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16.11.2015, 20:49

U20: Nullnummer gegen Polen

Frustrierendes auch zum Jahresabschluss

Die deutsche U-20-Nationalmannschaft hat das Länderspieljahr 2015 ohne ein Erfolgserlebnis beendet. Im Rahmen der internationalen Spielrunde kam die Mannschaft von Trainer Frank Wormuth in Münster gegen Polen nicht über ein 0:0 hinaus. Unabhängig vom Ergebnis sah sich Wormuth in seiner jüngsten Kritik an der Spielweise der Gegner auch nach diesen 90 Minuten bestätigt.

Langes Bein: Mahmoud Dahoud (vorne) im Duell mit Polens Lukas Klemenz.
Langes Bein: Mahmoud Dahoud (vorne) im Duell mit Polens Lukas Klemenz.
© Getty ImagesZoomansicht

Über weite Strecken der Partie, der eine Schweigeminute in Gedenken an die Opfer der Terroranschläge von Paris vorwegging, agierten die Gäste sehr defensiv. Polen zog sich weit zurück, verteidigte mit zwei Viererketten und oftmals neun Mann hinter dem Ball. In der ersten Halbzeit hielt einzig Oskar Zawada im Sturm die Stellung - wobei der Sturm in diesem Fall an der Mittellinie begann.

Wormuth hatte sich vor dem Spiel mit deutlichen Worten über die seiner Meinung nach zu defensive Spielweise einiger Mannschaften in der Internationalen Spielrunde beschwert. "Es ist nicht der Sinn einer Freundschaftsspielrunde, dass der Gegner permanent hintendrin steht, auf Konter lauert und nur auf Ergebnis spielt", hatte der 55-Jährige im Anschluss an das 0:2 am Donnerstag gegen Italien dem kicker gesagt.

Da es nicht um Punkte und eine Turnier-Qualifikation gehe, sondern die Entwicklung der Spieler im Vordergrund stehe, bedürfe es "auch Angriffsdruck und Pressing", so Wormuth, der bilanzierte: "Es ist frustrierend und wird immer schlimmer."

Nicht besser wurde es in dieser Hinsicht am Montagabend vor 6219 Zuschauern im Preußenstadion in Münster. Gegen die wie schon im Hinspiel (1:2) auf Konter lauernden Polen tat sich Deutschland über weite Strecken schwer, leistete sich zudem immer wieder einfache Fehler im Spielaufbau und agierte oft zu umständlich sowie wenig zwingend. Wormuth hatte seine Mannschaft, wie angekündigt, im Vergleich zum Italien-Spiel auf insgesamt acht Positionen verändert. In der ersten Halbzeit gelang es den feldüberlegenen DFB-Junioren um den Gladbacher Spielmacher Mahmoud Dahoud aber nur selten, gefährlich vor das Tor der Polen zu spielen.

Es ist frustrierend und wird immer schlimmerDFB-Trainer Frank Wormuth

Innenverteidiger Marvin Friedrich per Kopf nach einer Freistoß-Hereingabe (13.), Robert Bauer mit einem Flachschuss (18.) und Gerrit Holtmann nach einem der seltenen Konter (36.) des DFB-Teams kamen zu Halbchancen. Mehr aber auch nicht. Die beste Möglichkeit im ersten Durchgang bot sich Hoffenheims Nadiem Amiri. Sein noch abgefälschter Schuss klatschte allerdings nur gegen das Außennetz (37.). Bei den Polen fiel im ersten Durchgang vor allem Lukas Klemenz auf, der für seine rustikale Grätsche gegen Maximilian Wittek mit Gelb noch gut bedient war (25.). Wittek konnte zunächst weiterspielen, musste dann aber in der Pause in der Kabine bleiben. "Er hat Maximilian voll am Knöchel getroffen", berichtete Wormuth nach der Partie: "Das Gelenk ist dick geworden."

Zu Beginn der zweiten Halbzeit wechselten beide Mannschaften insgesamt je viermal. Am Verlauf änderte sich aber wenig. Polen ließ die deutsche Mannschaft weiterhin das Spiel machen. In der 62. Minute musste der eingewechselte DFB-Keeper Fabian Bredlow einen (nicht allzu gefährlichen) Flachschuss von Jakub Lukowski halten. Bei einem Konter der Gäste konnte Friedrich Sebastian Musiolik im letzten Augenblick noch entscheidend stören (76.). Auf der Gegenseite verhinderte Polens Torwart Mateusz Kuchta die Führung für Deutschland, als er einen Freistoß von Maximilian Dittgen um den Pfosten lenkte (64.).

Wormuth zeigte sich über die Spielweise seiner Mannschaft insgesamt nicht unzufrieden, auch deshalb, weil seine Spieler trotz der einen oder anderen Nickligkeit der Gäste die Ruhe bewahrt hatten. Die defensive Taktik der Polen aber ließ ihn am Sinn der Internationalen Spielrunde zweifeln. "Wenn die Gegner weiterhin so spielen", stellte Wormuth klar, "ist das nicht förderlich".

Nach der Winterpause wird die Internationale Spielrunde für die deutsche U20 im März mit dem Doppelspieltag gegen die Schweiz abgeschlossen. . In der Tabelle liegt das Team von Wormuth als Letzter weiter vier Punkte hinter Tabellenführer Polen (acht Zähler). Italien und die Schweiz treffen am Dienstag aufeinander.


Statistik

Deutschland: Zetterer (46. Bredlow) - Prömel (63. Klünter), Friedrich, Schulz, Wittek (46. Guwara) - Bauer - Dahoud - Holtmann (46. Dittgen), Mukhtar (63. Stenzel), Amiri - Eggestein (46. Waldschmidt)

Jan Reinold

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