Zur Loginbox springen Zur Navigation springen Zum Inhalt springen
06.10.2017, 01:23

Ein Kommentar von kicker-Chefreporter Karlheinz Wild

9 Spiele, 9 Siege - beachtlich, aber selbstverständlich

Es ist eine besondere und beachtliche Serie, neun Spiele mit neun Siegen zu vollenden und dabei ein Torverhältnis von 38:3 zu produzieren. Diese Bilanz steht bislang für die deutsche Nationalmannschaft in ihrer WM-Qualifikationsgruppe, damit hat sie sich einen Spieltag vor dem Abschluss dieser Zulassungsrunde für Russland 2018 qualifiziert.


Ein Kommentar von kicker-Chefreporter Karlheinz Wild/Belfast

Joachim Löw
Feierte mit dem DFB-Team den neunten Sieg im neunten WM-Qualifikationsspiel: Joachim Löw.
© Getty ImagesZoomansicht

Aber es ist ebenso eine selbstverständliche Leistung für einen Weltmeister, der zu Recht die Ambition für sich ausspricht, diesen Titelgewinn von 2014 im kommenden Jahr zu wiederholen: Die Herausforderer in der C-Staffel sind einfach zu schwach. Auch Aserbaidschan, an diesem Sonntag zum Abschluss Gast in Kaiserslautern, wird es nicht schaffen, diese Behauptung zu widerlegen. Genauso wenig gelang es den ehrgeizigen, emsigen, eifrigen Nordiren, die bislang lediglich zwei Gegentore zugelassen hatten - beim 0:2 im Hinspiel in Deutschland vor einem Jahr. Dieses Mal, in Belfast vor einem sympathisch-begeisterten Publikum, waren es drei, 3:1 für die DFB-Auswahl, die ein feines erstes Drittel mit einem Zwei-Tore-Vorsprung schmückten. Anschließend verwalteten Kapitän Thomas Müller und Kollegen diesen Spielstand, weil sie spürten, dass ihnen in dieser Partie keine Gefahr drohte.

Die bislang makellose Bilanz auf der Bewerbungstour für Russland wird jenseits der Grenzen sicherlich registriert und ist damit eine gewisse Ansage an die Mitbewerber um den Weltpokal - vorerst, denn beim Turnier selbst wird sie allenfalls unterbewusst den ohnehin großen Respekt vor dem Titelverteidiger aus Deutschland bestätigen. Mats Hummels durfte nach der Begegnung in Belfast ohne jede Überheblichkeit sein Kollegium zu den Mitfavoriten für das Weltturnier im kommenden Jahr zählen.

Ein paar defensive Nachlässigkeiten gestatteten den Gegnern wie schon beim 2:1-Erfolg in Tschechien ein paar verheißungsvolle Möglichkeiten, andererseits waren mehr deutsche Tore möglich, doch Sandro Wagners Kopfball prallte gegen den Pfosten, Müllers Kopfball tauchte Keeper Michael McGovern aus der Ecke. Manchmal fehlt dem sicheren Pass-Pingpong zwischen Mittelfeld und Angriff die letzte Zielstrebigkeit, doch die mangelnde Effizienz, die Joachim Löw nach der Europameisterschaft kritisiert und nun am Tag vor dem Spiel in Nordirland noch einmal angesprochen hatte, ist ziemlich behoben.

3,0 Tore sind seither im Schnitt pro Partie erzielt worden, exakt diese Quote wurde nun in Belfast bestätigt - obwohl Timo Werner, zuletzt der Toptorjäger, sowie Mario Gomez ausfielen. Der spätberufene Wagner (29) setzte mit seinem vierten Treffer im vierten Länderspiel und seinem auch sonst beherzten Auftritt ein Ausrufezeichen: Hallo, ich bin auch noch da! Der Bundestrainer kann mittlerweile zwischen den zwei Stoßstürmern Gomez und Wagner sowie dem Sprinter Werner wählen.

Ein Kommentar von kicker-Chefreporter Karlheinz Wild
Ein Kommentar von kicker-Chefreporter Karlheinz Wild
© kicker

Eine Qualitätsballung findet sich auch im zentralen Mittelfeld. Dort hat Sebastian Rudy als Assistent des unumstrittenen Toni Kroos mit einem fulminanten Schuss in den Winkel nach 77 Sekunden das 1:0 besorgt und anschließend als umsichtiger Ballverteiler im Zentrum für sich geworben. Ein etablierter Mann wie Sami Khedira wurde da nicht vermisst. Und dass diesem Kader die sechs Innenverteidiger Boateng, Hummels, Süle, Mustafi, Rüdiger und Ginter angehörten, erzählt alles über den Überfluss auf dieser Position im Land der einstigen Manndecker.

Einzig auf der linken defensiven Außenposition gibt es noch Steigerungsbedarf. Der dort mangels Konkurrenz zur Stammkraft aufgestiegene, derzeit verletzte Jonas Hector wurde von seinem Vertreter Marvin Plattenhardt in Nordirland nicht entscheidend be-, schon gar nicht verdrängt. Aber bis zum Anpfiff der WM 2018 am 14. Juni bleibt noch etwas Zeit. Und vor allem muss bis dahin Manuel Neuer wieder fit sein. Auch wenn ihn Marc-André ter Stegen ordentlich vertritt, macht der weltbeste Torhüter eben doch den Unterschied.

 
Seite versenden
zum Thema

weitere Infos zu Löw

Vorname:Joachim
Nachname:Löw
Nation: Deutschland
Verein:Deutschland


DIE GANZE WELT DER KICKER APPS!
Informieren Sie sich über unser vielfältiges App Angebot:
Smart TV Tippspiel kicker MeinVerein FußballQuiz eMagazine