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18.02.2016, 15:35

Antonio Conte als prominentester Beschuldigter

Spielmanipulation in Italien: Vorverhandlung beginnt

Fünf Jahre nach Beginn der Ermittlungen der Ziviljustiz in Zusammenhang mit Manipulationen im italienischen Fußball hat am Donnerstag in Cremona die Vorverhandlung im Prozess begonnen. Ein Untersuchungsrichter muss entscheiden, welche der 115 Angeklagten sich vor Gericht verantworten müssen. Unter anderem droht Antonio Conte, derzeitiger Trainer der italienischen Nationalmannschaft, ein Prozess.

Antonio Conte
Bekanntestes Gesicht unter den Beschuldigten: Italiens aktueller Nationaltrainer Antonio Conte.
© imagoZoomansicht

110 Personen haben sich als Nebenkläger des Verfahrens angekündigt. Wegen des starken Andrangs von Angeklagten und Rechtsanwälten fand die Vorverhandlungen in drei verschiedenen Gerichtssälen statt, die per Videokonferenz verbunden waren.

Conte, einer von vielen populären Beschuldigten, ließ sich in Cremona von seinen Rechtsanwälten vertreten. "Wir hoffen, dass Conte so rasch wie möglich entlastet wird. Unser Mandant ist ruhig, er hofft jedoch, dass diese Geschichte so bald wie möglich zu Ende geht, denn der Imageschaden ist für ihn groß", sagte Contes Rechtsanwalt Francesco Arata. Im Fokus stehen mehrere Partien in Contes Zeit als Trainer beim AC Siena von 2010 bis 2011, bei denen er Manipulationen nicht gemeldet haben soll. Conte will im Wettskandal möglicherweise einen verkürzten Prozess beantragen, schließlich steht die EURO 2016 (10. Juni bis 10. Juli) vor der Tür. Der 46-Jährige war bereits vor einigen Jahren wegen Ergebnisabsprachen für mehrere Monate gesperrt worden, hatte die Vorwürfe jedoch bestritten.

Mauri, Doni, Signori und Colantuono im Fokus

Zu den Angeklagten zählt auch Miroslav Kloses Teamkollege bei Lazio Rom, Stefano Mauri, der ebenfalls nicht an der Vorverhandlung teilnahm, sowie der ehemalige Stürmer der italienischen Nationalmannschaft, Giuseppe Signori, und der Ex-Kapitän von Atalanta Bergamo, Cristiano Doni, der wegen der Ermittlungen mehrere Wochen in Untersuchungshaft verbracht hatte. Auch Stefano Colantuono, Trainer von Udinese Calcio, gehört dazu.

Die Gerichtsverhandlung wird am Montag und Dienstag kommender Woche fortgesetzt. Wann die Richter ihr Urteil fällen, war zunächst unklar. Vermutlich sind noch mehrere Verhandlungstage notwendig.

dpa/sid/las

 
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