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26.12.2015, 22:51

De Bruyne trumpft auf - Van Gaal vor dem Aus?

Liverpool schlägt Leicester - Arsenal geht unter

Erfolgreiche Boxing-Day-Premiere für Jürgen Klopp: Liverpool feierte ein verdientes 1:0 gegen Überraschungs-Spitzenreiter Leicester, der trotzdem Erster bleibt, weil Arsenal am Abend in Southampton mit 0:4 unterging. Gewinner des 18. Spieltags ist somit Manchester City, das Sunderland dank des überragenden De Bruyne (ein Tor, zwei Assists) mit 4:1 bezwang. Watford punktete auch bei Chelsea und vermieste Guus Hiddink die Rückkehr. Für Louis van Gaal wird es bei ManUnited nach dem 0:2 in Stoke eng.

Liverpooler Jubeltraube
Liverpooler Jubeltraube: Dank Benteke siegten die Reds gegen Leicester mit 1:0.
© imagoZoomansicht

Aus drei Ligaspielen hatte der FC Liverpool zuletzt nur einen Punkt geholt. Das verdiente 0:3 beim FC Watford nannte Klopp den "hoffentlich enttäuschendsten Moment in meinem ganzen Liverpool-Leben". Sein Boxing-Day-Debüt gab der frühere BVB-Coach gegen Sensations-Spitzenreiter Leicester City (zum gleichen Zeitpunkt vor einem Jahr Tabellenletzter!). Klopp nahm im Vergleich zur Watford-Pleite drei Änderungen vor: Mignolet hütete wieder das Tor, der wieder genesene Lovren ersetzte im Abwehrzentrum den verletzten Skrtel und Origi erhielt im Angriff den Vorzug vor Benteke. Bei den "Foxes" kehrte Abwehrchef Huth nach abgesessener Gelbsperre in die Startformation zurück.

Liverpool präsentierte sich wesentlich besser als in Watford, übernahm früh das Kommando und übte viel Druck aus. Der Tabellenführer hatte in der Defensive alle Hände voll zu tun und schaffte es zu keinem Zeitpunkt, sein gefährliches Konterspiel über die schnellen Vardy, der - wie Trainer Claudio Ranieri später verriet - mit Fieber auflief, und Mahrez aufzuziehen - beide wurden in der zweiten Hälfte ausgewechselt. Liverpools Problem: Tore sprangen im ersten Durchgang trotz aller Überlegenheit nicht heraus. Coutinho (4./18.), Lallana (19.) und Can (23.) konnten Gäste-Keeper Schmeichel genauso wenig überwinden wie Origi, der einigen Wirbel entfachte, kurz vor der Pause aber verletzt raus musste. Fast hätte Mahrez den Spielverlauf in der 42. Minute sogar auf den Kopf gestellt. Doch Mignolet parierte den Schuss des Algeriers.

Nach vier Spielen ohne Sieg war das sehr wichtig. Jeder weiß, welche Qualitäten Leicester hat. Was wir heute tun mussten, war einfachen Fußball zu spielen.Jürgen Klopp

Auch nach dem Wechsel blieb Liverpool am Drücker, Torszenen blieben jedoch zunächst aus - bis ausgerechnet, der zuletzt nur selten überzeugende Benteke (für Origi eingewechselt) ein Zuspiel des früheren Hoffenheimers Firmino zur verdienten Führung verwertete (63.). Mit der Führung im Rücken nahmen die Reds den Fuß ein wenig vom Gas, Leicester kam doch noch einmal ins Spiel. Vor allem bei einigen Standards dürfte Klopp das Herz an der Seitenlinie in die Hose gerutscht sein. Nach einem weiten Einwurf von Fuchs kam King, der vorher schon einmal an Mignolet gescheitert war, zum Abschluss. Das Knie von Can, der den Ball zur Ecke lenkte, verhinderte das 1:1 in der Nachspielzeit. Leicester machte nun auf, Liverpool ließ mehrere Konterchancen fahrlässig liegen, konnte am Ende aber dennoch über einen verdienten 1:0-Erfolg gegen den Tabellenführer und den Sprung auf Platz acht jubeln. Leicester musste damit nach zehn Spielen ohne Niederlage wieder eine Pleite hinnehmen - und blieb zudem erstmals in dieser Saison ohne eigenen Treffer.

