, die die dabei entstandenen Fotos in die Heimat sendeten, war eindeutig: Deutschland kann sich beruhigen, an seinem Confed-Cup-Wohlfühlort hat der Bundestrainer alles im Griff.

Endlich Sotschi, mag sich Löw gedacht haben, als er am Vortag mit dem deutschen Tross in dem Ferienort an der russischen Schwarzmeerküste eingetroffen war. Nach der bleiernen Schwere, die die direkte Umgebung des Team-Hauptquartiers in Watutinki ausstrahlt, ist der viertätige Trip nach Sotschi eine willkommene Abwechslung - und zugleich die Chance auf einen Neustart nach dem verpatzten WM-Auftakt gegen Mexiko (0:1).

Wir hätten von der FIFA keinen Trainingsplatz bekommen, selbst, wenn wir uns hier ein eigenes Schloss gebaut hätten.Oliver Bierhoff

Doch natürlich kamen sie prompt auf, die Fragen danach, ob es wirklich die richtige Wahl war, nach Watutinki zu gehen und nicht dauerhaft nach Sotschi. Und natürlich wurden sie Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff bei der ersten sich ergebenen Chance gestellt, als er am Mittwoch das Podium im Kongresszentrum des Radisson Blue Paradise Ressort betrat, wo die DFB-Auswahl bis zum Schweden-Spiel am Samstag untergebracht ist. Fast müßig zu erwähnen, dass der 50-Jährige mit diesen Fragen wenig anfangen konnte. Er war es gewesen, der für Watutinki plädiert hatte - auch weil die nötige Infrastruktur in Sotschi nicht gewährleistet gewesen sei, wie er am Mittwoch nochmals betonte.

"Wir hätten von der FIFA keinen Trainingsplatz bekommen, selbst, wenn wir uns hier ein eigenes Schloss gebaut hätten", sagte Bierhoff und verwies auf seine langjährige Erfahrung: "Es ist mein neuntes Turnier als Manager. Ich traue mir zu, die Dinge einzuschätzen. Es war genau der richtige Weg, wie wir es geplant haben." Mit der Kritik daran "kann ich leben". Und überhaupt: "Wenn wir ehrlich sind, darf das alles jetzt keine Rolle spielen: ob der Himmel bewölkt oder blau ist, ob der Rasen mehr oder weniger grün ist. Wir müssen uns auf das konzentrieren, was wirklich zählt."

Müller keck: "Haben wir Quellen dafür?"

Dazu gehört, Nebengeräusche auszublenden - das gilt für die laute Musik aus den umliegenden Ressorts ebenso wie für Meldungen über Blockbildungen im DFB-Team. Thomas Müller beteuerte am Mittwoch, dass daran nichts dran sei. "Haben wir Quellen dafür?", fragte er keck einen Reporter, der ihn darauf angesprochen hatte, und fuhr dann in typischer Müller-Manier fort: "Wir haben mehrere Tische hier, wie immer, und oft sitzen da auch Spieler nebeneinander, die auch privat das ein oder andere miteinander zu tun haben. Aber gerade bei mir ist es so, dass ich auch dort variabel einsetzbar bin. Ich versuche überall meine Ohren zu spitzen." Sprach es und grinste. Auch Müller kennt schließlich die Macht der Bilder.

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