Zur Loginbox springen Zur Navigation springen Zum Inhalt springen
21.04.2017, 17:07

Trainer über Liverpools Saisonverlauf

Klopps gewagte These: Warum Liverpool nicht titelreif war

Wäre der FC Liverpool ohne Verletzungsprobleme ein echter Titelkandidat in dieser Premier-League-Saison gewesen? Diese These stellte Jürgen Klopp vor dem 34. Spieltag auf - und sie ist durchaus gewagt.

Jürgen Klopp
Die Verletzungssorgen begleiten ihn, seit er in England ist: Liverpools Trainer Jürgen Klopp.
© picture allianceZoomansicht

Seit 2009 qualifizierte sich der FC Liverpool, der Titelträger von 2005, nur einmal für die Champions League, landete in England ansonsten irgendwo zwischen Platz sechs und acht. Insofern ist es ein großer Erfolg für Jürgen Klopp, dass er seine Reds aktuell zielsicher auf Champions-League-Kurs hält, mit schon jetzt sechs Punkten mehr als in der gesamten Vorsaison. Oder wäre sogar noch mehr möglich gewesen?

Am elften Spieltag war Liverpool das einzige Mal Tabellenführer, das war Anfang November. Was fehlte, um sich dort oben zu halten? "Ich denke, da stimmen wir alle zu", erklärte Klopp vor dem Heimspiel gegen Crystal Palace (Sonntag, 17.30 Uhr) nun: "Wenn wir unsere ersten zwölf, 13 Spieler in der ganzen Saison zur Verfügung gehabt hätten, wäre es nicht unwahrscheinlich gewesen, dass es funktioniert hätte - wir sind nur sechs, sieben, acht Punkte von der sehr interessanten Tabellenregion entfernt."

Es stimmt schon: Mit Sadio Mané, Adam Lallana und Jordan Henderson muss Klopp gerade drei Schlüsselspieler ersetzen, Mané fehlte schon während des Afrika-Cups. Philippe Coutinho musste einige Wochen am Stück passen, Joel Matip immer mal wieder. Und Spitzenreiter Chelsea, das impliziert Klopps These ja, hatte genau diese Masse an Verletzten zu keinem Zeitpunkt in dieser Saison.

Nicht Chelsea ist dieses Jahr der Maßstab, sondern Tottenham

Andererseits: Tottenham, Chelseas letzter verbliebener Herausforderer, hatte mindestens genauso viele Verletzungsprobleme wie Liverpool; die Defensivreihe fiel in der Vorrunde kurzzeitig komplett aus, Torjäger Harry Kane zweimal für längere Zeit. Die Frage ist also vielleicht weniger, was Chelsea und Liverpool in dieser Saison trennt, sondern was Tottenham und Liverpool.

Tabellenrechner Premier League

Spurs-Trainer Mauricio Pochettino hat über Jahre eine Spielweise entwickelt, die zu seinen Spielern passt und die vor allem gegen Mannschaften aller Couleur zu funktionieren scheint - während Liverpool reihenweise gegen die vermeintlich Kleinen der Liga, die tiefstehenden, auf Fehler lauernden Mannschaften zu patzen beliebt, selbst in Bestbesetzung. Klopps Fußball lässt sich leichter begegnen als Pochettinos, so zumindest der Eindruck der letzten Monate. Und Tottenham hatte nebenbei noch die Champions-League-Belastung zu bewältigen.

Trägt sein Fußball eine Mitschuld an den Verletzungen? Klopp widerspricht

Die Verletzungsprobleme kamen Liverpool natürlich in die Quere, doch selbst Klopp wird nicht erwartet haben, dass seine zwölf, 13 Stammspieler durchweg verletzungsfrei bleiben würden. Was Chelsea in dieser Saison - und Leicester in der vorigen - widerfuhr, ist wohl eher Ausnahme als Regel. Und Manés Absenz im Januar war genauso schon im Sommer bekannt wie Daniel Sturridges stete Anfälligkeit.

Dass sein Training und sein intensiver Fußball etwas mit der abermaligen Verletzungsflut zu tun hat, verneint Klopp indes wie schon in der weitaus strapaziöseren Vorsaison ("Training? Wir regenerieren nur") vehement. Diesmal spricht er von "unterschiedlichen Ursachen" für die Ausfälle. "Wir hatten nicht viele Muskelverletzungen, die immer ein Zeichen von Intensität sind."

Was fehlt Liverpool also tatsächlich, um ein waschechter Titelkandidat zu sein? Neben einem besser funktionierenden spielerischen Plan B sind es wohl schlicht ein paar Prozente Qualität, in Spitze und Breite. Mal unabhängig davon, ob Klopp im Sommer zu wenig auf dem Transfermarkt wagte oder nicht: Aus der jetzigen Mannschaft, die gerade beide Manchester-Klubs und Arsenal auf Distanz hält, hat er eine Menge gemacht.

jpe

Chelsea und Tottenham dominieren
Ein "Red" dabei: Englands Team des Jahres
Sadio Mané, Dele Alli, N'golo Kanté und David de Gea
Das PFA Team of the Year

Die üblichen Verdächtigen der Premier League gingen im von der Spielergewerkschaft PFA gewählten "Team des Jahres" beim letzten Mal ziemlich leer aus. Und diesmal? Während zwei Teams zusammen gleich acht Spieler stellen, sind Manchester City und der FC Arsenal überhaupt nicht vertreten. Englands Team des Jahres zum Durchklicken...
© imago (2)/Getty Images (2)

vorheriges Bild nächstes Bild
 
Seite versenden
zum Thema

Premier League - Tabelle

Pl. VereinTorePkte.
1FC Chelsea69:2978
 
2Tottenham Hotspur69:2274
 
3FC Liverpool70:4266
 
4Manchester City63:3564
 
5Manchester United50:2463
 
6FC Arsenal64:4060
 
7FC Everton60:3758
 
8West Bromwich Albion39:4244
 
9FC Southampton39:4440
 
10FC Watford37:5440
 
11Stoke City37:5039
 
12Crystal Palace46:5438
 
13AFC Bournemouth49:6338
 
14West Ham United44:5938
 
15Leicester City41:5437
 
16FC Burnley33:4936
 
17Hull City36:6733
 
18Swansea City39:6831
 
19FC Middlesbrough24:4327
 
20AFC Sunderland26:5921

DIE GANZE WELT DER KICKER APPS!
Informieren Sie sich über unser vielfältiges App Angebot:
Smart TV Tippspiel kicker MeinVerein FußballQuiz eMagazine