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28.10.2017, 21:25

Wagners Huddersfield schlägt sich tapfer in Liverpool

Große Erleichterung - Klopp: "Wie Weihnachten"

Ein wenig auf die Folter gespannt wurden sie schon, die Liverpool-Fans. Nach einem Raunen zur Pause gab es an diesem Samstag aber doch Grund zum Jubeln für das zuletzt hart kritisierte Team von Jürgen Klopp und dessen Anhänger an der Anfield Road. Mit 3:0 (0:0) schlugen die Reds die tapfer und lange Zeit effektiv verteidigende Mannschaft von Klopps Trauzeuge David Wagner. In der Analyse waren sich die Freunde einig.


Aus Liverpool berichtet Carsten Schröter

Beste Freunde, am Samstag aber 90 Minuten Konkurrenten: David Wagner und Jürgen Klopp.
Beste Freunde, am Samstag aber 90 Minuten Konkurrenten: David Wagner und Jürgen Klopp.
© imagoZoomansicht

Nach dem Schlusspfiff gab es eine innige Umarmung zwischen den beiden früheren Mainz-05-Spielern, Klopp drückte Wagner gar noch einen Kuss auf die Wange. Dann herzte der Liverpool-Coach Chris Löwe, seinen ehemaligen Spieler aus BVB-Zeiten, bevor er sich bei den Zuschauern bedankte und Applaus erntete. Balsam auf die Seele des 50-Jährigen, der mit seinem Team nach dem 1:4 bei Tottenham im Kreuzfeuer der Kritik gestanden hatte.

"Natürlich hatten wir nicht die beste Woche. Wir nehmen die Situation sehr ernst, das ist wichtig. Das in Tottenham war das schlechteste Spiel der Saison und das kannst du nicht ignorieren, aber es kann passieren", schilderte Klopp nochmals die schwierige Ausgangslage, die man seinen Spielern zu Beginn der Partie anmerkte. Nervosität in den Aktionen war spürbar. Gerade die zuletzt so schwache Defensive stand besonders im Fokus.

Und dennoch setzte Klopp auf denselben Abwehrverbund wie bei der Abfuhr in London. "Ich dachte, es macht Sinn. Das war der einzige Grund. Wenn etwas nicht funktioniert, kannst du alles ändern oder das beibehalten, was du zuvor getan hast. Ich werde nicht nach nur einer sehr schlechten Leistung wechseln", erklärte Klopp, der aber kurz vor Spielbeginn von seinem Plan abweichen musste. Dejan Lovren, für viele Beobachter ein beliebter Sündenbock beim LFC, verletzte sich bei der letzten Passübung des Aufwärmens (Leistenbeschwerden). So kam der Ex-Augsburger Ragnar Klavan zu seinem vierten Saisoneinsatz in der Innenverteidigung. "Er hat ein bisschen gebraucht, um ins Spiel zu finden. Aber wir wussten es erst zwei Minuten vor Anpfiff. Als Reservist rechnest du nicht damit, in der nächsten Sekunde zu starten. Am Ende hat er es sehr gut gemacht, das ist eine gute Nachricht", lobte Klopp. Klavan und Co. wurden von einem offensiv fast völlig harmlosen Gegner allerdings auch kaum gefordert.

Klopp: "Nicht schwer, in der Halbzeit zu korrigieren"

Wagners Team agierte nachvollziehbarerweise sehr defensiv, wechselte gegen den Ball flexibel zwischen einem 4-5-1 und einer 5-4-1-Formation, schloss die Räume entschlossen und effektiv, war giftig und präsent in den Zweikämpfen. Liverpool versuchte meistens mit hohen Bällen hinter die erste Linie gefährlich zu werden - ein durchschaubarer und lange erfolgloser Ansatz. "Wir waren ein bisschen steif und spielten nicht flüssig zu Beginn. Wir wollten natürlich Konter vermeiden, brauchten aber keine sieben Mann hinter dem Ball, daher war es nicht schwer, das in der Halbzeit zu korrigieren. Danach hatten wir mehr Spieler zwischen den entscheidenden Linien und für Huddersfield war es schwieriger", analysierte Klopp.