De Bruyne gegen Sunderland überragend - Kompany erneut verletzt

Manchester City, das am Dienstag in Leicester gastiert, zeigte sich von der 1:2-Pleite bei Arsenal gut erholt und lag im Heimspiel gegen Kellerkind Sunderland schon nach 22 Minuten mit 3:0 in Führung. Ein Kopfballtor (!) von Sterling nach Flanke von De Bruyne stellte die Weichen für die Gastgeber früh auf Sieg. Yaya Touré (17.) und Bony (22., erneut nach Assist von De Bruyne) machten vor der Pause praktisch alles klar. Nach dem Wechsel durfte sich dann auch der alles überragende De Bruyne in die Torschützenliste eintragen (54.). Als City einen Elfmeter zugesprochen bekam, wollte der Belgier eigentlich antreten. Doch Bony schnappte sich den Ball und jagte ihn in die Wolken (69.). Der Ivorer verhinderte mit seiner schwachen Chancenverwertung zudem, dass De Bruyne (acht Torvorlagen) in der Assist-Wertung der Premier League Boden auf Spitzenreiter Mesut Özil (15) gutmachte.

Kevin De Bruyne
Am Boxing Day in ganz starker Form: Kevin De Bruyne schießt zum 4:0 gegen Sunderland ein.
© imago

Womöglich viel schlimmer für City aber: Kompany humpelte bei seinem Comeback nach vermeintlich überstandener Wadenverletzung in der 71. Minute vom Platz. "Es ist wieder die Wade", war City-Coach Manuel Pellegrini ratlos: "Er hat sich gut warmgemacht, unter der Woche normal trainiert. Es ist schwer zu verstehen." Dass die Citizens, die ab der kommenden Saison von Pep Guardiola trainiert werden, ihren Abwehrchef nicht adäquat ersetzen können, hatte sich zuletzt gegen Arsenal gezeigt.

0:4! Arsenal kommt in Southampton böse unter die Räder

Jenes Arsenal gastierte zum Abschluss des Boxing Day am Abend beim FC Southampton, der seit fünf Pflichtspielen auf einen Sieg wartete. Gegen den Favoriten aus London lieferten die Saints aber eine starke Vorstellung ab: Von Beginn an kauften die Hausherren den Gunners in einer intensiven Partie, in der der Schiedsrichter viel laufen ließ, den Schneid ab und gaben der Gäste-Offensive keinen Raum zur Entfaltung. Mit einem effetvollen 25-Meter-Kunstschuss brachte Startelf-Debütant Martina die Gastgeber in Führung (19.) - der erste Premier-League-Torschütze aus Curaçao!

Southampton jubelt gegen Arsenal
Southampton obenauf! Die Saints erteilten Arsenal eine herbe 4:0-Abfuhr.
© imago

Southampton hatte in der Folge keine Mühe, den Vorsprung zu verteidigen. Long vergab frei vor Cech sogar noch vor der Pause die Chance aufs 2:0. Das erzielte der Ire, der in der Entstehung allerdings Koscielny in die Hacken lief, dann nach dem Wechsel nach Vorarbeit von Mané (55.). In Arsenals Abwehr, in der auch Mertesacker einen ganz schwachen Auftritt ablieferte, regierte längst das Chaos. Auch Torhüter Cech erwischte nicht seinen besten Tag. Beim 3:0 durch Fonté nach einer Ecke blieb er auf seiner Linie kleben. Long, der kurz zuvor bereits den Pfosten getroffen hatte, markierte in der Nachspielzeit sein zweites Tor zum auch in dieser Höhe verdienten 4:0-Endstand. Arsenal, das seit 2003 nicht mehr im St.-Mary's-Stadium gewann, verpasste damit den Sprung auf Platz eins und hat nun wieder ManCity im Nacken.

