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07.12.2018, 16:22

Serie A, 15. Spieltag - Juventus empfängt Inter

Kein Pfiff im Derby d'Italia: Als eine Rivalität neu entflammte

Ein Derby, das die Meisterschaft vorentschied, hauchte der Rivalität zwischen Juventus Turin und Inter Mailand im April 1998 neues Leben ein. Binnen lediglich 15 Sekunden nahm das Drama vor gut 20 Jahren seinen Lauf - die Nachwehen halten teilweise bis heute an. Im Hier und Jetzt verbindet die beiden Klubs aber mehr, als ihnen lieb ist.

Immer hitzig: Das Derby d'Italia zwischen Juventus Turin und Inter Mailand.
© imagoZoomansicht

Wir schreiben den 26. April 1998. Top-Duell in der Serie A, damals die beste Liga der Welt. In der 69. Spielminute - Tabellenführer Juventus führt im Stadio Delle Alpi mit 1:0 gegen Inter, das nur einen Punkt hinter der Alten Dame liegt - kommt es zum Eklat. Weltfußballer Ronaldo, im vergangenen Sommer aus Barcelona nach Mailand gewechselt, kommt im Strafraum an den Ball und wird von Turin-Verteidiger Iuliano mehr oder weniger niedergestreckt.

Wider Erwarten lässt Referee Piero Ceccarini weiterlaufen. Anders nur wenige Sekunden später, als die Hausherren postwendend kontern und del Piero nach einem Zidane-Zuspiel im Zweikampf mit dem plump agierenden West trotz allem sehr leicht zu Fall kommt. Kein Elfmeter für Inter, dafür aber Elfmeter für Juve. Und obwohl del Piero diesen nicht verwandelt, war das Tischtuch zwischen beiden Vereinen endgültig zerschnitten.

Noch empörter als die Inter-Spieler waren nur die Mailänder Fans, die sich 2006, als der Manipulationsskandal rund um den national geliebt-gehassten Rekordmeister bekannt wurde, in ihrem Verdacht von einer Bevorzugung der Bianconeri bestätigt sahen. Eine der zwei Meisterschaften, die den Turinern hierbei aberkannt und dem jeweiligen Tabellenzweiten zugesprochen wurden, wanderte in den Trophäenschrank der Interisti - was die Feindschaft nur noch intensivierte.

Des einen Leid ist des anderen Freud

"In den letzten 20 Jahren wurde diese Rivalität eine der erbittertsten und vergiftetsten, die man sich vorstellen kann", beteuerte Italien-Experte James Horncastle gegenüber BBC Radio 5 live. Das "Derby d'Italia", wie es seit den 1960er-Jahren, als beide Vereine die nationale Bühne dominierten, deklariert wird, wurde zum städteübergreifenden Hass-Duell Italiens. So rühmen sich die Inter-Tifosi mit Bannern, auf denen internationale Final-Pleiten der Alten Dame wie eigene Erfolge aufgelistet werden - auch die Juventini haben diverse Anti-Inter-Schals im Sortiment.

Zinedine Zidane und Ronaldo
Die Hochzeiten der Serie A: Zinedine Zidane und Ronaldo, 1998.
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Sportlich konnte Inter Serienmeister Juve seit fast einer Dekade nicht mehr das Wasser reichen - eine Lücke, die sich langsam, aber sicher ein wenig schließt. Auch, weil die beiden Rivalen im Hier und Jetzt mehr verbindet, als ihnen vielleicht lieb ist: "Auf den Rängen und auf dem Rasen", so Horncastle, "existiert die Rivalität nach wie vor. Aber abseits davon sind diese beiden Vereine auf gewisse Weise verbündet. Sie sehen sich als die Zukunft der Serie A an, wollen die Liga international wieder relevanter machen."

Juventus gelingt das seit Jahren, Inters neuer starker Mann trägt einen in Turin bekannten Namen: Giuseppe Marotta, als Generaldirektor Architekt zahlreicher Juve-Mannschaften der letzten Jahre, hat der Alten Dame nach einem Streit mit Juve-Präsident Agnelli den Rücken gekehrt und sich ausgerechnet den schwarz-blauen Mailändern, mittlerweile in chinesischem Besitz, angeschlossen. "Er wird als jemand angesehen, der Inter wieder dorthin zurückbringen kann, wo es sich selbst sieht", sagt Horncastle. Also wieder ins Meisterschaftsrennen, bis zum Zeitpunkt der letzten Spieltage.

Cristiano hat eine andere Art von Professionalität und Wettkampfstärke, die er in jedem einzelnen Training mitbringt.Juve-Coach Massimiliano Allegri

X-Faktor Ronaldo: Juve besser denn je?

Wie aber soll es aktuell gegen ein Juventus reichen, das siebenmal hintereinander italienischer Meister geworden ist - und 2018/19 mit 13 Siegen aus den ersten 14 Spielen besser denn je anmutet? Den ungeschlagenen Tabellenführer aus Turin und den Drittplatzierten Inter trennt schon jetzt eine klaffende Elf-Punkte-Differenz. Inters letzter Sieg bei Juve datiert aus dem November 2012, das letzte Tor der Nerazzurri bei den Bianconeri aus dem Januar 2015. Und Letztere haben sich mit dem fünfmaligen Weltfußballer Cristiano Ronaldo ergänzt, der Juve tatsächlich auf ein neues Niveau zu heben scheint. "Cristiano nimmt großen Einfluss auf die Gruppe, weil er eine andere Art von Professionalität und Wettkampfstärke hat und sie in jedem einzelnen Training mitbringt", frohlockt Turins Trainer Massimiliano Allegri, der schon im Derby nach dessen Schilddrüsen-Operation wieder auf Emre Can zugreifen könnte.

Inter: Zuletzt eine Wundertüte

Wenn Juve internationale Endspiele verliert, geht den Interisti das Herz auf.
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Die Mailänder sind in den letzten Wochen nur schwierig einzuschätzen: Überzeugenden Siegen bei Lazio (3:0) und gegen den CFC Genua (5:0) folgte ein respektables 1:1 gegen den FC Barcelona, dann aber auch die 1:4-Pleite bei Atalanta Bergamo. In den letzten drei Spielen gab Inter die Wundertüte: Ein Sieg gegen Frosinone (3:0), eine Niederlage gegen Tottenham (0:1), ein Unentschieden gegen die Roma (2:2). Am Freitagabend (LIVE! ab 20.30 Uhr bei kicker.de und DAZN ) wollen die Interisti natürlich wieder siegen - und nirgends würde ihnen ein dreifacher Punktgewinn so schmecken wie beim verhassten Liga-Primus höchstselbst.

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Vereinsdaten

Vereinsname:Juventus Turin
Gründungsdatum:01.11.1897
Vereinsfarben:Weiß-Schwarz
Anschrift:Juventus Football Club
Corso Galileo Ferraris, 32
10128 Torino
Telefon: 00 39 - 899 99 98 97
Telefax: 00 39 - 115 - 11 92 14
E-Mail: customercare@juventus.com
Internet:http://www.juventus.com/

Vereinsdaten

Vereinsname:Inter Mailand
Gründungsdatum:09.03.1908
Vereinsfarben:Blau-Schwarz
Anschrift:Football Club Internazionale Milano
Corso Vitorio Emanuele II 9
20122 Milano
Telefon: 00 39 - 02 - 77 15 1
Telefax: 00 39 - 02 - 78 15 14
Internet:http://www.inter.it/


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