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26.02.2016, 13:55

FIFA-Wahl: Sexwale zieht zurück

Foltervorwürfe? Darüber spricht Salman nicht

Vor der Zürcher Messehalle demonstrieren rund 20 Aktivisten lauthals gegen Scheich Salman bin Ibrahim Al-Khalifa und dessen kolportierte Verstrickungen in die gewaltsame Niederschlagung der Demokratieproteste in Bahrain 2011. Währenddessen halten drin die fünf FIFA-Präsidentschaftskandidaten, die durch die Bank die am Vormittag verabschiedeten Reformen loben, ihre 15-minütigen Plädoyers vor Beginn des Wahlprozederes. Ihre Kernaussagen.

Schweigt zu Vorwürfen: Ali bin al-Hussein.
Schweigt zu Vorwürfen: Ali bin al-Hussein.
© Getty ImagesZoomansicht

Ali bin al-Hussein (Jordanien): "Sie tragen auf ihren Schultern die Hoffnung und Verantwortung aller am Spiel beteiligten", erinnert der Prinz die Delegierten zu Beginn. Danach findet er klarere Worte: "Die FIFA ist gescheitert." Der 40-Jährige erinnert an die Ermittlungen in den USA und der Schweiz. "Unter meiner Führung wird die FIFA das Beste der Vergangenheit weiterführen und das Schlechte hinter sich lassen." Ali kündigt nochmals externe Integritätshüter unter Führung des ehemaligen UNO-Generalsekretär Kofi Annan. Das Ziel des Jordaniers: Die FIFA wieder stärker auf ihre Kernaufgabe als Dienstleister zu fokussieren. "Es wird keine versteckte Agenda geben."

Salman bin Ibrahim Al-Khalifa (Bahrain): Der Scheich verweist auf Reformen der vergangenen Jahre in der asiatischen Konföderation AFC, der er vorsitzt. "Die Reformen der FIFA jetzt sind nur ein erster Schritt. Es gibt noch viel zu tun", erklärt Salman. Dann spricht er die Finanzen und das erwartete 550-Millionen-Dollar-Loch in der aktuellen Vier-Jahres-Periode an: "Es geht ums Überleben der FIFA." Man werde über die WM sprechen. "Sollen es weiter 32 Teams sein, soll man aufstocken auf 40?" Jeder müsse in solche Entscheidungen einbezogen werden - Spieler, Klubs, Gremien der Verbände. Zu den seit Monaten kolportierten Foltervorwürfen, die Salman immer wieder von seinen Anwälten dementieren lässt, aber nie schlüssig entkräften konnte, verliert der 54-Jährige kein Wort.

Jerome Champagne (Frankreich): Der einstige Vertraute des suspendierten Präsidenten Sepp Blatter mahnt, dass (finanzielle) Probleme kleiner Klubs und Nationen zu wenig im Fokus stehen. "Wie überall gibt es auf im Fußball Ungleichheiten. Der Kongo als Land hat genauso viele Kunstrasenplätze wie beispielsweise Zürich." Was man heute im süd- und mittelamerikanischen Fußball sehe - Champagne meint damit offenbar die ausgeuferte Korruption - habe es auch vor 20 Jahren in Europa gegeben. Blatter und dessen Vorgänger Joao Havelange hätten verstanden, dass der Fußball nicht unizentrisch werden dürfe, also nicht auf Europa konzentriert. Eine WM mit 40 Mannschaften? "Wir müssen an die Konsequenzen denken. Der Spielplan ist jetzt schon überfüllt." Der 57-Jährige will die Ausgaben für das Entwicklungsprogramm FAP verdoppeln, dieses Geld aber ausschließlich den 100 am schlechtesten entwickelten Nationalverbänden zur Verfügung stellen. Der ehemalige FIFA-Vize-Generalsekretär: "Stimmen Sie für den unabhängigen Kandidaten!"

Gianni Infantino (Schweiz): Polyglott - in Italienisch, Deutsch, Französisch, Spanisch, Englisch - weist der UEFA-Generalsekretär eingangs auf seine internationalen Wurzeln hin. "Für mich kam nie in Frage, sich zu verstecken", sagt Infantino. Fußballentwicklung ist das Schlagwort des Wallisers, der die jährlichen Zahlungen an die Landesverbände auf fünf Millionen US-Dollar erhöhen will. "Wir müssen den Fußball unterschiedlich entwickeln, ob beispielsweise in den USA oder Montserrat." Er verschaffe sich stets den Blick vor Ort. Quintessenz: Der 45-Jährige spiegelt Eindrücke seiner Wahlkampfreise wieder, lobt die einzelnen Konföderationen, nennt kurz deren Probleme und Begehrlichkeiten. "Europa muss noch viel mehr für den Fußball weltweit tun", sagt Infantino. Dies will der Italo-Schweizer mit Wissens- und Personaltransfer erreichen - und Geld. "Das Geld der FIFA muss der Entwicklung des Fußballs dienen." Auf die Erhöhung der WM-Teilnehmerzahl auf 40 geht Infantino nicht ein.

Tokyo Sexwale (Südafrika): "Vielleicht will mancher, dass ich mich zurückziehe", sagt Sexwale, von Franz Beckenbauer kurz vor Beginn der Affäre um die WM-Vergabe 2006 in den Ring gestoßen. "Aber ich ziehe mich nicht zurück, denn ich habe eine Botschaft." Es tue ihm leid, was mit Blatter und den anderen (Verhafteten, Anm. d. Red.) passiert sei. "Ich hoffe, dass sie ihre Probleme lösen können und wir sie irgendwann in der Fußballfamilie zurückbegrüßen dürfen." Diese Familie wieder geradezurücken sei seine Mission. Der 62-Jährige fordert unter anderem, die Anti-Rassismus-Kommission als dauerhafte Instanz statt wie zuletzt ad-hoc zu etablieren. Die Integrität der FIFA hat Schaden genommen. "Ich verlange, dass wir ein internationales Aufsichtsgremium und ein Beratergremium aus unabhängigen Persönlichkeiten haben, die darüber bestimmen, wie die FIFA geführt wird." Die FIFA werde angegriffen. "Wir müssen den Saal als geeinte Fußballfamilie verlassen." Dann zieht Sexwale seine Kandidatur zurück - um die Einigkeit nicht zu gefährden. "Ich werde dem neuen Präsidenten dienen."

Benni Hofmann

26.02.16
 

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