Oscar rutscht beim Elfmeter aus - Chelsea bei Hiddink-Rückkehr nur 2:2

Nicht ganz nach Plan verlief beim FC Chelsea der Start in die zweite Amtszeit von Trainer Guus Hiddink. An der heimischen Stamford Bridge musste der Niederländer, der mit Chelsea 2009 den FA Cup gewonnen hatte, mit seinem Team ein 2:2 gegen Aufsteiger Watford quittieren. Der zuletzt von den eigenen Fans ausgebuhte Costa brachte die Blues in Führung (32.) und erzielte auch den 2:2-Ausgleich (65.), nachdem Deeney (42./von Matic verursachter Handelfmeter) und Torjäger Ighalo (56., 29. Tor im Kalenderjahr!) den starken Aufsteiger zwischenzeitlich nach vorne geschossen hatten.

Chelsea hatte noch die große Chance, die Partie für sich zu entscheiden: Nachdem der Ex-Hamburger Behrami den eingewechselten Hazard im Strafraum gefoult hatte, trat Oscar zum Elfmeter an. Der Brasilianer rutschte beim Schuss weg und jagte den Ball übers Tor. So hat Chelsea als Tabellen-15. nur zwei Punkte Vorsprung auf die Abstiegsplätze. Am Montag geht es zu Manchester United - ohne Diego Costa, der sich spät seine fünfte Gelbe Karte einhandelte.

Swansea siegt endlich wieder - Tottenham festigt Rang vier

Einen Punkt hinter Chelsea liegt Swansea City. Den Walisern gelang mit dem 1:0 gegen West Bromwich Albion der erste Sieg seit fast zwei Monaten und sieben sieglosen Auftritten. Der frühe Führungstreffer von Ki (9.) reichte zum ersten dreifachen Punktgewinn unter Interimscoach Alan Curtis.

In starker Form befindet sich weiterhin Tottenham, das sich beim 3:0-Erfolg gegen Norwich City erneut auf Torjäger Kane verlassen konnte. Der englische Nationalspieler verbuchte seine Saisontreffer Nummer zehn und elf. Die Spurs festigen Champions-League-Qualifikationsplatz vier.

Nächster Offenbarungseid: War es das für Louis van Gaal?

War es das für Louis van Gaal? Nach der 0:2-Niederlage bei Stoke City könnten die Tage des Niederländers bei Manchester United gezählt sein. Im windigen Britannia Stadium brachte ein misslungener Kopfballrückpass von Depay den Rekordmeister auf die Verliererstraße. Vor allem in der ersten Hälfte, in der Rooney auf der Ersatzbank schmorte, lieferte United einen erschreckend schwachen Auftritt ab. Auch nach dem Wechsel - nun mit dem Kapitän - blieben die Red Devils wie so oft in den vergangenen Wochen harmlos. Nur sieben Treffer (!) aus den letzten neun Spielen sprechen Bände. United stürzte in der Tabelle bereits bis auf Platz sechs ab.

Schon vor der Partie war der Druck auf van Gaal immens gewesen, der Niederländer hatte seine PK am Dienstag wutentbrannt abgebrochen. Schmeißt der 64-Jährige nach der vierten Pflichtspielpleite und sieben sieglosen Auftritten in Folge nun sogar selbst hin? "Es ist nicht immer der Klub, der mich feuern muss, manchmal mache ich das selbst", sagte er nach dem neuerlichen Offenbarungseid. Seine Uhr im Old Trafford scheint abzulaufen - schon vor Chelseas Gastspiel am Montag. José Mourinho soll schon in den Startlöchern sitzen.

ski

 
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Premier League - Tabelle

Pl. VereinTorePkte.
1Leicester City37:2538
 
2FC Arsenal31:1836
 
3Manchester City37:2035
 
4Tottenham Hotspur31:1432
 
5Crystal Palace23:1630
 
6Manchester United22:1629
 
7FC Watford23:1829
 
8FC Liverpool21:2227
 
9FC Everton32:2426
 
10West Ham United26:2226
 
11Stoke City16:1626
 
12FC Southampton25:2124
 
13West Bromwich Albion17:2420
 
14AFC Bournemouth22:3220
 
15FC Chelsea23:2919
 
16Swansea City16:2418
 
17Norwich City20:3217
 
18Newcastle United19:3317
 
19AFC Sunderland19:3712
 
20Aston Villa15:328

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