Da hielt noch die Null: Huddersfields Keeper Lössl pariert einen Elfmeter von Salah.
Da hielt noch die Null: Huddersfields Keeper Lössl pariert einen Elfmeter von Salah.
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Nachdem Mohamed Salah in der ersten Hälfte mit einem umstrittenen Elfmeter an Jonas Lössl gescheitert war, benötigten die Reds Hilfe vom Gegner für den Dosenöffner. Huddersfields Rechtsverteidiger Tommy Smith köpfte einen unpräzisen langen Ball von Alberto Moreno unglücklich in den Strafraum vor die Füße von Daniel Sturridge, der die Einladung mit einem sehenswerten Lupfer eiskalt annahm. "Klar war der Gegner beteiligt, aber wir haben die Situation erzwungen", erklärte Klopp, der erst nach dem 2:0 durch Roberto Firmino nach einer Ecke so richtig aufatmete: "Das fühlte sich an wie Weihnachten. Wir hatten weitere gute Standards und das dritte Tor war gut herausgespielt. Insgesamt ist es eine große Erleichterung. Der Druck war da. Ich konnte ihn hören, die Leute mochten die erste Hälfte nicht. Jetzt haben wir aber drei Punkte, drei Tore mehr und kein Gegentor, das fühlt sich gut an."

Auch Wagner, der nach dem Spiel vom lautstarken, mitgereisten Anhang gefeiert wurde, konnte mit dem Ergebnis leben: "Am Ende ist es gerecht. Bis zum ersten Gegentor standen wir defensiv aber sehr gut, haben Liverpool neutralisiert. Ich habe Anfield selten so still erlebt und ich war zuletzt häufig hier. Nach dem 0:1 war es für uns dann schwer, die langen Bälle zu verteidigen." Der deutsche Abwehrchef Christopher Schindler pflichtete seinem Coach bei: "In der ersten Hälfte ist unser Plan gut aufgegangen, aber gegen so einen Gegner musst du auswärts einfach die Null halten, um etwas zu holen."

Wagner: Wir können gegen Topteams gut verteidigen

Besonders mit dem Einsatz und der Einstellung seiner Schützlinge zeigte sich der Terriers-Coach dennoch zufrieden. "Wir hatten zwar heute keine gute Torchance, aber wenn du lange die Null hältst, bekommst du meistens welche. Wir haben wieder gesehen, dass wir gegen die Topteams gut verteidigen können. Und gegen Manchester United haben wir gemerkt, dass wir punkten und sogar gewinnen können, wenn wir in 90 Minuten alles richtig machen. Das war diesmal nicht so, aber wir freuen uns, nächste Woche wieder zu Hause spielen zu können", lautete Wagners Fazit.

Liverpool hat elf von 16 Punkten zu Hause geholt, daran kann man sich orientieren.David Wagner

Gegen West Brom will der Sensationsaufsteiger seinen guten Saisonstart fortsetzen. In Sachen Heimstärke hat Wagner ein klares Vorbild: "Liverpool hat elf von 16 Punkten zu Hause geholt, daran kann man sich orientieren."

Gelegenheit zu genaueren Nachfragen bei Klopp gab es gleich am Samstagabend, den die beiden befreundeten Familien zusammen verbrachten. Wagners Frau, seine jüngste Tochter, die Schwiegereltern und eine Freundin der Familie waren zur Unterstützung mit im Stadion.

Aber wie fühlte es sich eigentlich an, das erste Pflichtspielduell? "Während des Spiels war es völlig normal, nur davor und danach ein wenig seltsam", meinte Wagner. In trauter Runde wird das merkwürdige Gefühl aber sicher schnell wieder verschwunden sein.

 

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