Tuchel & Co. beim UEFA-Trainerforum in Nyon

Klub-Trainer: Auswärtstor-Regel soll fallen

Int. Fußball - 05.09. 11:08

Die Auswärtstor-Regel in UEFA-Klubwettbewerben soll auf den Prüfstand: Das ist ein Ergebnis des Treffens europäischer Klub-Trainer am Dienstag im schweizerischen Nyon.

Treffpunkt Nyon: UEFA-Wettbewerbsdirektor Giorgio Marchetti und Thomas Tuchel (re.). © picture-alliance

Die UEFA hatte geladen, und zahlreiche Spitzentrainer wie José Mourinho, Thomas Tuchel als einziger deutscher Vertreter, Julen Lopetegui, Carlo Ancelotti oder auch Arsène Wenger waren gekommen. Ein interessanter Aspekt im Rahmen dieses Austauschs: Nach Ansicht der Trainer sei es heutzutage nicht mehr so schwierig, auswärts ein Tor zu erzielen. "Sie haben sich für eine Überprüfung ausgesprochen und das werden wir tun", sagte UEFA-Wettbewerbsdirektor Giorgio Marchetti nach Ablauf der Gespräche.

Zur Erinnerung: Die Auswärtstor-Regel besagt, das bei einem Gleichstand nach Hin- und Rückspiel das Team weiterkommt, das auswärts mehr Tore erzielt hat. Eingeführt wurde das Ganze im Jahr 1965 im Rahmen des damals noch existierenden Europapokals der Pokalsieger. Ersetzt wurde der Münzwurf bzw. ein Wiederholungsspiel auf neutralem Grund. Seinerzeit sei das Reisen zu den Auswärtsspielen noch eine deutlich größere Herausforderung gewesen, Gästeteams sollten dementsprechend belohnt werden.

Heutzutage, so denken die Trainer, sei diese Regel kontraproduktiv und würde dazu führen, dass Heimteams defensiver agieren, um Gegentore zu vermeiden.

Trainer pro Vereinheitlichung der Transferfenster

Die Teilnehmer in Nyon sprachen sich zudem für eine Vereinheitlichung der Transferfenster aus. "Die Coaches sind der Meinung, dass es ein einheitliches Fenster geben sollte, das sich nicht mit dem Beginn der Wettbewerbe überschneidet", so Marchetti. Zuletzt hatte das Transferfenster in England bereits vor dem Saisonstart Mitte August geschlossen, Italien folgte wenig später ebenfalls vor Ligaauftakt, in Deutschland, Frankreich und Spanien endete der Wechselzeitraum indes erst am 31. August.

Ebenfalls auf der Agenda in Nyon standen am Dienstag der Videobeweis sowie die Möglichkeit der vierten Einwechslung in der Verlängerung, wie sie beispielsweise schon im DFB-Pokal existiert.

aho/dpa

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