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14.02.2016, 19:18

Tottenham siegt bei Manchester City

Özil-Freistoß schockt Leicester - Klopp bejubelt 6:0

Rückschlag für Leicester City! Im Topspiel beim FC Arsenal kassierte der Tabellenführer am Sonntag in der Nachspielzeit der Nachspielzeit eine 1:2-Niederlage. Zunächst hatten die "Füchse" umstritten geführt, mussten dann aber 40 Minuten lang in Unterzahl agieren. Da Tottenham das Verfolgerduell bei Manchester City gewann, zeichnet sich an der Spitze ein spannender Dreikampf ab. Zwischendrin feierte Liverpool einen 6:0-Sieg.

Danny Welbeck feiert sein Siegtor gegen Leicester
Erstes Saisonspiel - und dann gleich dieses Tor! Danny Welbeck brachte Arsenal näher an die Spitze.
© imagoZoomansicht

Der Traum lebt weiter, doch einen großen Schritt zum Titel hat Leicester City am Sonntag verpasst: Arsenal verkleinerte im letzten Moment des Spitzenspiels Dritter gegen Erster den Rückstand von fünf auf zwei Punkte. Die Gunners sind nun für zwei der drei Saisonniederlagen des Tabellenführers verantwortlich. Im Gegensatz zum 5:2 im September war das 2:1 nun jedoch Drama pur.

Atemberaubendes Tempo, leidenschaftliche Zweikämpfe, strittige Szenen - schon die erste Hälfte in London bot jede Menge Topspiel-Würdiges: Arsenal hatte über zwei Drittel mehr Ballbesitz und machte fast durchweg mächtig Druck, scheiterte aber immer wieder am Duo Morgan/Huth, an Kanté, der mit seinen Tacklings zahlreiche gefährliche Situationen klärte, und nicht zuletzt an Referee Martin Atkinson: Leicester hätte sich bei Kantés Handspiel über einen Elfmeterpfiff nicht beschweren dürfen (11.).

Leicester setzte wie üblich auf schnelle Gegenstöße, sobald sich der Hauch einer Gelegenheit bot, und hatte die erste (und lange einzige) Großchance durch einen Vardy-Kopfball, den Cech entschärfte (16.). Die Hausherren, mit einem bemühten Özil und dem für Gabriel (Oberschenkelprobleme) eingesprungenen Mertesacker, kamen zu selten bis zu Keeper Schmeichel - und hatten kurz vor der Pause erneut Pech. Morgans hartes Einsteigen gegen Özil wurde nicht geahndet, beim folgenden Konter fiel Vardy mit Tempo über Monreals Bein: Elfmeter! Vardy trat selbst an und hämmerte den Ball mit Vollspann zu seinem 19. Saisontor ins Eck (45.).

Welbeck wird zum Matchwinner - in seinem ersten Saisonspiel

Atkinson blieb auch im zweiten Durchgang, den Arsenal mit Chambers für den angeschlagenen Koscielny anging, im Mittelpunkt. Mahrez spekulierte zu plump auf einen weiteren Elfmeter (50.), Simpson sah für ein Trikotzupfen an Giroud binnen fünf Minuten seine zweite Gelbe Karte (54.). War Arsenals Spiel bis dahin drückend, wurde es jetzt erdrückend für Leicester. Die Gunners glichen mit einem schönen Angriff schließlich aus: Giroud legte Bellerins Flanke mit Auge für Joker Walcott ab, der aus kurzer Distanz vollstreckte (70.).

Wir müssen weitermachen und lächeln.Leicester-Trainer Claudio Ranieri

Angriff auf Angriff rollte jetzt auf Schmeichel zu. Mertesacker köpfte noch knapp vorbei (86.), Giroud scheiterte an einer Superparade (87.) - doch ein letzter Freistoß blieb Arsenal noch, als die vierminütige Nachspielzeit eigentlich schon abgelaufen war. Und Özil fand mit seiner Hereingabe aus dem rechten Halbfeld den Kopf von Welbeck, der sie ins lange Eck lenkte (90.+5). Der Joker stand an diesem Sonntag nach langwieriger Knieverletzung erstmals in dieser Saison im Kader.

Gäste-Trainer Claudio Ranieri haderte vor allem mit dem Platzverweis, obwohl sich Leicester nicht unbedingt über die Schiedsrichterleistung beschweren konnte. "Das waren normale Fouls, aber keine Gelben Karten. Ich bin mir sicher, dass wir das Spiel mit Elf gegen Elf gewonnen hätten", sagte der Italiener. "Das Spiel war voller Fouls - also warum der Platzverweis? Kommt schon. Aber wir sind weiterhin Erster, wir müssen weitermachen und lächeln."

