Zur Loginbox springen Zur Navigation springen Zum Inhalt springen
Nicht registriert?
15.01.2016, 16:25

Primera División, 20. Spieltag: Villarreal auf Kurs Königsklasse

Startet Real eine Leihoffensive? - Messis pikanter Dialog

Der Schock der Transfersperre sitzt Real Madrid und Atletico in den Knochen, zwei weitere große Klubs könnte der Bannstrahl der FIFA noch treffen. Wie sieht die Reaktion aus? Die Königlichen müssen am Sonntag gegen Gijon auflaufen, Atletico ist bei Las Palmas gefordert. Nachlegen muss anschließend Barcelona gegen Bilbao - das nächste Prestigeduell nach den turbulenten Derbywochen gegen Espanyol.

Villarreals Coach Marcelino.
Muss auch er mit einer Transfersperre klarkommen? Villarreals Coach Marcelino.
© imago

Die ganze Liga redet über die Transfersperre für Real Madrid und den Stadtnachbarn Atletico, und so mancher Konkurrent in Spanien dürfte sich zufrieden die Hände reiben, dass die beiden Großen eine Schwächung erleiden werden - wenn der von Real bereits angekündigte Einspruch erfolglos bleibt. Der Bannstrahl der FIFA könnte aber noch mehr Vereine treffen: Gegen Villarreal und Valencia wird laut spanischen Medienberichten ebenfalls ermittelt. Am 19. März will der Verband die Situation der betroffenen Vereine in einer Sondersitzung analysieren.

Für Villarreal wäre eine ähnliche Strafe äußerst bitter, denn das Gelbe U-Boot könnte in der kommenden Saison mal wieder in der Champions League auftauchen und müsste aufrüsten. Acht Punkte beträgt bereits der Vorsprung auf Rang fünf, der Tabellenführer Atletico ist mit fünf Zählern Rückstand in Reichweite. Über die Copa del Rey muss sich Villarreal nach der 0:1-Rückspielpleite gegen Bilbao unter der Woche auch keine Gedanken mehr machen (Trainer Marcelino: "Das war kein gutes Spiel von uns"), in der Zwischenrunde der Europa League wartet Schwergewicht SSC Neapel. Gut möglich also, dass sich Villarreal bald voll auf die Liga konzentrieren kann.

Am Samstag (20.30 Uhr) heißt der nächste Gegner Betis Sevilla. Die Grün-Weißen, die im Pokal sang- und klanglos im Stadtduell gegen den FC Sevilla ausschieden, müssen weiterhin auf den verletzten Heiko Westermann verzichten. Der Ex-Hamburger wartet weiter auf seinen ersten Einsatz im neuen Jahr. Und Rafael van der Vaart? Der Niederländer stand im Pokalspiel nicht einmal im Kader und erklärte inzwischen: "Ich bin am Tiefpunkt meiner Karriere angekommen." Vielleicht wird es ja unter einem neuen Trainer besser. Nachfolger des zu Wochenbeginn gefeuerten Pepe Mel soll laut neuesten Medienberichten Juande Ramos werden, der unter anderem Betis in der Saison 2001/02 und Real Madrid (2008/09) trainiert hat.

Valencias Negativserie: Auch Mustafi ist ratlos

Valencia hat erst kürzlich den Trainer gewechselt, doch auch mit Gary Neville hat sich der Erfolg abseits des Pokals (Valencia trifft im Viertelfinale auf Las Palmas) nicht eingestellt. Rang elf und 16 Punkte Abstand auf Rang vier sind schlicht nicht genug für die Ansprüche von Mustafi & Co. "Wir wollen es ja besser machen, aber es gelingt uns nicht", sagte der Weltmeister. Merkwürdig mutet an, dass die Wahl von Klubboss Peter Lim auf Neville fiel, der keine Erfahrung als Cheftrainer mitbrachte - dafür ist er aber Lims Partner bei Immobilienprojekten sowie als Besitzer des kleinen FC Salford in England. Nach drei Remis und zwei Niederlagen in der Liga bietet sich für Neville am Sonntagmittag die nächste Gelegenheit auf sein erstes Erfolgserlebnis in der Primera División. Der Tabellenvorletzte Rayo Vallecano ist zu Besuch im "Mestalla".

Real: Die Transfersperre und die Folgen

Es hätte endlich mal ein wenig Ruhe einkehren können bei Real Madrid. Das Debüt von Zinedine Zidane gelang eindrucksvoll, Real gewann gegen Depor 5:0 und wusste die Fans endlich wieder zu begeistern.

Doch die Nachricht von der FIFA-Transfersperre schlug am Donnerstag ein wie eine Bombe - und wirft jede Menge Fragen auf. Gehen die Königlichen in diesem Winter noch auf Shopping-Tour, ehe sie die kommenden zwei Transferperioden aussetzen müssen? Wer müsste den Verein dann kurzfristig verlassen, um den Kader nicht aufzublähen? Oder setzen die Königlichen alles auf ihren angekündigten Einspruch, wie Generaldirektor José Angel Sanchez versicherte?

Bei einer Niederlage vor den Gerichten könnte sich das nächste Problem für Real stellen: Denn was würde wohl zum Beispiel ein Cristiano Ronaldo darüber denken, wenn sein Klub sich ein Jahr lang mit keinem Spieler mehr verstärken kann? Der Portugiese wurde bereits vor einigen Monaten mit Paris St. Germain in Verbindung gebracht. Und verkaufen darf Real ja. Andererseits könnte Real seinen Superstar kaum ziehen lassen, Konflikte wären wegen dieses Teufelskreises geradezu vorprogrammiert.


