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17.06.2018, 20:25

Deutliche Worte der DFB-Auswahl nach 0:1 gegen Mexiko

Hummels hadert: "Das ist das, was ich intern oft anspreche"

Die deutsche Nationalmannschaft ist mit einer überraschenden 0:1-Niederlage gegen Mexiko ins WM-Turnier in Russland gestartet. Neben der neuen Drucksituation stimmte die Beteiligten besonders die Art und Weise des Auftritts nachdenklich.

Abgeschirmt: Mats Hummels (#5) kommt gegen Mexikos Chicharito nicht an den Ball.
Abgeschirmt: Mats Hummels (#5) kommt gegen Mexikos Chicharito nicht an den Ball.
© imagoZoomansicht

Nach 93 Minuten war die erste deutsche Auftaktniederlage bei einer WM seit 1982 (ein 1:2 gegen Algerien) perfekt. Während die mexikanischen Fans ekstatisch den historischen Sieg feierten, hingen bei der DFB-Auswahl die Köpfe. Woran es mangelte? 81 Fehlpässe, eine Zweikampfquote von 44 Prozent und eine teils bedenkliche Körpersprache deuteten zumindest auf die Ursachen hin.

Manuel Neuer, eine der wenigen echten Konstanten im deutschen Spiel, war es vor der Pause, der gar einen höheren Rückstand verhinderte. Die Balance zwischen Angriffslust und Defensivbewusstsein war eines der großen Probleme der DFB-Auswahl. WM-Debütant Marvin Plattenhardt, der kurzfristig für den erkrankten Jonas Hector ins Team rutschte, wurde kaum ins Offensivspiel einbezogen, Joshua Kimmich fehlte hinten rechts wegen einem seiner offensiven Ausflüge beim Gegentor von Hirving Lozano in der 22. Minute.

"Wir haben es ihnen viel zu leicht gemacht"

"Es ist ziemlich einfach heute", begann Mats Hummels sein Resümee am ZDF-Mikrofon, "wir haben wie gegen Saudi-Arabien gespielt - nur gegen einen besseren Gegner. Wir haben ein paar Dinge angesprochen, wie leichte Ballverluste und Absicherung, die wir heute leider wieder nicht umgesetzt haben. Dadurch sah die erste Halbzeit aus, wie sie aussah." Mexiko habe das Spiel letztlich "auch verdient gewonnen, weil wir es ihnen viel zu leicht gemacht haben, in dem Wissen, dass wir genau das nicht hätten zulassen dürfen".

Das fruchtet anscheinend noch nicht so ganz.Mats Hummels über seine interne Kritik

Angesprochen auf die bedenklichen Balance-Mängel fand Hummels klare Worte. Der Innenverteidiger des FC Bayern haderte: "Wenn sieben oder acht Spieler offensiv spielen, dann ist klar, dass die offensive Wucht größer ist als die defensive Stabilität. Das ist das, was ich intern oft anspreche. Das fruchtet anscheinend noch nicht so ganz. Unsere Absicherung steht nicht gut, das muss man sagen - oft waren nur Jerome und ich hinten. So haben sie uns heute gnadenlos ausgekontert." Mexiko hätte problemlos noch das eine oder andere Tor nachlegen können, Chicharito & Co. spielten es aber zu häufig zu schlecht aus. Mannschaftliche Geschlossenheit zeigte der amtierende Weltmeister schlichtweg zu selten.

Ein Weckruf zur richtigen Zeit? "Ein Weckruf zu spät", ließ Hummels alle Alarmglocken schrillen: "Wir müssen jetzt zwei Spiele gewinnen, sonst war es das mit der WM. Wir hatten gegen Saudi-Arabien eigentlich den Weckruf. Ich verstehe nicht so ganz, warum wir es heute so gespielt haben, weil wir eigentlich schon einen Schuss vor den Bug bekommen hatten." Partner Jerome Boateng sprach derweil vom "schlimmstmöglichen Start ins Turnier".

Löw hadert mit den Kroos-Bewachern

Dass auch das Offensivspiel derart lahmte, kam noch hinzu. Bundestrainer Joachim Löw machte ein Hauptproblem darin aus, dass die deutsche Schaltzentrale kalt gestellt wurde: "Toni Kroos wurde von Mexiko zugestellt. Egal, wo Toni hinging, es stand immer einer bei ihm und deswegen konnten wir uns von hinten raus nicht so gut im Spiel nach vorne entfalten."

Mexiko habe eher Sami Khedira im Mittelfeld Freiräume gelassen, der Antreiber von Juventus Turin konnte dem Spiel aber so gar nicht seinen Stempel aufdrücken - und verlor vor dem 0:1 auch noch folgenschwer den Ball tief in der gegnerischen Hälfte. Kroos selbst erklärte im Nachgang: "Ich glaube, dass wir in der ersten Halbzeit keine Lösungen gefunden haben. Mexiko hat Räume clever zugestellt, andere bewusst freigelassen. Das haben wir in der zweiten Halbzeit besser gemacht, Mexiko ist auch müde geworden. Die Möglichkeiten hatten wir mindestens für ein Tor."

Die Konteranfälligkeit war aber auch ihm nicht entgangen. Das Problem: "Wir haben die Bälle vorne viel zu einfach verloren." Der Weltmeister sei nun "ohne Frage unter Druck". Sein Ziel: sechs Punkte aus zwei Spielen. Dafür gilt es aber auch, eine lange Mängelliste abzuarbeiten. Probleme, die Löw größtenteils schon mit nach Russland gebracht hatte.

msc

Weltmeisterschaft, 2018, 1. Spieltag
Deutschland - Mexiko 0:1
Deutschland - Mexiko 0:1
Maximale Vorfreude

Anhänger der Mexikaner stimmen sich mit viel Folklore auf das Auftaktspiel ein.
© imago

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197 Leserkommentare

Streichholzbolplatz
Beitrag melden
21.06.2018 | 15:21

WM 2018 Problemzone Bayern: Die Münchner schwächeln in Russland

Problemzone Bayern: Die Münchner schwä[...]
Semsemnamm
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21.06.2018 | 14:29

@rauschberg

Ich gebe Ihnen ja zumindest in Teilen Recht. Die Offensive hat das Spiel *auch* vergeigt. Was Werner [...]
TVEBN
Beitrag melden
21.06.2018 | 13:33

@ BorisPasternak

Auch in unserem Ort warten alle auf die "wichtigen" Spiele und z.B. Reus ... warum soll man gegen einen [...]
rauschberg
Beitrag melden
21.06.2018 | 00:05

semsemnamm

Was Brasilien und das Österreichspiel angeht haben sie recht.
Zu der Aussage, dass es die Offensi[...]
BorisPasternak
Beitrag melden
20.06.2018 | 16:42

Eine eigenartige bleierne Schwere liegt über Deutschland

Keine besoffenen Horden von Schland- und Erfolgsfans kreuzen meine Wege in den Gassen der Stadt, in [...]

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Vorname:Mats
Nachname:Hummels
Nation: Deutschland
Verein:Bayern München
Geboren am:16.12.1988

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Vorname:Toni
Nachname:Kroos
Nation: Deutschland
Verein:Real Madrid
Geboren am:04.01.1990

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Vorname:Joachim
Nachname:Löw
Nation: Deutschland
Verein:Deutschland

Weltmeisterschaft - Tabelle

Pl. VereinTorePkte.
1 Mexiko1:03
 
  Schweden1:03
 
3 Deutschland0:10
 
  Südkorea0:10

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