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22.01.2016, 09:44

Serie A, 21. Spieltag: Milans Härtetest

Napolis Ablenkung - Juves römische Tage

Juventus Turin ist die Mannschaft der Stunde in Italien. Nach katastrophalem Saisonstart hat die Alte Dame zu alter Stärke zurückgefunden und am Sonntag nun die Chance, mit einem Heimsieg gegen den AS Rom Spitzenreiter zu werden. Dafür müsste aber auch das von Nebenkriegsschauplätzen gebeutelte Neapel patzen. Am Samstag geht es für den AC Mailand darum, beim formstarken FC Empoli zu bestehen.

Mailänder Dirigent: Giacomo Bonaventura.
Mailänder Dirigent: Giacomo Bonaventura.
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Nicht Fisch, nicht Fleisch - die Saison des AC Mailand verläuft bisher recht durchwachsen. Die Lombarden durchliefen ein Auf und Ab und finden sich in der Liga mit drei Punkten Rückstand auf den AS Rom auf Platz sechs wieder. Dafür lief es im Pokal wie geschmiert: Die Rossoneri stehen im Halbfinale und haben mit Drittligist US Alessandria eine scheinbar lösbare Aufgabe vor der Brust. In der Serie A geht es am Samstagabend zunächst aber nach Empoli, das als Tabellenachter nur einen Zähler weniger auf der Habenseite hat. Heimlich, still und leise hat sich Empoli zu einer echten Überraschungsmannschaft in Italien gemausert: Nur eine Niederlage (0:1 gegen Inter Mailand) aus den vergangenen acht Spielen dürfte Beweis genug sein.

Milan dürfte also gewarnt sein, wird aber auf drei Punkte aus sein, zumal dann die Gerüchte um die Zukunft von Trainer Sinisa Mihajlovic für einen längeren Zeitraum verstummen dürften und mehr Ruhe einkehren könnte. Der Serbe war nach der überraschenden 0:1-Heimniederlage gegen Bologna fast schon entlassen, wurde dann aber durch überzeugende Auftritte beim AS Rom (1:1) und gegen Florenz (2:0) sowie dem 2:1-Pokalsieg gegen Carpi vorerst gerettet. Die gute Form soll nun auch dank des wiedererstarkten Bonaventura, der an vier der letzten acht Milan-Treffer beteiligt war, in Empoli konserviert werden, denn eine Sache ist ohnehin klar: Nur sportliche Erfolge dürften Mäzen Silvio Berlusconi davon abhalten, weiter am Stuhl seines Trainers zu sägen.

"Schwuchtel", "Rassist": Napolis Nebenkriegsschauplätze

Neapels Tormaschine: Gonzalo Higuain.
Neapels Tormaschine: Gonzalo Higuain.
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Es war nicht die Woche des SSC Neapel: Auf das emotionale Pokal-Aus im Viertelfinale gegen Inter Mailand (0:2) folgte auch noch eine Sperre von zwei Pokalspielen für Trainer Maurizio Sarri. Dieser hatte sich eine verbale Entgleisung nach dem Inter-Spiel erlaubt und Mailand-Trainer Roberto Mancini als "Schwuchtel" beleidigt. Die Strafe dafür folgte auf den Fuß: Neben der Sperre muss Sarri auch noch 20.000 Euro Geldstrafe bezahlen, während Mancini, der seinen Kollegen nach Schlusspfiff als "Rassisten" bezeichnet hatte, seinerseits für seine Retourkutsche 5.000 Euro berappen muss.

In Neapel will man das Thema schnellstmöglich vergessen und den Blick wieder auf das Sportliche lenken. So leicht geht das nicht, denn die Konkurrenz lässt es sich nicht nehmen, den Daumen in die Wunde zu drücken. So beklagte sich Sampdoria Genuas Präsident Massimo Ferrero darüber, dass Sarris Strafe viel zu mild ausgefallen sei und stellte direkt eine Verbindung zu sich selbst her. 2014 war Ferrero wegen einer rassistischen Äußerung gegenüber Inter-Präsident Erick Thohir für drei Monate gesperrt worden. "Ich habe 50 Jahre für einen geographischen Fehler bekommen und er nur zwei Spiele?" Für Ablenkung ist auf jeden Fall schon mal gesorgt, und wie passend, dass Sampdoria am Sonntag den SSC zu Gast hat.

Ob Samp-Neuzugang Dodo (ausgeliehen von Inter Mailand) im Stadio Luigi Ferrari gleich zum Zug kommt, das bleibt abzuwarten. Die Genueser stehen dabei nach zwei Niederlagen in Folge und gerade einmal sechs Punkten Vorsprung auf die Abstiegszone schon gehörig unter Druck. Napoli hingegen will den fünften Liga-Sieg in Serie einfahren und damit die Konkurrenz um den Scudetto weiter auf Distanz halten. Aus Samp-Sicht gilt es vor allem, SSC-Stürmer Higuain in den Griff zu bekommen. Der Argentinier ist für fast die Hälfte aller Napoli-Treffer verantwortlich: 20 von insgesamt 41 Toren gehen auf sein Konto.

