Im Topspiel der Runde der besten Acht standen sich bereits am Freitagabend mit dem Hamburger SV und Hansa Rostock die Top-Teams der Bundesliga Nord gegenüber. Dabei setzte sich der HSV mit 2:0 durch. In der 23. Minute brachte Demirbas die Elbstädter mit 1:0 in Front. Im zweiten Durchgang erhöhte Bergmann auf 2:0 (61.). Die Schlussphase der Partie mussten die Rostocker in doppelter Unterzahl bestreiten: Zunächst flog Pfingstner mit Gelb-Rot vom Platz (86.), vier Minuten später folgte ihm Uecker, der glatt Rot sah. Während sich die Hamburger über den Einzug ins Halbfinale freuten, platzte für Hansa der Traum, im zweiten Anlauf den Pokal zu holen. Denn in der letzten Saison schaffte die Hansa-Kogge den Weg ins Finale, scheiterte aber im Elfmeterschießen am SC Freiburg.
Am Sonntag um 11 Uhr wurde es dann für den Titelverteidiger SC Freiburg ernst. Das Duell mit dem Regionalligisten Chemnitzer FC schien eine lösbare Aufgabe, doch die Breisgauer taten sich schwer: Zwar dominierte Freiburg von Beginn an und ging in der 40. Minute durch einen Gewaltschuss von Ginter mit 1:0 in Führung, doch der Underdog überzeugte durch Kampfgeist. Die Chemnitzer gaben sich nicht auf und wurden dafür belohnt. In der 76. Minute konnte die SC-Abwehr eine Ecke nicht weit genug aus der Gefahrenzone köpfen. Engert stand bereit und markierte aus zweiter Reihe das 1:1. Da den Freiburgern trotz Überlegenheit weder in der verbleibenden Spielzeit noch in der Verlängerung der Siegtreffer gelang, musste das Elfmeterschießen über den Einzug in die Runde der besten Vier entscheiden.
Bereits beim ersten Elfmeter der Hausherren scheiterte Dartsch an Freiburgs Keeper Bergdorf, anschließend zeigten sich alle Schützen erfolgreich. Somit sicherte sich Freiburg mit 5:3 den Einzug ins Halbfinale und kann weiter auf die Titelverteidigung hoffen. Begeistert zeigte sich SCF-Trainer Lars Voßler von der Leistung seiner Elf allerdings nicht, er sah einen "Arbeitssieg, der aufgrund unserer Überlegenheit im Großteil des Spiels auch vollkommen verdient ist".
Ebenfalls im Elfmeterschießen musste die Partie zwischen Rot-Weiss Essen und dem 1. FC Nürnberg entschieden werden. Der Bundesligist aus Franken ging standesgemäß in der 15. Minute durch einen Treffer von Tekerci in Führung. Doch der Landesligist bot dem Club einen großen Kampf und kam noch vor der Pause zum Ausgleich: Can köpfte das Leder nach einem Freistoß zum 1:1 über die Linie (34.). Die Gastgeber wurden immer mutiger und hatten im zweiten Durchgang die deutlicheren Chancen, das Spiel für sich zu entscheiden. Doch es blieb beim Remis, das auch nach der Verlängerung, die Essen nach einer Gelb-Roten Karte an Shala (108.) in Unterzahl bestreiten musste, noch Bestand hatte. Die Entscheidung musste vom Punkt fallen, hier hatte der Bundesligist die besseren Nerven: Während beim FCN alle Schützen trafen, parierte Nürnbergs Torhüter Netolitzky die Schüsse von Weggen und Simon und brachte dem Favoriten einen 5:3-Sieg. "Es tut mir unendlich leid für die Mannschaft. Die Jungs sind bitter enttäuscht, das wird auch noch ein, zwei Tage dauern. Aber ich glaube, dass wir den Verein toll repräsentiert haben", war RWE-Trainer Jürgen Lucas stolz auf seine Mannschaft. In Nürnberg hingegen überwog trotz des knappen Ergebnisses der Optimismus: "Wir bleiben auf dem Weg nach Berlin", richtete FCN-Coach René van Eck den Blick bereits auf den 12. Mai.
Der Finalteilnahme einen Schritt näher gekommen ist auch Hertha BSC, das sich beim Regionalligisten Carl Zeiss Jena mit 3:1 durchsetzte. Scheel brachte nach 19 Minuten die Führung der Hauptstadtkicker, die Kiesewetter ausbaute: Nachdem er im Sechzehner gefoult worden war, verwandelte der 18-Jährige den fälligen Foulelfmeter selbst (28.). Obst sorgte mit seinem Treffer in der 42. Minute dafür, dass Hertha mit einem souveränen 3:0 in die Pause ging. Obwohl der Hertha-Nachwuchs im zweiten Durchgang Tempo aus der Partie nahm, kam die Elf von Trainer René Tretschok zu weiteren Chancen. Doch der einzige Treffer der zweiten Hälfte war den Hausherren vorbehalten: Strohonovs Tor zum 1:3 kam in der 84. Minute allerdings zu spät für den Außenseiter. "Das Team hat heute gut umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Jetzt unter den letzten vier Mannschaften in Deutschland zu stehen, ist für uns und Hertha BSC eine tolle Sache", freute sich Tretschok über den Halbfinaleinzug seiner Schützlinge.
Die vier Halbfinalisten überwintern im Pokalwettbewerb - weiter geht es erst im März. Das Finale wird am 12. Mai im Vorfeld des Pokalendspiels der Profis in Berlin ausgetragen.