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20.05.2014, 14:12

Am Mittwoch startet das Traininglager

Löw zwischen Vorbereitung und Krisenmanagement

Vor einem Jahr herrschte in ganz Deutschland Fußballfieber, es waren nur noch wenige Tage bis zum deutschen Finale in der Champions League - die Bundesliga an der europäischen Spitze? Die DFB-Elf Topfavorit auf den Titel 2014? Ein Jahr später stehen zwei spanische Vereine im Endspiel um den wichtigsten Vereinspokal und auch die Euphorie der Fans ist kurz vor der WM gedämpft. Kaum ein Nationalspieler kam ohne Verletzungen durchs Jahr und die Bayern-Stars sind angeschlagen. Am Mittwoch beginnt der Endspurt ohne Stammkeeper und Kapitän.

Joachim Löw
Um Zuversicht bemüht: Bundestrainer Joachim Löw steckt alle Rückschlage weg.
© imagoZoomansicht

Die Uhr tickt für Joachim Löw und seine Truppe unerbittlich. Das Eröffnungsspiel in Brasilien findet am 12. Juni statt, Deutschland muss vier Tage später gegen Portugal ins Turnier starten. Reicht die Zeit, um alle auf körperliches Top-Niveau zu bringen? Denn Löw hat mehr als einmal betont, dass dies beim Turnier in Südamerika Bedingung sei. Gewisse Zweifel darf man haben, wenn sich die verbliebenen 26 Spieler, Sami Khedira stößt erst nach dem Champions-League-Finale dazu, am Mittwoch treffen.

Sowohl beim FC Bayern München als auch beim DFB war man am Montag zwar bemüht, die Verletzungen von Kapitän Philipp Lahm und Torhüter Manuel Neuer als nicht so schlimm darzustellen, allerdings passt es ins Bild. Kaum ein Spieler, der vermeintlich ein Kandidat für die Stammformation wäre, kam ohne Problem durch die Saison. Mats Hummels, Marcel Schmelzer, Mesut Özil, Sami Khedira, Miroslav Klose, Bastian Schweinsteiger - jetzt noch Neuer und Lahm. Allesamt haben oder hatten sie ihre Probleme.

Derzeit kommen die Sorgenkinder vor allem vom Double-Sieger. "Hinsichtlich der WM-Teilnahme von Manuel und Philipp sind wir optimistisch, beide müssen jedoch noch intensiv behandelt werden. Es ist gut und wichtig, sie von Anfang an in Südtirol dabei zu haben, auch wenn sie zunächst nicht trainieren können", sagt Löw. Lahm darf mindestens fünf Tage lang nicht trainieren - falls alles wie gewünscht verheilt.

Lahm: "Das muss alles reichen, es hilft ja nichts"

Neben Lahm ist auch Neuer unverzichtbar, muss derzeit aber seine Schulter ruhigstellen. Die Schlinge, die Neuer nach seinem Praxisbesuch trug, diene ausschließlich zur Entlastung des Gelenkes, sagte Bayerns Mediendirektor Markus Hörwick dem SID. Neuer müsse mit dem Training kürzertreten, hieß es lediglich - wie lange wurde nicht verraten. Und auch Schweinsteiger hat immer wieder Probleme, derzeit ist die Patellasehne entzündet, er hofft, noch diese Woche wieder ins Training einzusteigen. Khedira sucht nach seinem Kreuzbandriss ohnehin noch den Rhythmus und wird als letzter Spieler ins Trainingslager dazustoßen.

Und so wird nicht nur auf dem Trainingsplatz Hochbetrieb herrschen, sondern auch die medizinische Abteilung wird sich nicht langweilen. "Das muss alles reichen, es hilft ja nichts", bemerkte Lahm. Der 30-Jährige hat schon mal Ähnliches erlebt: Kurz vor der Heim-WM 2006 erlitt er einen Sehnenanriss im Ellbogen und musste operiert werden. Aber im Eröffnungsspiel in München schoss er beim 4:2-Sieg gegen Costa Rica trotzdem das erste Tor beim deutschen Sommermärchen. Ein gutes Omen?

Beste Bedingungen: In Südtirol wird es der Nationalmannschaft an nichts fehlen.
Beste Bedingungen: In Südtirol wird es der Nationalmannschaft an nichts fehlen.
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In Südtirol erwarten den DFB-Tross jedenfalls beste Bedingungen, um sich vorzubereiten. Selbst die Temperaturen schnellen dieser Tage in die Höhe, so kann man sich klimatisch schon mal herantasten. Untergebracht ist das Team im Fünf-Sterne-Resort "Andreus". In der Wohlfühloase mit 75 Luxussuiten in dem 3500-Einwohner-Ort wird es Lahm und Co. an nichts fehlen, wie die Gastgeber Helga und Richard Fink versprachen. Sie würden mit ihren rund hundert Mitarbeitern alles tun, um dem 60-Mann-Tross des DFB "positive Energie aus dem Passeiertal mitzugeben".

Mit positiver Energie allein wird es allerdings nicht gehen. "Wir wollen von Anfang an verschiedene Dinge angehen - in Bezug auf Taktik oder die Kommunikation". Vor allem sei es aber wichtig, "dass wir die Mannschaft zu einer Einheit formen", beschwört Löw den Teamgeist. Bis 1. Juni steht zudem die Entscheidung für den Bundestrainer an, noch vier Kandidaten aus dem vorläufigen Kader zu kicken. Letzten Aufschluss wird die Partie gegen Kamerun am gleichen Tag geben.

Das Team für den vierten WM-Titel
Das DFB-Aufgebot für die WM in Brasilien
Manuel Neuer
Manuel Neuer

Torwart Manuel Neuer (28), FC Bayern, 45 Länderspiele
© imago

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