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19.05.2017, 15:05

kicker-Interview: Wück sieht rosige Zukunft im 2000er-Jahrgang

"In anderthalb Jahren wird einer Bundesliga spielen"

Im Halbfinale der EM war Schluss, mit dem Turnier kann das Team von Trainer Christian Wück dennoch sehr zufrieden sein. Im kicker-Interview spricht der Coach über die Stärken und Schwächen des 2000er-Jahrgangs sowie die Titelchancen bei der WM in Indien. Außerdem erklärt der 43-Jährige, warum es oft Verständnis braucht und was Top-Stürmer Jann-Fiete Arp von den anderen Gleichaltrigen abhebt.

Christian Wück
Blickt der WM in Indien positiv entgegen: U-17-Nationaltrainer Christian Wück.
© Getty ImagesZoomansicht

kicker: Herr Wück, die EM ging durch das Halbfinal-Aus gegen Spanien im Elfmeterschießen bitter zu Ende. Wie bewerten Sie das Turnier mit ein paar Tagen Abstand?

Christian Wück: Es war ein riesiger Erfahrungswert für die jungen Spieler. Zum ersten Mal nahmen sie an solch einem Turnier teil, ihre Aufregung vor jedem Spiel hat man gemerkt. Aber das gesamte Team ist von Spiel zu Spiel deutlich gereift.

kicker: Wer oder was hat Sie positiv überrascht?

Wück: Die Teamentwicklung. Die Jungs wurden selbstbewusster, Führungsspieler haben sich herauskristallisiert, die wiederum die anderen mitgezogen haben. Daran ist die Mannschaft gewachsen. Man hat gemerkt, die Art und Weise wie der DFB Fußballspielen möchte, kommt gut an. Und trotz dieser Leitlinien, die jeder in die Hand bekam, war niemand eingeschränkt.

Das ist der offensivstärkste Jahrgang, den ich bislang erlebt habe. Dieser 2000er-Jahrgang hat das Zeug für einen Titel.U-17-Nationaltrainer Christian Wück

kicker: Und welche negativen Überraschungen mussten Sie machen?

Wück: Das Spiel gegen Spanien. Zu viele Spieler schafften es nicht, an ihre Leistungsgrenze zu kommen. Gerade die sonst sehr starken Jann-Fiete Arp und Elias Abouchabaka waren nicht so präsent gegen Spanien. Da muss man dann eben auch mal Verständnis zeigen, dass die Jungs erst 16 oder 17 Jahre jung sind. Außerdem gehört das zum Lernprozess dazu und wird ihnen perspektivisch helfen.

kicker: Was zeichnet diesen 2000er-Jahrgang aus?

Wück: Das ist der offensivstärkste Jahrgang, den ich bislang in meiner Tätigkeit im Nachwuchsbereich erlebt habe. Das hat das Team auch bei der EM nachgewiesen. Wir stellten einen Tor-Rekord auf; und trotzdem kassierten wir - gemeinsam mit England - die wenigsten Gegentreffer. Das verdanken wir auch Keeper Luca Plogmann. Und offensiv: Da hat dieser 2000er-Jahrgang unheimlich viel Speed und eine gute Torquote.

Sie sind noch Jugendliche. Das müssen wir uns immer wieder ins Bewusstsein rufen.

kicker: Durch den Halbfinaleinzug qualifizierte sich dieser Jahrgang direkt für Weltmeisterschaft in Indien. Was darf man von Ihrem Team erwarten?

Wück: Wir hatten vier absolute Leistungsträger nicht mit dabei. Mit diesen vier Spielern haben wir noch mehr Potenzial in unserer Mannschaft - und das werden wir auch bei der WM sehen.

kicker: Ist es dann an der Zeit für einen Titel?

Wück: Ich bin noch immer enttäuscht, dass wir es nicht schon bei der EM geschafft haben. Von den Jungs hat jeder geweint in der Kabine. Sie wollten es unbedingt - obwohl sie noch Jugendliche sind. Das müssen wir uns immer wieder ins Bewusstsein rufen. Jedenfalls sind jetzt alle heiß auf die WM, niemand kann es mehr erwarten. Daher ist eines klar: Dieser 2000er-Kader hat das Zeug für einen Titel und wir nehmen in Indien einen neuen Anlauf.

Arp ist von seinem Intellekt, von seinem Charakter im Vergleich zu anderen Gleichaltrigen sehr weit. Da hebt er sich ab.

kicker: Mit Hamburgs Stürmer Arp hat dieser Jahrgang einen Toptorschützen. Ist er schon weiter als sein Alter aussagt?

Jann-Fiete Arp
Erhielt ein bemerkenswertes Lob seines Trainers: Jann-Fiete Arp.
© imagoZoomansicht

Wück: Er zeigt auf dem Feld Leistung, ja, aber auch neben dem Platz. Von seinem Intellekt, seinem Charakter ist er sehr weit im Vergleich zu anderen Gleichaltrigen. Da hebt er sich ab. Ich glaube, dass er deshalb auch den Hype um seine Person gut verkraften kann. Schließlich wird in Hamburg schon darüber diskutiert, ob sie ihn in den Profikader hochziehen sollten. Er ist intelligent und kann das einordnen.

kicker: Wird er als nächster den Sprung in die Bundesliga packen?

Wück: Aus dem 98er-Kader sind unter anderem mit Dortmunds Felix Passlack und Bremens Johannes Eggestein schon ein paar Spieler in der Bundesliga angekommen. In spätestens anderthalb Jahren wird mindestens auch einer aus dem 2000er-Kader Bundesligaluft schnuppern.

Interview: Georg Holzner

 
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weitere Infos zu Arp

Vorname:Jann-Fiete
Nachname:Arp
Nation: Deutschland
Verein:Hamburger SV
Geboren am:06.01.2000

weitere Infos zu Wück

Vorname:Christian
Nachname:Wück
Nation: Deutschland


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