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30.10.2017, 17:12

Real-Coach Zidane verharmlost die Situation

Puigdemont twittert: Wie Gironas Sieg zum Politikum wurde

Erstmals seit über zwei Jahrzehnten hat ein Liga-Debütant wieder Real Madrid bezwungen - ein riesiger sportlicher Erfolg für den FC Girona. Umso bedauerlicher, dass der katalanische Regional-Präsident Carles Puigdemont den Triumph für eine politische Aussage missbrauchte.

Im Stadion stand der Sport im Vordergrund: Gironas Fans feiern den Sieg über Real Madrid.
Im Stadion stand der Sport im Vordergrund: Gironas Fans feiern den Sieg über Real Madrid.
© imagoZoomansicht

Normalerweise hat Puigdemont einen Ehrenplatz im Stadion, doch ausgerechnet dieses historische Spiel am Sonntag verpasste der 54-Jährige. Kein Wunder, er hat eigentlich andere Sorgen. Am Samstag hatte ihn die Madrider Zentralregierung wegen seiner Unabhängigkeitspläne für Katalonien abgesetzt.

Puigdemont, wegen Rebellion von einer 30-jährigen Haftstrafe bedroht, setzte dafür aber einen Tweet ab. "Der Sieg von Girona über eine der größten Mannschaften der Welt ist ein Beispiel und eine Referenz für viele Situationen", hieß es. Gemeint war natürlich der Sieg des "Kleinen" über den "Großen", der Katalanen über die Hauptstadt.

Vielleicht muss man es Puigdemont nachsehen, denn Girona ist für ihn in der Tat ein besonderer Ort. Zu Beginn seiner politischen Karriere war er Bürgermeister der Stadt, die auch noch als Separatisten-Hochburg gilt. Und er setzte immerhin noch einen zwinkernden Smiley hinter seine Aussage. Dennoch bleibt ein fader Beigeschmack, wie eigentlich immer, wenn der Sport für zweifelhafte politische Aussagen missbraucht wird. Die Leistung des haushohen Außenseiters, des Fußballklubs aus Girona, sie rückte dadurch (leider) in den Hintergrund.

Dabei hatten die Fans des Aufsteigers wahrlich viel dafür getan, das sportliche Kräftemessen in den Vordergrund zu rücken. Bis auf ein paar wehende Fahnen der Unabhängigkeitsbewegung und einigen dementsprechenden Gesängen blieb die Situation auf den Rängen ruhig. "Jeder, der Girona kennt, wusste, dass nichts passieren wird", sagte Trainer Pablo Machin. Die Menschen würden den Verein oder den Fußball schließlich niemals für politische Zwecke missbrauchen, "die Leute wollen, dass diese Sache endlich zu Ende geht".

Girona hat Pech und siegt trotzdem

Dem Ende des Spiels fieberte auch die Mehrzahl der Fans im Stadion nach gut einer Stunde Spielzeit entgegen. Dabei hatte alles so bitter begonnen: Die Katalanen scheiterten in der 12. Minute am Aluminium, im direkten Gegenzug traf Isco zum 1:0. Es war eine Szene, über die man normalerweise gesagt hätte: Wäre der mal reingegangen, dann hätte Girona wirklich etwas holen können.

Doch es wurde eben keine Schlüsselszene. Girona deckte die Abwehrschwächen, die sich bei Real schon durch die ganze Saison ziehen, eiskalt auf. 36. Minute: Wieder scheitert Girona am Innenpfosten. 54. Minute: Ausgleich durch Stuani. 58. Minute: das 2:1 durch Portu. Über eine halbe Stunde hatten die Madrilenen Zeit, zumindest noch einen Zähler zu retten. Richtig nah dran waren sie nie.

"Das Spiel ist aus", titelte deswegen am Montag die Sportzeitung "Marca" zu den Meisterschaftsaussichten Reals. Und das aus gutem Grund: Bei einem Acht-Punkte-Rückstand nach nur zehn Runden hat Real noch nie den Titel gewinnen können. Mittendrin steht Zinedine Zidane. Unter der Woche als Welttrainer geadelt, steht er nun unter Beschuss. "Es ist der schwierigste Augenblick seiner Ära", hieß es weiter.

So schlecht haben wir nicht gespielt, uns hat etwas Intensität gefehlt.Zinedine Zidane nach dem 1:2 bei Girona

Der Franzose versuchte unterdessen, die "historische Demütigung" ("La Vanguardia") zu erklären, tat sich mit seinen Ausführungen aber keinen Gefallen. "So schlecht haben wir nicht gespielt, uns hat etwas Intensität gefehlt", verharmloste er den Auftritt. "Früher oder später werden sich die Verhältnisse wieder umkehren", sagte der Franzose, "ich bin nicht besorgt." Seine Spieler schätzten die Lage realistischer ein. "Wir müssen besser spielen und auch mehr arbeiten", sagte Casemiro. Und Isco, noch der Beste bei Real, ergänzte: "Das ist ein dunkler Tag. Wenn wir Titel gewinnen wollen, darf uns so etwas nicht passieren."

Ganz anders die Stimmung bei Girona: "Wir sind während des Spiels gewachsen und haben irgendwann an die Chance geglaubt", sagte Coach Marchin und sprach von "zwei brillanten Fußball-Stunden". Dass er das Wort 'Fußball' in den Satz einbaute, dürfte kein Zufall gewesen sein.

las

 
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Pl. VereinTorePkte.
1FC Barcelona28:328
 
2FC Valencia27:1124
 
3Real Madrid19:920
 
4Atletico Madrid15:620
 
5FC Sevilla11:919
 
6FC Villarreal16:1117
 
7CD Leganes9:517
 
8Real Betis Sevilla19:1816
 
9Real Sociedad San Sebastian21:2014
 
10Espanyol Barcelona9:1213
 
11FC Getafe13:1112
 
12UD Levante11:1312
 
13FC Girona11:1512
 
14Celta Vigo19:1611
 
15Athletic Bilbao10:1211
 
16Deportivo La Coruna13:1911
 
17SD Eibar5:228
 
18UD Las Palmas8:256
 
19FC Malaga6:214
 
20Deportivo Alaves4:163

weitere Infos zu Zidane

Vorname:Zinedine
Nachname:Zidane
Nation: Frankreich
Verein:Real Madrid


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