In der Nordstaffel mussten aufgrund erneuter Schneefälle zwei Partien kurzfristig abgesagt werden: In Halle fiel die Partie zwischen dem Halleschen FC und Holstein Kiel aus und auch in Jena konnte nicht gespielt werden. Hier wurde die Partie zwischen Carl Zeiss und dem Spitzenreiter Hansa Rostock Opfer des Wetters.
Das Duell der beiden Verfolger konnte aber stattfinden: Der VfL Wolfsburg empfing Werder Bremen. Die Gäste von der Weser gingen bereits nach 13 Minuten durch einen Treffer von Füllkrug in Führung. Göttel sorgte in der 35. Minute für den Ausgleich der "Wölfe". Nachdem der Bremer Schoppenhauer wegen groben Foulspiels die Rote Karte gesehen hatte, erspielten sich die Wolfsburger in Überzahl zwar zahlreiche Chancen, doch Bremen zeigte die bessere Ausbeute: Trinks erzielte fünf Minuten vor Abpfiff den 2:1-Siegtreffer. "Nach dem Wechsel haben wir die Partie bestimmt und besaßen nach der Roten Karte genügend Möglichkeiten, um das Spiel für uns zu entscheiden", sah auch Wolfsburgs Coach Stephan Schmidt das Problem in der Chancenverwertung.
Energie Cottbus hätte sich damit an den Wolfsburgern vorbei auf den dritten Rang schieben können. Doch beim HSV gab es für Energie keine Punkte zu holen. Son brachte die Hamburger in der 15. Minute in Führung, nur acht Minuten später erzielte Lewerenz per Freistoß das 2:0. Selbst dass der HSV nach einer Gelb-Roten Karte gegen Owusu Nyarko (57.) über eine halbe Stunde in Unterzahl agieren musste, nutzte Cottbus nicht. Lewerenz machte mit dem 3:0 in der 79. Minute dann alles klar. "Wir waren Cottbus in allen Belangen überlegen und haben auch in der Höhe verdient gewonnen", zeigte sich Soner Uysal mit der Leistung seines Teams zufrieden.
Im Tabellenkeller musste TeBe Berlin beim Schlusslicht Rot-Weiß Erfurt antreten. Die Berliner konnten das frühe 1:0 durch Ferrera (15.) über die Zeit bringen. Da der VfL Osnabrück bei Union Berlin nicht über ein torloses Remis hinaus kam, vergrößert TeBe damit den Abstand auf die Abstiegsränge auf fünf Zähler.
In der West-Staffel haben nach den starken Schneefällen letztlich nur zwei Partien stattgefunden. Borussia Mönchengladbach konnte vom Sonntagsausflug nach Düsseldorf drei Punkte mit nach Hause nehmen. Hermann (24.) und Lekesiz (41.) hatten die Fohlen bereits zur Pause mit 2:0 in Front geschossen. Kachunga markierte nach dem Wiederanpfiff das 3:0. Obwohl Gladbach die Partie sicher dominierte, erzielte Gombarek den Düsseldorfer Treffer zum 1:3-Endstand. Dieses eine Gegentor verhinderte, dass die "Fohlen" einen Sprung auf Rang zwei machen. "Das hat mich schon geärgert, und das habe ich den Jungs auch deutlich gesagt. Trotzdem sind wir jetzt oben wieder dran und wollen uns weiter verbessern", sagte Borussen-Trainer Sven Demandt nach der Partie.
Auch in der zweiten Partie gab es einige Tore, allerdings fehlten die Zuschauer, die diese bejubeln konnten. Denn zwischen Schalke und Köln wurde ein Geisterspiel ausgetragen. Als Strafe für die Fanausschreitungen beim Schalker Derby gegen Borussia Dortmund durften sich von beiden Teams nur jeweils 30 Personen rund um den abgesperrten Kunstrasenplatz an der S04-Geschäftsstelle aufhalten.
In der 16. Minute gab es den ersten Rückschlag für Schalke: Abwehrchef Alban Sabah musste mit einer Bänderverletzung vom Platz. "Das war schon ein dicker Wermutstropfen, den die Mannschaft verkraften musste. Alban ist der Kopf der Mannschaft und nicht so einfach zu ersetzen", so S04-Coach Norbert Elgert. Zwar erholten sich die "Knappen" zunächst von dem Schock und erzielten durch Wiegel (25.) das 1:0, doch noch vor der Halbzeit gelang Uth der Ausgleich (42.). In der zweiten Hälfte drehten die Kölner auf: Zwei weitere Treffer von Uth (59./73.) und ein Tor von Hörnig (87.) machten den 4:1-Erfolg und den fünften FC-Sieg in Folge perfekt.
Auch im Süden konnte der Spieltag nur eingeschränkt stattfinden. Einen großen Sprung in der Tabelle hat der 1. FC Nürnberg am Samstag gemacht. Beobachtet von Sportdirektor Martin Bader, Profi-Trainer Dieter Hecking und Co-Trainer Dirk Bremser schlugen die jungen "Clubberer" Mainz 05 mit 3:2. Trettenbach (31.), Grundei (34.) und Gentes (42.) erzielten die Treffer für den FCN, Parker per Foulelfmeter (39.) und Sliskovic (73.) hielten mit ihren Toren die Mainzer im Rennen. "Ich mache den Jungs keinen Vorwurf. Sie haben gekämpft und versucht, auf unsere Art und Weise das Ding zu drehen, aber mehr war nicht drin. Den Tag müssen wir schnell ad acta legen", so der Mainz-Coach Stefan Sartori nach Spielende. Nürnberg macht in der Tabelle vier Plätze gut und liegt jetzt nur fünf Punkte hinter Mainz auf Rang drei.
Während Mainz eine Niederlage hinnehmen musste, strauchelte auch der davongeeilte Spitzenreiter Stuttgart: Gegen 1860 München gelang dem VfB lediglich ein 1:1. Karatas erzielte den Treffer der Stuttgarter, musste aber nach 69 Minuten wegen unsportlichen Verhaltens mit Gelb-Rot vom Platz. Ziereis glich dann sechs Minuten vor Schluss für die "Löwen" aus. Der Trainer der Münchener, Alexander Schmidt, sah nach dem Remis gegen den Spitzenreiter den Kampf um die beiden Meisterschafts-Plätze noch nicht verloren: "Die anderen Teams vorne haben Punkte gelassen. Ich denke, alle Mannschaften bis Platz sieben sind noch im Rennen."
Mit der Meisterschaftsrunde wird Bayern München nichts zu tun haben. Doch im Abstiegskampf gelang dem Nachwuchs des FCB am Wochenende ein Befreiungsschlag: Gegen den KSC gewannen die Münchener vor heimischem Publikum deutlich mit 6:1. Zwar hatte Walsh die Karlsruher in Führung geschossen, doch ein Doppelpack von Sansone brachte Bayern noch vor der Halbzeit auf Siegeskurs. Feiersinger, Sansone per Foulelfmeter mit seinem dritten Treffer, Dombrowka und Voglsammer erzielten die übrigen Münchener Treffer. Entsprechend sauer äußerte sich KSC-Trainer Böhm nach Abpfiff über die Leistung seiner Elf: "Ich schäme mich für das peinliche Auftreten meiner Mannschaft. Wir haben heute leider auch in der Höhe völlig verdient verloren."