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09.11.2018, 16:51

Boca fordert Pinolas River im Finale der Copa Libertadores

Superclasico! Brennende Häuser, versäumte Hochzeiten

Das Finale der Copa Libertadores hält Argentinien in Atem. Erstmals kommt es im Finale des südamerikanischen Pendants zur Champions League zum Stadtderby zwischen den Boca Juniors und River Plate aus Buenos Aires, zum Superclasico also. Das Hinspiel findet am Samstag im Boca-Stadion La Bombonera statt.

... auf den Namen River Plate

Fans der Boca Juniors
Vorfreude auf den Superclasico: Fans der Boca Juniors vor dem Hinspiel gegen River Plate.
© imagoZoomansicht

Abstruse Geschichten rund um die Finalspiele dürfen natürlich nicht fehlen. Zum Beispiel die von dem Vater, der seinen Erstgeborenen kürzlich Agustin Enzo River Plate taufen ließ. Enzo wegen Enzo Francescoli, Uruguays Legende, die 1987 die Karriere bei River Plate ausklingen lassen hatte. Oder die von den streitenden Nachbarn im rund 1000 Kilometer von Buenos Aires entfernten Apostoles in der nordöstlichen Provinz Misiones. Im Streit, welches Team besser sei, zündete kurzerhand einer das Holzhaus des anderen an. Ein Boca-Aficionado sitzt am Samstag (21.00 Uhr/MEZ), wie "Clarin" schreibt, statt in der Kirche bei der Hochzeit seines Bruders nun im Stadion, wo seine Unterstützung mehr gefragt sei.

Seit 1913 treffen sich die beiden Klubs zu prestigeträchtigen Duellen, nicht selten begleitet durch Gewaltexzesse. Gästefans werden aus diesem Grund auch im Hin- wie im Rückspiel nicht zu finden sein. Argentiniens Staatschef Mauricio Macri - von 1995 bis 2007 Boca-Boss - wollte das Verbot für die beiden Endspiele aufheben lassen, scheiterte jedoch mit seinem Vorstoß am argentinischen Fußballverband und der Regierung. Auch die beiden Klubchefs waren dagegen: "Wir sind uns einig, dass der Zeitpunkt hierzu noch nicht gekommen ist", sagte Rivers Präsident Rodolfo D'Onofrio auch im Namen seines Boca-Kollegen Daniel Angelici. Und die Stadtbehörden verboten jegliche Siegesfeier um den Obelisken, dem Symbol von Buenos Aires im Stadtzentrum.

Dennoch: Elektrisiert ist ganz Argentinien durch diesen Superclasico, der erstmals auf Endspiel-Ebene in der Copa Libertadores ausgetragen wird. Was auch die surreal erscheinenden Eintrittspreise erklären mag. Rund 4500 Euro gingen für die teuersten Tickets über den Ladentisch. Die Preiswertesten bekam man für umgerechnet 1000 Euro. Und der Weiterverkauf der Karten auf dem Schwarzmarkt florierte entsprechend.

Javier Pinola
Wichtige Figur im River-Lager: Javier Pinola, einst Publikumsliebling in Nürnberg.
© imago

Wer wird das Rennen machen?

Die Historie spricht für Boca, die Aktualität für River. In den bisher 24 Libertadores-Spielen seit 1966 gewann Boca zehnmal, River nur siebenmal. Boca holte sich die Champions-League-Trophäe Südamerikas sechsmal, River nur dreimal. Die drei Derbys in diesem Jahr gingen jedoch alle an River: 1:0 in einem Testspiel, 2:0 im Supercup und 2:0 in der Liga. "Details werden entscheiden", orakelte Javier Pinola, in der River-Innenverteidigung gesetzt. Ein Detail könnte sein, dass der Ex-Nürnberger mit seinem Team auf den gesperrten Trainer Marcelo Gallardo verzichten muss, weil er im Halbfinale trotz einer bereits gültigen Sperre Kontakt zu seinen Spielern hatte.

Auf diese Spieler kommt es an

Die "Millionarios" von River Plate setzen in der Offensive auf den unberechenbaren Linksaußen Gonzalo Martinez und das 21-jährige Mittelfeldtalent Ezequiel Palacios. Ein Erfolgsgarant der insgesamt erfahrenen Truppe ist auch Torwart Franco Armani, wohingegen Mannschaftskapitän Leonardo Ponzio wegen einer Muskelzerrung ausfällt.

Der amtierende Meister Boca kann in den Endspielen wieder seinen Stürmer Dario Benedetto einsetzen, der monatelang verletzt gefehlt hatte. Er entlastet im Angriff damit den jungen Nationalspieler und WM-Teilnehmer Cristian Pavon. Ebenfalls WM-Erfahrung hat der Kolumbianer Wilmar Barrios, der Chef im Mittelfeld. Wichtigster Mann in der Abwehr ist der robuste Routinier Carlos Izquierdoz. Derzeit keinen Stammplatz hat dagegen Carlos Tevez. Der 34-jährige Altstar ist außer Form und dürfte wohl eher Auftritte als Joker bekommen.

20 Jahre Erholung

Die Blau-Gelben wollen vor ihren 49.000 Fans den Grundstein legen für den Triumph in der Copa Libertadores, die ab 2019 nur noch in einem Finale entschieden wird. "Wir werden den entscheidenden Unterschied mit dem Sieg bei uns machen", sagte Trainer Guillermo Barros Schelotto - und den Vorsprung dann in zwei Wochen im knapp 14 Kilometer nördlich gelegenen Monumental-Stadion verteidigen wollen. Der Druck wird in beiden Spielen immens sein. "Wer verliert, braucht 20 Jahre, um sich davon zu erholen. Es steht viel auf dem Spiel. Zu viel!", schickte Staatspräsident Marci vor den beiden Partien voraus, die in Argentiniens Medien nur noch als die "größten Spiele aller Zeiten" tituliert werden.

aho/sl/dpa/sid

 
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weitere Infos zu Pinola

Vorname:Javier
Nachname:Pinola
Nation: Argentinien
Verein:River Plate
Geboren am:24.02.1983

weitere Infos zu Tevez

Vorname:Carlos
Nachname:Tevez
Nation: Argentinien
Verein:Boca Juniors
Geboren am:05.02.1984


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