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14.06.2018, 00:25

Samurai Blue peilen mindestens das Achtelfinale an

Wundertüte Japan: Mit Erfahrung zum Erfolg?

Zum sechsten Mal in Folge ist Japan bei einer WM dabei, richtig viel gerissen haben sie bei ihren Teilnahmen bisher allerdings nicht - und das trotz inzwischen fast ausschließlich im Ausland als Stammspieler agierenden Akteuren. In Russland soll es diesmal weiter gehen als bisher.

Endlich ein Erfolgserlebnis: Japans Spieler nach dem Sieg im Test gegen Paraguay.
Endlich ein Erfolgserlebnis: Japans Spieler nach dem Sieg im Test gegen Paraguay.
© imagoZoomansicht

Als am Dienstag der Schlusspfiff ertönte, waren die Mienen der japanischen Nationalspieler auf dem Platz sichtlich aufgehellt. Mit 4:2 hatte das Team von Trainer Akira Nishino eben Paraguay nach 0:1-Rückstand bezwungen - und den ersten Sieg im dritten Versuch unter dem neuen Coach geholt, der nach der Entlassung von Vahid Halilhodzic übernommen hatte. Die so unrühmliche Trennung hallt noch immer nach, der Ex-Coach fühlt sich ob der plötzlichen Trennung ungerecht behandelt, geht gegen den Verband vor und hat ihn daher auf die Symbolsumme von einem Yen (ca. 0,8 Cent) verklagt.

Mit sieben "Deutschen" und Erfahrung zum Erfolg

Unruhe also im Hintergrund, die das Team, das mit Takashi Usami (Fortuna Düsseldorf), Makoto Hasebe (Eintracht Frankfurt), Yuya Osako (1. FC Köln/ ab 1.7. Werder Bremen), Genki Haraguchi (Fortuna Düsseldorf/ ab 1.7. Hannover 96), Gotoku Sakai (Hamburger SV), Shinji Kagawa (Borussia Dortmund) und Yoshinori Muto (1. FSV Mainz 05) sieben Deutschland-Legionäre in seinen Reihen hat, aber wenig tangieren dürfte.

Alle sind voll fokussiert auf das große Turnier, bei dem es die Samurai Blue in der Gruppe H mit Kolumbien, Polen und Senegal zu tun bekommen. Nishino hat für die Endrunde in Russland auf Experimente im Kader verzichtet und vertraut fast ausschließlich auf verdiente Nationalspieler wie Keisuke Honda (CF Pachuca), Shinji Okazaki (Leicester City) und Kagawa. Japans 23er-Kader kann eine Erfahrung von 1035 Länderspielen vorweisen, bei einem hohen Altersdurchschnitt von 28,2 Jahren - das kann sich sehen lassen. In den ersten Spielen funktionierte das Konstrukt allerdings noch überhaupt nicht: 0:2 hieß es gegen Ghana, 0:2 gegen die Schweiz.

Im finalen Test vor der WM in Paraguay machte der neue Coach aber ein paar Dinge anders: Nicht nur baute er die Defensive fast komplett um, er bot auch eine ziemlich offensive Formation auf - und schickte unter anderem Muto auf dem ungewohnten rechten Flügel ins Rennen. Mit dem Ex-Frankfurter Takashi Inui (ab Sommer Betis Sevilla) und Kagawa trumpften besonders zwei ehemalige Teamkollegen (gemeinsam bei Cerezo Osaka von 2008 bis 2010) auf, die schon früher ein gefürchtetes Duo waren. Die beiden erzielten gemeinsam drei der vier Tore. "Wir haben gezeigt, dass wir zusammen eine Waffe sind", sagte Kagawa im Anschluss an den ersten Erfolg im Jahr 2018. Gut möglich, dass Nishino daher gegen Kolumbien zum Auftakt am kommenden Dienstag wieder auf diese "Waffe" setzt.

Hoffen auf das Achtelfinale

Der jüngste Auftritt macht natürlich ein wenig Hoffnung, dass die Mannschaft in diesem Jahr vielleicht doch die schwere Gruppe übersteht und den Sprung ins Achtelfinale schafft - wie bereits 2002 und 2010, wo dort allerdings jeweils Endstation war. In Brasilien vor vier Jahren trauten die Japaner ihrer eigenen Auswahl viel zu, doch diese schied mit nur einem Punkt sang- und klanglos als Gruppenletzter hinter Kolumbien, Griechenland und der Elfenbeinküste aus dem Turnier aus. Wie wird die Mannschaft diesmal abschneiden? Geht es nach den Spielern, so sollte es idealerweise bis ins Viertelfinale gehen. "Das wäre ein Erfolg. Es wird nicht einfach, aber es ist auch nicht unmöglich", sagt Kapitän Hasebe.

Dennoch, es bleibt dabei: Japan, das in der Asien-Qualifikation Saudi-Arabien und Australien hinter sich gelassen hatte, ist eine Wundertüte. Der Knackpunkt wird aller Voraussicht nach die Defensive sein. Denn: Bringt Nippon hinten keine Stabilität rein, dann nützt auch das größte Offensivfeuerwerk von Kagawa und Co. nicht viel.

kid

 

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