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14.06.2015, 10:33

Erst scheitert Mukhtar, dann Brandt und Stark

"Glücksspiel" Elfmeterschießen: DFB-Aus bei der U-20-WM

Der Traum vom Titelgewinn bei der U-20-Weltmeisterschaft in Neuseeland ist für die deutsche Auswahl ausgeträumt: Im Viertelfinale markierte Mali durch ein 3:4 i.E. den Endpunkt für die WM-Reise des DFB-Nachwuchses. Entscheidend waren vor allem eine Reihe von Elfmetern: Zunächst in der regulären Spielzeit ein von der deutschen Elf nicht genutzter, dann die Versuche im Elfmeterschießen, in dem zwei DFB-Akteure den Ball neben den Kasten setzten.

Niedergeschlagenheit bei der deutschen U 20
Niedergeschlagenheit bei der deutschen U 20: Im Elfmeterschießen gegen Mali war Schluss.
© imagoZoomansicht

Großer Kampf über 120 Minuten und am Ende doch das Aus: Enttäuscht lagen viele der deutschen U-20-Nationalspieler in Christchurch auf dem Rasen, als im Viertelfinale der WM die Entscheidung gegen sie gefallen war. Im Elfmeterschießen setzte sich Mali durch, zeigt sich nervenstärker.

Dabei wähnte sich die DFB-Auswahl mehrfach schon auf der Siegerstraße. Zwar musste Frankfurts Marc Stendera schon nach zehn Minuten mit einer Schädelprellung vom Feld, nachdem er aus kürzester Distanz im Gesicht getroffen worden war. Doch in der 38. Minute gelang durch Julian Brandt (Leverkusen) die 1:0-Führung, die Hany Mukhtar nach knapp einer Stunde vorentscheidend hätte ausbauen können. Der Ex-Berliner, inzwischen bei Benfica Lissabon unter Vertrag, trat in der 56. Minute zu einenm Strafstoß an, nachdem der für Stendera ins Spiel gekommene Dortmunder Jeremy Dudziak im Strafraum zu Fall gekommen war. Doch Mukhtar scheiterte an Malis Torwart Djigui Diarra.

Die entscheidende Szene war der verschossene Elfmeter. Wenn wir 2:0 in Führung gehen, hat es Mali ganz schwer.DFB-Trainer Frank Wormuth

"Die entscheidende Szene war der verschossene Elfmeter. Wenn wir 2:0 in Führung gehen, hat es Mali ganz schwer", analysierte nach der Partie DFB-Trainer Frank Wormuth, schob allerdings auch gleich hinterher: "Aber kein Vorwurf an Mukhtar. Ich fand es gut, dass er sich den Ball geschnappt und Mut bewiesen hat."

So kam Mali nur zwei Minuten später durch Souleymane Coulibaly zum Ausgleich. Mit dem 1:1 ging es in die Verlängerung, in der die Afrikaner durchaus auch schon die Entscheidung zu ihren Gunsten hätten herbeiführen können. Wormuth machte eine zweite Blessur- Julian Weigl zog sich in der 115. Minute eine Gehirnerschütterung und eine Platzwunde an der Lippe zu - einen Strich durch die taktische Rechnung: "Den Ausfall von Marc Stendera hat das Team gut aufgefangen. Natürlich hat er uns gefehlt, aber wir haben einen guten Kader. Julian Weigls Verletzung hat uns weh getan. Wir wollten die letzten Minuten noch einmal auf Konter spielen, aber so mussten wir das Unentschieden sichern. Ich hoffe, dass es bei unseren Verletzten bald wieder aufwärts geht."

Im Elfmeterschießen trafen die ersten drei Schützen auf beiden Seiten, für Deutschland behielten Kevin Akpoguma, Levin Öztunali und Matti Steinmann die Nerven. Als Keeper Marvin Schwäbe dann den Schuss von Adama Traoré parierte, sah es die DFB-Auswahl schon ganz nach dem ersten Halbfinaleinzug bei einer U20-WM seit 1987 aus. Doch die letzten beiden Schützen, Brandt und Nürnbergs Niklas Stark, verfehlten jeweils das Tor der Afrikaner, die dadurch mit 4:3 im Elfmeterschießen die Oberhand behielten.

"Wir können hoch erhobenen Hauptes nach Hause fahren. Ich bin stolz auf mein Team, das bei diesem Turnier sehr stark gespielt hat", meinte Wormuth im Anschluss an die Partie, ein Elfmeterschießen sei "eben oft ein Glücksspiel".

Mali trifft im Halbfinale am Mittwoch auf die Auswahl von Serbien, die sich am Sonntag im Viertelfinale 6:5 im Elfmeterschießen gegen die USA behauptet hatte. Zudem erreichten Brasilien (3:1 im Elfmeterschießen gegen Portugal) und Senegal (1:0 gegen Usbekistan) die Vorschlussrunde.

bru

 
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weitere Infos zu Wormuth

Vorname:Frank
Nachname:Wormuth
Nation: Deutschland
Verein:Deutschland