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09.08.2018, 09:18

Premier-League-Vorschau, Teil 4

"Hier sage ich euch die Wahrheit - hasst mich!" ManCity im Check

Besser hätte es für Pep Guardiola kaum laufen können, denn: Es gibt noch Steigerungspotenzial! Kann Manchester City in dieser Saison gestoppt werden? Es gibt kaum Gründe, die dafür sprechen.

Pep Guardiola
Geht der Daumen noch höher? Pep Guardiola und ManCity.
© Getty ImagesZoomansicht

Klar, man könnte meinen, alles sei perfekt gewesen. 100 Punkte (Rekord), 19 Zähler Vorsprung (Rekord), 32 Siege (Rekord), 106 Tore (Rekord) und so viel mehr. Manchester City hat unter Pep Guardiola eine Saison für die Ewigkeit gespielt, so schnell macht ihnen die eher keiner nach. Höchstens sie selbst.

Aber perfekt war das Jahr eben trotzdem nicht. Das Viertelfinal-Aus in der Champions League gegen Klopp und Liverpool war schmerzhaft (und ein bisschen irregulär), allerdings verkraftbar - für Guardiola, der inzwischen seit sieben Jahren auf den Henkelpott wartet, hat offiziell die Meisterschaft Priorität, auch jetzt wieder.

Gar nicht einverstanden war der Katalane hingegen mit der FA-Cup-Blamage bei Will Griggs' Wigan Athletic (0:1). Leichtfertig hatte seine Elf beim Zweitligisten die Chance auf einen Titel verspielt, also knöpfte er sie sich hinter verschlossenen Türen vor; nur ein Kamerateam, das die gesamte Saison dokumentiert hat, war dabei. "Natürlich", legte Guardiola dort noch verhalten los, "werde ich euch bis zum letzten Tag eures Lebens in den Pressekonferenzen verteidigen. Aber hier sage ich euch die Wahrheit. Heute habe ich das Verlangen zu gewinnen nicht gesehen. Heute nicht."

"Manche von euch spielen besser, wenn sie wütend auf mich sind"

Dann wurde Pep lauter und fing langsam an zu schreien: "Manche von euch spielen besser, wenn sie wütend auf mich sind. Also wenn ihr mich hasst, hasst mich! Überhaupt kein Problem. Aber: In jedem Training, in jeder einzelnen Trainingseinheit, in jedem einzelnen Spiel müsst ihr bereit sein." Punkt.

Das Streben nach Perfektion treibt Guardiola an, besser als der Wutausbruch belegt das höchstens sein ekstatischer Lauf entlang der Linie am letzten Spieltag in Southampton, als Gabriel Jesus in allerletzter Sekunde zum 1:0 traf und damit die 100-Punkte-Schallmauer durchbrach.

Was bleibt ihm auch? Abgesehen davon, dass Guardiola nur noch der FA Cup in der Titelsammlung fehlt, hat seine Mannschaft in der vergangenen Saison einen Fußball gespielt, der einfach nicht viel besser gespielt werden kann. Eine derartige Dominanz hat es auch zu besten Barça-Zeiten selten gegeben, Peps Ballbesitz-Fußball ist wie geschaffen für eine Ansammlung von extrem guten - und zum Großteil noch sehr jungen - Fußballern. Natürlich darf man bei Transferausgaben jenseits der 300 Millionen Euro eine gewisse Rendite erwarten, die Art und Weise sucht dennoch ihresgleichen.

Jeder hat gewisse Probleme, nur ManCity eigentlich nicht

ManCity scheint der Konkurrenz etwas enteilt, derzeit spricht nicht viel für einen Absturz des Titelverteidigers. Der Supercup - wenn auch gegen ein dezimiertes Chelsea - lieferte den nächsten Vorgeschmack auf das, was ab Sonntag wieder über die Liga rollen könnte. Gegangen ist abgesehen von Yaya Touré niemand, stattdessen hat Guardiola mit reichlich Verzögerung auch noch Wunschspieler Riyad Mahrez (27, Leicester City, knapp 70 Millionen Euro) bekommen. Dass Jorginho dann doch lieber mit seinem Lehrmeister Sarri nach London ging, ist womöglich verkraftbar, weil der 18-jährige Phil Foden im zentralen Mittelfeld noch besser spielt, als Guardiola das erwartet hatte. Dennoch bleibt diese Position die vielleicht einzige, auf der City so etwas wie anfällig sein könnte.

Tabellenrechner Premier League

Wer weiß, was passiert, wenn Liverpool diese Saison nicht nur wieder dreimal gegen City, sondern dann auch in Bournemouth oder gegen Crystal Palace gewinnt. Wenn Chelsea unter Maurizio Sarri das richtige Rezept findet. Wenn José Mourinho das Jammern einstellt und vielleicht zeigt, warum er sich mal "The Special One" getauft hat. Wenn Arsenal unter Unai Emery aufholt. Wenn Tottenham nicht nur schön und erfolgreich, sondern schön und sehr erfolgreich Fußball spielt. Wenn andere Mannschaften beginnen, sich ein Beispiel an Liverpools mutigen City-Matchplänen zu nehmen. Wer weiß.

Guardiola dürfte es wissen, eben das ist der Punkt. Seit 2009 (Manchester United) hat kein Team mehr den Premier-League-Titel verteidigt, doch er selbst macht sich keine Sorgen, auch nur einen Prozentteil an Motivation einzubüßen. "Die Angst, ein Spiel zu verlieren, macht mich hungrig. Ich mag das Gefühl nicht, ein Spiel zu verlieren. Jeder Trainer versucht das zu vermeiden: Du fühlst dich schuldig, du fühlst dich schlecht, dein Privatleben leidet, die Beziehung zu deinen Spielern leidet. Einfach nur diese simple Angst macht mich hungrig." Punkt.


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Mario Krischel

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weitere Infos zu Guardiola

Vorname:Josep
Nachname:Guardiola
Nation: Spanien
Verein:Manchester City

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Vorname:Riyad
Nachname:Mahrez
Nation: Frankreich
  Algerien
Verein:Manchester City
Geboren am:21.02.1991


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