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05.04.2016, 22:52

Rekordmeister steigt auf - Skandal aber längst nicht vergessen

Die Rangers sind zurück - nicht jeder freut sich

Die Glasgow Rangers sind zurück in der schottischen Premier League. Durch einen 1:0-Erfolg gegen Dumbarton sicherte sich der Rekordmeister vier Spieltage vor Schluss vorzeitig den Aufstieg ins Oberhaus - nach vierjähriger Ochsentour durch die unteren Ligen. Dass bald wieder das "Old Firm"-Derby gegen Stadtrivale Celtic ansteht, ist für die Liga sicher ein Gewinn. Die Umstände rund um die Aufarbeitung des Skandals von 2012 hinterlassen aber einen mehr als faden Beigeschmack.

James Tavernier
Erzielte den Treffer zum Aufstieg: James Tavernier von den Glasgow Rangers.
© Getty ImagesZoomansicht

Die Rangers hatten eine Vielzahl von Chancen, doch am Ende war der eine Treffer von James Tavernier ausreichend, um die drei Zähler einzufahren. Der Traditionsverein hat nun 17 Zähler Vorsprung und ist damit von den Verfolgern Falkirk und Hibernian nicht mehr einzuholen.

In der ersten Halbzeit entnervten die Gäste aus Dumbarton die Mannschaft von Rangers-Trainer Mark Warburton mit einer resoluten Defensivtaktik. Zu Beginn des zweiten Abschnitts war der Riegel aber entscheidend geknackt, als Forrester mit einem klugen Pass Holt auf die Reise schickte und dessen Hereingabe konnte Tavernier gekonnt veredeln.

"The Rangers are back", sangen die Fans im Ibrox Park schon seit einiger Zeit. Wenn man es ganz genau nimmt, stimmt das aber nicht. Denn den Verein, der 54 Meistertitel gewann (Weltrekord!), gibt es seit 2012 schließlich nicht mehr. Nach jahrelanger Misswirtschaft und vorsätzlichem Steuerbetrug hatte der Klub vor vier Jahren Insolvenz angemeldet, die Betreibergesellschaft wurde liquidiert.

Skandalöse Umstände beim Neuanfang

Der Neuanfang geriet aus mehreren Gründen skandalös: Zum einen durfte die Nachfolgefirma "The Rangers Football Club Limited" von allen Lasten befreit in der 4. Liga neu anfangen und musste nicht, wie für neue Klubs eigentlich vorgesehen, ganz unten in der Siebtklassigkeit starten. Zum anderen - und das ist der viel größere Aufreger - wurde von den 167 Millionen Euro Schulden bis heute kein Penny zurückgezahlt!

Alleine für Steuern und Sozialabgaben stehen noch 116 Millionen Euro aus. Konsequent eingetrieben wird das Geld von den Finanzbehörden aber nicht. Andere Pleiteklubs wie Dundee United, Motherwell oder Heart of Midlothian hingegen wurden resolut zur Kasse gebeten.

Hinzu kommt: Die Sahnestücke aus der Konkursmasse (Stadion und Trainingsgelände) kaufte der Engländer Charles Green, anfänglich Vorsitzender der neuen Gesellschaft, zu einem Spottpreis.

Ibrox Park
Filetstück zum Spottpreis: Der Ibrox Park wurde für wenig Geld wieder in die neue Gesellschaft eingegliedert.
© Getty Images

Ordentliche Rückzahlungen verlangt der Staat nur von früheren Trainern und Spielern. 80 von ihnen (darunter auch Stefan Klos und Christian Nerlinger) waren zwischen 2001 und 2010 mit einem undurchsichtigen Darlehensmodell über eine Offshore-Firma entlohnt worden. Ohne Steuerzahlungen.

Am 17. April steht wieder das "Old-Firm"-Duell gegen Celtic an

Nachdem der Aufstieg nun geschafft ist, freuen sich die Rangers auf den 17. April: Dann steht im Pokal-Halbfinale das Duell mit Celtic an. Dass künftig wieder regelmäßig "Old-Firm"-Derbys anstehen, dürfte die Attraktivität nach Jahren der Celtic-Dominanz zweifellos wieder steigern. Die eigenen Fans blieben den Rangers ohnehin treu (34.307 Dauerkarten in Liga 2). Bis neutrale Beobachter dem Rückkehrer wieder gewogen sind, dürfte angesichts des Ärgers über die Umstände aber noch einige Zeit vergehen.

Phil Gordon/gru/ski

Der Rekordmeister ist zurück
So feiern die Glasgow Rangers den Aufstieg
So feiern die Glasgow Rangers den Aufstieg
So feiern die Glasgow Rangers den Aufstieg

Die Glasgow Rangers sind zurück in der schottischen Premier League! Nach dem Aufstieg verstand Rangers-Kapitän Lee Wallace sein eigenes Wort nicht mehr. "Hört euch das an, das sind die besten Fans der Welt", schrie er ins Mikrofon und versuchte die Gesänge der 48.568 Fans im Ibrox Stadium zu übertönen. So feierten die Glasgow Rangers...
© Getty Images/picture alliance

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