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16.03.2016, 11:49

Infantino: "Dieses Geld gehört dem Fußball"

FIFA will Schadenersatz in dreistelliger Millionenhöhe

Die FIFA fordert Geld von den 41 in den USA Angeklagten zurück. Die ermittelnden Behörden haben bereits 290 Millionen US-Dollar eingefroren oder eingezogen. Möglicherweise kommt auch der "Beruhigungsvertrag" des deutschen WM-Organisationskomitees mit dem notorisch korrupten Jack Warner auf den Tisch.

FIFA-Präsident Gianni Infantino
FIFA-Präsident Gianni Infantino
© Getty ImagesZoomansicht

Jeffrey Webb steht seit fast einem Jahr unter Hausarrest - gegen 10 Millionen US-Dollar Kaution. Der ehemalige Vizepräsident des Weltverbandes ist geständig in der Klage der USA gegen ihn und 40 weitere Mitverschwörer, dürfte längst Kronzeuge des FBI sein. Im Häuschen der Webbs in Loganville im US-Bundesstaat Atlanta scheint es Jeffrey nicht schlecht zu gehen. Zum 40. Geburtstag der Frau Gemahlin feierte man mit Freunden eine mondäne Party im 20er-Jahre-Stil mit Champagner und Black Jack. Davon zeugen Facebook-Fotos der Gäste und Medienberichte aus Webbs Heimat, den Kaimaninseln. Bald könnte Schluss mit der Sause sein.

Denn die FIFA hat ein "Restitution Request" bei der in den USA zuständigen Staatsanwaltschaft eingereicht, also eine Art Schadenersatzforderung. Basis dafür ist der "Mandatory Restitution to Victims Act", ein US-Gesetz aus dem Jahr 1996.

Spesenpool wurde reichlich in Anspruch genommen

Im laufenden Verfahren sind derzeit über 100 Mio. US-Dollar eingefroren und weitere 190 Mio. bereits von den Konten der Angeklagten eingezogen. Entschädigt werden sollen damit die FIFA sowie die betroffenen Konföderationen und Nationalverbände. Zudem sieht sich die FIFA berechtigt, Summen in Höhe von 28,2 Mio. US-Dollar für Aufwandsentschädigungen, Tagegelder und Reisekosten zurückzufordern. "Der Betrag dürfte sich noch erhöhen, da die Ermittlungen andauern", sagt eine Quelle, die der von der US-Kanzlei Quinn Emanuel Urquhart & Sullivan unterstützten FIFA-Rechtsabteilung nahesteht. Allein aus dem Spesenpool haben sich die ehemaligen Offiziellen großzügig bedient: Laut interner Berechnungen werden beim geständigen Kronzeugen Chuck Blazer (USA) 5,4 Mio. fällig, bei Rafael Salguero (Guatemala) 5,1 Mio., bei Ricardo Teixeira (Brasilien) 3,5 Mio., bei Nicolas Leoz (Paraguay) 3,25 Mio. und bei Webb 2 Mio. - alles ehemalige Mitglieder der Exekutive.

Kommt "Beruhigungsvertrag" mit Warner auf den Tisch?

Ein beträchtlicher Batzen fällt mit 4,5 Mio. US-Dollar auch beim einstigen FIFA-Vizepräsidenten Jack Warner (Trinidad und Tobago) an. Der ist aber weder geständig noch in US-Gewahrsam und geht in seiner Heimat juristisch gegen den US-Auslieferungsantrag vor. Wie also kann die FIFA hier fordern? "Wir gehen davon aus, dass er überführt wird", sagt die Quelle. Möglicherweise kommt im Zuge der US-Ermittlungen auch der "Beruhigungsvertrag" (WM-Strippenzieher Fedor Radmann), den die deutschen WM-Macher um Franz Beckenbauer 2000 mit Warner geschnürt hatten, noch auf den Tisch. Denn mindestens eine Zahlung des deutschen Organisationskomitees lief über ein Konto, das auch in der US-Anklage auftaucht. Über dieses wurde mindestens eine Rückzahlung für Karten abgewickelt, die dem Nationalverband von Trinidad und Tobago zugestanden hätte, jedoch leicht als Warners persönliches Konto hätte identifiziert werden können (der kicker berichtete exklusiv).

1998 und 2010 war Korruption im Spiel

In ihrem Schreiben an die US-Justiz erkennt die FIFA zudem erstmals an, dass bei den Vergaben der Weltmeisterschaften 1998 (Frankreich) und 2010 (Südafrika) Korruption im Spiel war. Für das 1998er-Turnier hat Warner für seine Stimme an Marokko Bestechungsgelder erhalten. Südafrika bezahlte für "seine" WM 10 Millionen US-Dollar an Warner, Blazer und ein drittes Mitglied der FIFA-Exekutive, heißt es in dem Antrag.

Das Geld, mit dem sich diese Leute ihre Taschen gefüllt haben, gehört dem Fußball und der Entwicklung des Fußballs weltweit.FIFA-Präsident Gianni Infantino

Weitere Summen könnte der Weltverband aus dem Imageverlust generieren, den die 41 Angeklagten zu verantworten hätten. Auch die seit der ersten Verhaftungswelle von ehemaligen Funktionären Ende Mai 2015 in Zürich in die Höhe geschossenen Anwaltskosten sollen die mutmaßlich Korrupten begleichen. Von einem Honorar von rund 10 Mio. US-Dollar im Monat sprechen Insider. In etwa diese Summe dürfte der FIFA-Finanzbericht bestätigen, der am Donnerstag veröffentlicht werden soll. "Das Geld, mit dem sich diese Leute ihre Taschen gefüllt haben, gehört dem Fußball und der Entwicklung des Fußballs weltweit", wird der neu gewählte FIFA-Präsident Gianni Infantino in einer Pressemitteilung zitiert.

"Nicht nur wir sehen uns als Opfer, sondern auch die US-Justiz", sagt die Quelle. Ein entscheidender Satz. Denn nur diesem "Opferstatus" ist es wohl zu verdanken, dass der Weltverband selbst nicht zerschlagen wird. Zwar erkennen FBI und Co. durchaus mafiöse Strukturen, das betonte US-Justizministerin Loretta Lynch bei mehreren Pressekonferenzen. Doch offenbar gehen die Ermittler von Fehlverhalten der Angeklagten aus. Dass dafür nachweislich Strukturen der FIFA genutzt wurden wie zum Beispiel Konten, ist aber auch Teil der Wahrheit.

Die bereits geständigen Angeklagten Webb, Blazer, Daryan Warner (Sohn von Jack Warner) und der Rechtehändler Jose Hawilla haben gegenüber der US-Justiz bereits Entschädigungen zugestimmt und das Geld den dortigen Behörden zugänglich gemacht. Von Blazer kommen mindestens 1,96 Mio., von Warner mehr als 1,2 Mio. und von Hawilla für die unrechtmäßige Vergabe diverser Rechte an Turnieren im mittel- und südamerikanischen Raum satte 152 Mio. US-Dollar. Webb zahlt über 6,7 Mio. US-Dollar. Das Budget für den nächsten runden Geburtstag der Gemahlin dürfte damit erheblich schrumpfen.

Benni Hofmann

16.03.16
 

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