Das Zeug dazu haben viele im Kader, da sind sich alle Experten einig. "Ein sehr guter Jahrgang", findet Jürgen Gelsdorf, Leiter des Nachwuchsleistungszentrums von Bayer Leverkusen, "da kommen gute Bundesligaspieler nach, zum Teil sogar sehr gute." Mit fünf Spielern stellt Bayer das größte Kontingent im Kader. Stürmer Richard Sukuta-Pasu, Innenverteidiger Stefan Reinartz und der rechte Mittelfeldspieler Marcel Risse werden künftig zumindest fest mit den Profis trainieren, alle können es schaffen. Linksfuß Bastian Oczipka hängt als "Späteinsteiger" im Leistungsbereich noch etwas zurück, Stürmer Deniz Naki hat allemal das Potenzial, will sein Glück aber künftig bei einem Zweitligisten suchen, um schneller zum Spielen zu kommen.
Die Fraktion von 1860 München hat ihre Tauglichkeit in der 2. Liga bereits nachgewiesen. Sowohl die Bender-Zwillinge als "Sechser", als auch Kreativspieler Timo Gebhart gelten als hochtalentiert. Kapitän und Innenverteidiger Florian Jungwirth hat noch Luft nach oben.
Im Tor "sind alle drei auf einem sehr guten Niveau", findet Trainer Horst Hrubesch, neben Ron-Robert Zieler von Manchester United der Cottbuser Tom Mickel und der erkrankte Sascha Burchert aus Berlin. In der Defensive haben Bremens Dennis Diekmeier rechts und Ömer Toprak innen und Bayerns Björn Kopplin (verteidigt eigentlich rechts oder innen, bei der EM bravourös auch auf links) enormes Potenzial und werden unter normalen Umständen den Sprung ebenso schaffen wie Abräumer Danny Latza (Schalke) und Dribbelkünstler Savio Nsereko von Brescia Calcio, den zuletzt gar Inter Mailand - noch vergeblich - lockte. Noch nicht ganz auf dem Stand der Kollegen sind neben Oczipka Mittelfeldmann Mario Vrancic (Mainz) oder Freiburgs Torjäger Rahman Soyodogru, die sich an die höheren Anforderungen erst noch gewöhnen müssen.
Die neue Breite in der Spitze der Ausbildung in Deutschland aber dokumentiert die Tatsache, dass fast noch eine komplette wie taugliche Mannschaft dieses Alters die Reise nach Tschechien erst gar nicht angetreten hat. Drei der Verletzten wurden eigens zum Finale noch eingeflogen: Burchert, HSV-Stürmer Maxim Choupo-Moting und BVB-Verteidiger David Vrzogic. Außerdem fehlten die Linksfüßer Timo Perthel (Bremen) und Semih Aydilek (Birmingham City), die Innenverteidiger Christopher Schorch von Real Madrid und Kevin Pezzoni (1. FC Köln), Stuttgarts Stürmer Manuel Fischer und Gladbachs beinahe EURO-Teilnehmer Marko Marin. Ja, auch der ist 1989 geboren, längst aber "fester Bestandteil der U21", so Sammer, mit Tendenz nach ganz oben. Noch ein Jahr jünger ist Bayerns Supertalent Toni Kroos, der nach einem Jahr Verschnaufpause demnächst wieder für den DFB auflaufen soll. Voraussichtlich aber nicht unter der U21. "Wir werden einen Spieler erst dann hochziehen, wenn wir sicher sind, dass er dort fester Bestandteil sein wird", so Sammer.