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10.02.2016, 12:01

Liverpool ereilt nach guter Leistung Last-Minute-K.-o.

Nach Pokal-Aus: Klopp beklagt "komische" Entscheidungen

Nächster Rückschlag für den FC Liverpool. Im Wiederholungsspiel der 4. FA-Cup-Runde ereilte die Reds bei West Ham United in der Nachspielzeit der Verlängerung der K. o. - mal wieder nach einem Standard. Mal wieder haperte es auch bei der Chancenverwertung. Jürgen Klopp, der drei Tage nach seiner Blinddarm-OP wieder an der Seitenlinie stand, war dennoch zufrieden mit seinem Team. Er kritisierte den Schiedsrichter und die Spielweise des Gegners.

Jürgen Klopp
Hatte drei Tage nach seiner Blinddarm-OP ein stressiges Spiel zu durchstehen: Jürgen Klopp.
© imagoZoomansicht

Einfach macht es sich der FC Liverpool in dieser Saison wahrlich nicht. Schon in der Runde zuvor hatten die Reds gegen Viertligist Exeter ins Wiederholungsspiel gemusst. Die Partie im Upton Park am Dienstagabend war das 40. Pflichtspiel des LFC in der laufenden Spielzeit. Derart viele Partien hat kein anderes Premier-League-Team in den Knochen. Über 120 Minuten mussten die Klopp-Schützlinge in einem intensiven Spiel bei West Ham quälen, bzw. sogar noch länger.

Denn in der ersten Minute der Nachspielzeit der zweiten Hälfte der Verlängerung, als sich viele schon auf ein Elfmeterschießen eingestellt hatten, köpfte Angelo Ogbonna nach einem Freistoß von Dimitri Payet zum späten Siegtreffer für die Hammers ein, die in der nächsten Runde auf Zweitligist Blackburn treffen. Der nächste Gegentreffer nach einem Standard. Eine Schwäche, die Klopps Team einfach nicht abstellen kann.

Ich hätte einige andere Entscheidungen getroffen. Auf beiden Seiten.Jürgen Klopp

Doch hätte es überhaupt Freistoß geben dürfen? Nicht, wenn es nach Liverpools Trainer gegangen wäre, der im Vergleich zum 2:2 gegen Sunderland, das er wegen seiner OP verpasst hatte, zehn Änderungen vornahm und nur Torhüter Simon Mignolet in der Startelf ließ: "Sie haben einen Freistoß bekommen, obwohl kein Foul vorlag, und wir haben ein Tor kassiert", meinte Klopp, dem die Leistung von Schiedsrichter Roger East generell nicht gefallen hatte: "Ich bin noch nicht lange genug hier, um diese Dinge beurteilen zu können. Wenn ihr mit seiner Leistung zufrieden seid, schreibt es. Wenn nicht, sagt es. Es gab viele Situationen, die ich an einem besseren Tag als 'komisch' bezeichnet hätte. Ich hätte einige andere Entscheidungen getroffen. Auf beiden Seiten."

"Bei unserer Spielweise kann uns der Schiedsrichter nicht helfen"

Die Referee-Schelte, in die im Übrigen auch Trainerkollege Slaven Bilic einstimmte, verband Klopp - nicht zum ersten Mal - mit einer kaum verhohlenen Kritik an der Spielweise des Gegners: "Bei unserer Spielweise kann uns der Schiedsrichter nicht helfen, beim anderen Stil kann man schon mehr Glück haben. Wir wollten Fußball spielen, der Gegner nur Freistöße rausholen und Standards gewinnen." Was ja gegen Liverpool momentan auch ziemlich erfolgsversprechend ist.

Mit der Leistung seines jungen Teams, das kurz vor der Pause durch einen Treffer von Michail Antonio in Rückstand geraten war (45.) und kurz nach dem Wechsel durch Coutinho (48.) ausgeglichen hatte, war Klopp insgesamt zufrieden - und durfte es nach einem couragierten Auftritt auch wirklich sein: "Ich habe ein gutes Spiel von meiner Mannschaft gesehen: viele Chancen, ein großer Kampf, viele teamtaktisch gute Dinge, gute Leistungen einzelner Spieler." Einzig das Ergebnis habe nicht gepasst.

Elf Spiele ohne Tor: Benteke bleibt das Sorgenkind

Womit man bei der anderen großen LFC-Schwäche dieser Tage wäre: der Chancenverwertung. "Wir hatten die besseren Chancen, aber wir haben sie nicht genutzt. Das ist der größte Fehler, den du im Fußball machen kannst", stellte ein sichtlich frustrierter Klopp fest. Im Fokus stand einmal mehr Sommer-Neuzugang Christian Benteke, der erneut zahlreiche gute Möglichkeiten ausließ. Elf Spiele in Folge hat der Angreifer nicht getroffen - trotz 30 Torschüssen in diesem Zeitraum.

Christian Benteke
Manchmal hilft nur noch beten: Christian Benteke trifft einfach das Tor nicht mehr.
© imago

"Fragt 80 oder 90 Prozent der Stürmer auf der Welt, egal ob von hoher, geringer oder gar keiner Qualität", versuchte Klopp, dem Belgier den Rücken zu stärken: "Sie werden euch sagen, dass sie schon Zeiten wie diese hatten. Man muss weitermachen. Er hat viel getan, viel gearbeitet." Leider nicht das oberste Qualitätsmerkmal im Arbeitsnachweis eines Angreifers. "Er will treffen, wir sind darauf angewiesen, dass er trifft", meinte Klopp, der im Angriff demnächst über eine weitere Option verfügen könnte: Dauerpatient Daniel Sturridge meldete sich mit einer ordentlichen Leistung als Einwechselspieler zurück.

"Nicht der sonnigste Ort"

"Liverpool ist zurzeit nicht der sonnigste Ort. 2:0-Führung verspielt (gegen Sunderland, d.Red.), Trainer im Krankenhaus, raus aus dem FA Cup", lautete die Lagebeschreibung Klopps, in die auch die massiven Fanproteste gegen anstehende Preiserhöhungen gepasst hätten: "Aber wenn wir morgen aufstehen, wird die Sonne scheinen. Wenn wir wollen, alle zusammen, können wir viele positive Dinge aus diesem Spiel ziehen." Und wenn es erst einmal nur dies ist: Wenn übernächstes Wochenende das Achtelfinale über die Bühne geht, können sich die Reds endlich einmal ausruhen.

ski

 
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weitere Infos zu Benteke

Vorname:Christian
Nachname:Benteke
Nation: Belgien
Verein:Crystal Palace
Geboren am:03.12.1990

weitere Infos zu Klopp

Vorname:Jürgen
Nachname:Klopp
Nation: Deutschland
Verein:FC Liverpool