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23.12.2018, 21:06

Solskjaers erste Maßnahmen greifen

90 Minuten Nachtreten: Manchester United nach Mourinho

Im ersten Spiel ohne José Mourinho zeigen die selben Manchester-United-Profis zeitweise ungezügelten Offensivfußball. Und eine Statistik sagt alles.

Paul Pogba (l.) jubelt mit den Kollegen in Cardiff
Wie entfesselt: Paul Pogba (l.) jubelt mit den ManUnited-Kollegen in Cardiff.
© picture allianceZoomansicht

Er wolle ihm danken, sagte Paul Pogba am Samstagabend: "Er hat mich besser gemacht, auch als Mensch", und das würden sicher auch alle anderen Spieler bei Manchester United über José Mourinho sagen. Der Spieler also, der sich unter allen, die sich mit Mourinho nicht verstanden, am wenigsten mit ihm verstand, verzichtete nach Manchester Uniteds 5:1-Sieg bei Cardiff City großzügig auf Nachtreterei. Das Spiel hatte ja für sich gesprochen: Es war ein einziges Nachtreten.

Zeitweise wie entfesselt war der Rekordmeister im ersten Spiel unter Interimstrainer Ole Gunnar Solskjaer aufgetreten, der sogenannte Trainereffekt war sofort spürbar. Jesse Lingard zeigte ungeahnte Dribbelkünste und traf doppelt, Marcus Rashford versenkte einen Freistoß, Anthony Martial veredelte eine herrliche Kombination; und Pogba, zuletzt nicht mal mehr eingewechselt, war an drei Toren beteiligt. Man hatte völlig vergessen, dass sie das alles können.

Fünf Tore erzielte ManUnited in der Liga zuletzt 2013 - unter Ferguson

Mourinhos jüngster Fußball, diese defensive Destruktivität, nur inzwischen halt mit vielen Gegentoren, war einer neuen Ausrichtung gewichen: Solskjaer und der zurückgekehrte Co-Trainer Mike Phelan postierten die Abwehrreihe deutlich weiter vorne und legten damit die Grundlage für einen hochdominanten Auftritt (74 Prozent Ballbesitz, 17 Torschüsse). Und die Spieler füllten die reformierte Herangehensweise mit viel Leben, hatten demonstrativ Spaß gegen einen dankbaren Gegner.

"Sie haben einige unsere Ideen sehr schnell begriffen, ihre Einstellung war fantastisch", lobe Solskjaer. "Es macht Spaß zuzuschauen, wenn du Martial und Lingard auf den Flügeln hast, vorne drin Rashford und Paul (Pogba, d.Red.) als Unterstützer." Der Tenor bei Fans und Presse war eindeutig: Der Norweger hat der Mannschaft in nicht einmal einer Woche die Freude am Fußball zurückgegeben. Fünf Tore hatte United zuletzt am 19. Mai 2013 beim 5:5 in West Bromwich erzielt, im letzten Spiel unter Sir Alex Ferguson (und dessen Co-Trainer Phelan).

Mourinho hatte selbst gegen die "Kleinen" wenig gewagt

Diese Statistik sagte alles, auch wenn der Gegner nur Cardiff, der Aufsteiger und Tabellen-17., war: Deutlicher kann sich ein Team mit einem Ergebnis kaum von Mourinho distanzieren. Selbst gegen die "Kleinen" hatte dieser ja in der Regel an seinem Sicherheitsfußball festgehalten und weder personell noch taktisch viel gewagt. Fred etwa, den knapp 60 Millionen Euro teuren Sommerneuzugang aus Donezk, wollte Mourinho erst mehr Spielzeit geben, wenn die Mannschaft "defensiv stabiler ist" ist.

Jetzt müssen Pogba & Co., aber auch Solskjaer den Beweis antreten, dass dieser akute Aufschwung auch nachhaltig ist, dass ihnen der neue Offensivfußball auch dauerhaft liegt. "Wir können nicht so spielen und mit fünf Toren gewinnen und dann das nächste Spiel (am Boxing Day gegen Huddersfield, d.Red.) verlieren", warnt Pogba. Doch sie können so spielen und mit fünf Toren gewinnen - das war schon mal eine wichtige, neue Erkenntnis.

jpe

 
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