Live bei LAOLA1.tv: Alle Topspiele der Primera División


Real bietet sich aber eventuell noch eine andere Möglichkeit. "Nach unserem Verständnis könnten wir in dieser Winter-Transferperiode zum Beispiel auch Spieler verpflichten und diese für einige Monate an andere Vereine ausleihen, um sie dann später wieder zu uns zu holen", sagte Real-Chefjurist Javier López Farré. All das muss nun aber ausgeblendet werden vor der Pflichtaufgabe gegen Aufsteiger Gijon. Ein Sieg ist Pflicht, um den Anschluss nicht zu verlieren - und zumindest sportlich auf Kurs zu bleiben.

Video zum Thema
kicker.tv Hintergrund- 15.01., 14:18 Uhr
Reals Dilemma - Transfersperre und ihre Folgen
Paukenschlag in Madrid: Atletico und Real dürfen in den kommenden beiden Transferperioden keine neuen Spieler unter Vertrag nehmen. Grund seien Verstöße bei internationalen Transfers Minderjähriger, so die FIFA. Juan Angel Sanchez, Generaldirektor der Königlichen, bezeichnet die Argumentation des Weltverbandes als falsch und absurd.
Alle Videos in der ÜbersichtAlle Videos per RSS

Atletico bewahrt die Ruhe

Was sagt man eigentlich bei Atletico zu den Vorfällen? Präsident Enrique Cerezo hatte erklärt, der Tabellenführer werde ungeachtet der Transfersperre nicht auf Spielerjagd gehen. "Wir haben zuletzt viele gute Profis geholt und haben nun einen guten und großen Kader, so dass wir zwei Wechselperioden ohne Verstärkungen überstehen können." Nach Berichten spanischer Medien wollte Cerezo allerdings noch am Freitag auf einer "Krisensitzung" mit Trainer Diego Simeone über eventuelle Verpflichtungen beraten. Simeone selbst verneinte bereits die Frage, ob Atletico wegen der Transfersperre sportliche Probleme bekommen könnte. Die Colchoneros können ihre Unbeirrbarkeit als nächstes bei Las Palmas beweisen.

Derby in Barcelona oder: Fouls, Beschimpfungen und ein Schweinekopf

Ließ den "Kleinen" abheben: Espoanyols Alvaro (#22) im Zweikampf mit Lionel Messi.
Ließ den "Kleinen" abheben: Espoanyols Alvaro (#22) im Zweikampf mit Lionel Messi.
© imagoZoomansicht

Es hat nicht sollen sein mit einem friedlichen Rückspiel zwischen Espanyol und Barcelona (0:2). Schon beim 4:1-Hinspielerfolg der Blaugrana flogen die Fetzen, Luis Suarez bezeichnete die gegnerischen Spieler danach als "Abschaum". Den Espanyol-Fans war im Rückspiel aber vor allem Piqué ein Dorn im Auge. Im Block tauchte ein Spruchband auf, auf dem geschrieben stand: "Shakira ist für alle da". Die Sängerin ist mit Piqué verheiratet und war einst Mitglied bei Espanyol, ehe sie mit dem Barça-Verteidiger zusammenkam. Zudem tauchten Fotos eines Fans auf, der einen Schweinekopf in der Hand hält und damit Piqué attackieren wollte. Ging aber nicht, der Verteidiger blieb 90 Minuten auf der Bank. Espanyol droht ein Nachspiel. "Die Banner und Gesänge, die wir gestern Abend im Cornella-Stadion gehört haben, waren absolut inakzeptabel und werden von unserer Anti-Gewalt-Kommission untersucht", sagte Miguel Cardenal, Präsident des spanischen Sportgerichtshofs.

Auch ein rüdes Ellbogen-Foul von Espanyol-Stürmer Felipe Caicedo an Keeper Marc-André ter Stegen wird negativ in Erinnerung bleiben, genauso wie der (wenigstens erheiternde) Dialog zwischen Lionel Messi und Alvaro. "Du bist klein", sagte Alvaro zu Messi und untermalte seine Aussage mit einer Handbewegung. "Und Du bist schlecht", sagte Messi daraufhin zu Alvaro. Danach lachten beide.

Das nächste Duell verspricht ebenfalls nicht unbedingt Friede, Freude, Eierkuchen. Athletic Bilbao ist zu Gast in Barcelona, zwischen den Basken und den Katalanen geht es mitunter ebenfalls hitzig zu. Besondere Würze erhält die Partie auch, weil die Viertelfinal-Auslosung im Pokal exakt dieses Duell ergab. Somit treffen die beiden Teams bereits am kommenden Mittwoch wieder aufeinander.

15.01.16
 
Seite versenden
zum Thema

Liga BBVA - Tabelle

Pl. VereinTorePkte.
1Atletico Madrid30:847
 
2FC Barcelona50:1545
 
3Real Madrid57:1943
 
4FC Villarreal26:1640
 
5Celta Vigo32:3034
 
6SD Eibar32:2133
 
7FC Sevilla28:2232
 
8Athletic Bilbao27:2828
 
9Deportivo La Coruna27:2428
 
10FC Getafe24:2826
 
11FC Valencia25:2124
 
12FC Malaga15:1724
 
13Real Sociedad San Sebastian23:2821
 
14Real Betis Sevilla13:2821
 
15Espanyol Barcelona18:3321
 
16UD Las Palmas19:3018
 
17FC Granada21:4117
 
18Rayo Vallecano23:4516
 
19Sporting Gijon17:3415
 
20UD Levante17:3614