Nächste Heimpleite für ManCity! Spurs weiter mittendrin im Titelrennen

Das zweite Topspiel am "Super Sunday" stieg am Nachmittag in Manchester, wo City zuletzt eine bittere 1:3-Heimpleite gegen Leicester kassiert hatte. Wichtigste Nachricht bei den Citizens: Kapitän und Abwehrchef Kompany stand erstmals seit dem 8. November wieder in der Startelf. Und das merkte man dem Defensiv-Verbund der Gastgeber an. In einer verhaltenen ersten Hälfte, die im krassen Gegenteil zu dem stand, was man einige Stunden zuvor in London gesehen hatte, war City das bessere von zwei vorsichtig agierenden Teams. Das schnelle Offensiv-Spiel der Spurs, bei denen Son von Beginn an ran durfte, unterbanden die Gastgeber fast komplett. Da Sicherheit nach der Leicester-Erfahrung aber auch bei City groß geschrieben wurde, blieben Torchancen vor der Pause komplett aus.

Tabellenrechner Premier League

Nach dem Seitenwechsel geriet Schiedsrichter Clattenburg in den Fokus: Nachdem Sterling eine Rose-Flanke im Strafraum mit einer Mischung aus Rücken und Arm geblockt hatte, zeigte er zum Entsetzen der Gastgeber auf den Elfmeterpunkt. Hart, aber vertretbar. Kane trat an und schob in die Mitte zur Führung ein (53.). Nach dem Tor war es ein ganz anderes Spiel. City musste kommen und gab fast umgehend die Antwort, als Touré einen Freistoß aus 18 Metern an die Latte zirkelte (57.). Ein gutes Händchen bewies Pellegrini mit der Hereinnahme von Iheanacho: Acht Minuten nach seiner Einwechslung schloss der 19-jährige Nigerianer nach starker Vorarbeit von Clichy zum 1:1 ab (74.).

Eriksen schlägt nochmal zu - Citys Katastrophenbilanz gegen die Topteams

Nun gerieten die Spurs ins Wanken. Die Londoner konnten minutenlang kaum noch für Entlastung sorgen - nur um dann noch einmal zuzuschlagen! Touré leistete sich im Mittelfeld einen unnötigen wie folgenschweren Ballverlust. Der kurz zuvor eingewechselte Lamela schickte Eriksen schön in die Gasse. Der Däne vollstreckte eiskalt - 2:1 (83.)! City rannte in der Schlussphase an und kam dem Ausgleich auch noch einmal nahe: Doch in der vierten Minute der Nachspielzeit verhinderten die Fingerspitzen von Lloris, dass Otamendi nach Flanke von Aguero einköpfen konnte.

Christian Eriksen
Tottenhams Matchwinner: Christian Eriksen (l.) und Harry Kane.
© imago

So fügte City einer Katastrophenbilanz ein weiteres Kapitel hinzu: Von acht Spielen gegen Teams, die unter den ersten Sechs lagen, gewannen die Pellegrini-Schützlinge kein einziges (0/3/5). So wird man sicher nicht Meister. Die Spurs dürfen nach dem fünften Sieg in Folge indes weiter von der ersten Meisterschaft seit 1961 träumen. Punktgleich mit dem Londoner Rivalen Arsenal liegt Tottenham zwei Punkte hinter Leicester auf Platz zwei.

6:0! Liverpool schießt Villa ab - Klopp jubelt cool

Zwischen den beiden Topspielen nutzte der FC Liverpool die Chance, nach fünf Pflichtspielen mal wieder zu gewinnen: Beim abgeschlagenen Schlusslicht Aston Villa schoss sich die Elf von Jürgen Klopp den Frust der letzten Wochen samt FA-Cup-Aus von der Seele - und einen 6:0-Sieg heraus! Die ersten beiden Torschüsse - Sturridges unbedrängter Kopfball (16.) und Milners zum Torschuss mutierte Freistoßflanke (25.) - landeten gleich im Tor, Klopp jubelte nach seiner Blinddarm-OP im Sitzen. Nach der Pause leistete Villa gar keine Gegenwehr mehr, Can (kerniger Fernschuss, 59.), Origi (39 Sekunden nach seiner Einwechslung, 63.), Clyne (65.) und Touré (erstes Tor seit 2011, 71.) nutzten das gnadenlos. Es war der höchste Auswärtssieg in Klopps Trainerkarriere.

jpe/ski

14.02.16
 
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Barclays Premier League - Tabelle

Pl. VereinTorePkte.
1Leicester City48:2953
 
2Tottenham Hotspur47:2051
 
3FC Arsenal41:2351
 
4Manchester City48:2847
 
5Manchester United33:2441
 
6FC Southampton34:2440
 
7West Ham United40:3140
 
8FC Liverpool38:3638
 
9FC Watford29:2836
 
10Stoke City27:3236
 
11FC Everton46:3535
 
12FC Chelsea38:3633
 
13Crystal Palace27:3232
 
14West Bromwich Albion24:3232
 
15AFC Bournemouth30:4428
 
16Swansea City24:3427
 
17Norwich City30:5024
 
18Newcastle United27:4924
 
19AFC Sunderland32:5023
 
20Aston Villa20:4616