Video zum Thema
LAOLA1.tv Highlights- 20.01., 10:22 Uhr
Jovetics Dreher schlägt Neapel
Ein Geniestreich von Stevan Jovetic ebnete Inter Mailand den Weg ins Halbfinale der Coppa Italia. Beim SSC Neapel drehte der Montenegriner den Ball aus über 20 Metern wunderbar um einen Gegenspieler in die Maschen - Pepe Reina war machtlos. Nach Dries Mertens' Schwalben-Platzverweis leitete Jovetic dann auch noch das 2:0 in der Nachspielzeit ein, das Adem Ljajic nach einem Sololauf erzielte.
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Nachbarschaftsduell im grauen Mittelfeld

Im grauen Mittelfeld der Tabelle rangiert Lazio Rom, das am Mittwoch auch noch im Pokal daheim gegen Juventus Turin ausschied (0:1). Gegen den Rekordmeister stand Altmeister Miroslav Klose in der Startelf, blieb aber weitgehend blass und wurde kurz vor Schluss ausgewechselt. Ob der 37-Jährige gegen den Tabellennachbarn Chievo Verona auflaufen wird, bleibt abzuwarten.

Inters vermeintlich leichte Aufgabe

Inter Mailand hat mit Aufsteiger Carpi eine vermeintlich leichte Aufgabe vor der Brust. Mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen gehen die Nerazzurri als haushoher Favorit ins Match, wohlwissend um die Tatsache, dass sie in der laufenden Saison gegen "Kleine" kaum Punkte liegen gelassen haben. Eine einfache Aufgabe dürfte es dennoch nicht werden, denn Carpi ist seit drei Liga-Spielen ungeschlagen. Maßgeblichen Anteil daran hat Angreifer Lollo, der in allen drei Partien traf. Ein Offensivspektakel ist in San Siro nicht zu erwarten: Carpi hat in der laufenden Saison erst 19 Tore erzielt, Inter gerade mal sechs mehr.

Juventus: Auf Lazio folgt die Roma

Geht nun ernster an die Dinge ran: Juves Simone Zaza.
Geht nun ernster an die Dinge ran: Juves Simone Zaza.
© imago

Der Kracher steigt am Sonntagabend in Turin: Juventus hat den AS Rom zu Gast. Ein Spiel, in dem vor allem die Roma unter Druck steht. Bei einer Niederlage dürfte das Team von Luciano Spaletti die eigenen Meisterschaftsträume endgültig begraben. "Sie sind definitiv eines der besten Teams der Liga", weiß Juve-Angreifer Simone Zaza, der Turin dennoch im Vorteil sieht. "Wenn wir unser Spiel durchbringen, dann werden wir auch ein gutes Ergebnis einfahren."

Zaza verrät auch, warum es bei Juve inzwischen so blendend läuft. Das Geheimnis liegt darin, dass "viele junge Spiele zu Saisonbeginn nicht verstanden hatten, was es bedeutet, hier zu spielen. Das ist jetzt anders und wir sind eine völlig andere Mannschaft. Die Qualität ist noch immer dieselbe, nur die Herangehensweise hat sich geändert."

Mit römischen Mannschaften haben die Turiner zuletzt auch gute Erfahrungen gemacht, so sicherte man sich am Mittwoch mit einem hochverdienten 1:0-Sieg bei Lazio Rom den Einzug ins Halbfinale der Coppa Italia. Ein Ergebnis, dass der Alten Dame auch im Spiel gegen den AS Rom gefallen würde.

drm

Video zum Thema
LAOLA1.tv Highlights- 21.01., 08:42 Uhr
Coppa: Lichtsteiner nutzt Zazas Pfostenknaller
Im Viertelfinale der Coppa Italia zwischen Lazio Rom und Juventus Turin spielte sich einer immer wieder in den Fokus: der agile Zaza. Ein Treffer blieb ihm zwar verwehrt, doch dank seines Pfostenknallers feierte die Alte Dame einen 1:0-Arbeitssieg. Den Abpraller nämlich staubte Lichtsteiner eiskalt aus acht Metern ab.
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Serie A TIM - Tabelle

Pl. VereinTorePkte.
1SSC Neapel45:1847
 
2Juventus Turin38:1545
 
3AC Florenz39:2141
 
4Inter Mailand26:1441
 
5AS Rom37:2435
 
6AC Mailand29:2533
 
7FC Empoli27:2632
 
8Sassuolo Calcio25:2332
 
9Lazio Rom29:3031
 
10AC Chievo Verona27:2627
 
11FC Turin27:2826
 
12FC Bologna24:2726
 
13Atalanta Bergamo21:2426
 
14US Palermo23:3424
 
15Udinese Calcio19:3524
 
16CFC Genua 189324:2723
 
17Sampdoria Genua31:3623
 
18FC Carpi20:3618
 
19Frosinone Calcio22:4516
 
20Hellas Verona14:3310