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23.12.2015, 15:30

18. Spieltag: Hiddinks Debüt - Letztes Spiel für van Gaal?

Wenger irrt mit Pep-Kritik - Klopps Debakel-Botschaften

Boxing Day in der Premier League! Und was hat er nicht alles zu bieten: ManUnited-Fan José Mourinho sitzt Louis van Gaal im Nacken, Guus Hiddink debütiert in womöglich erneut giftiger Atmosphäre als Chelsea-Trainer, Özil will wieder mit Arsenal glänzen. Und dann ist da noch das: Liverpool empfängt nach dem Watford-Debakel Spitzenreiter Leicester! Jürgen Klopp hat vorab drei Botschaften an seine Spieler - aber trotzdem ein kapitales Abwehrproblem.

Mourinho sitzt van Gaal im Nacken - Wenger kritisiert Guardiola

Profis von Manchester United beim 1:2 gegen Norwich
Lange Gesichter in stürmischen Zeiten: Manchester United steckt in der Krise.
© imagoZoomansicht

Was passiert, wenn man als Ex-Profi von Manchester City sein Smartphone auf einer Weihnachtsfeier unbeaufsichtigt lässt? Jemand twittert stellvertretend, dass Louis van Gaal entlassen worden sei - und die Medien drehen ein wenig durch. "Schuljungenfehler", entschuldigte sich Trevor Sinclair, dem dieses Malheur am Dienstag passiert ist. Die Lehre der Episode: Niemand hielte es mehr für einen Scherz, wenn Manchester United, das seit sechs Pflichtspielen sieglos und in der Champions League nur noch Zuschauer ist, van Gaal tatsächlich vor die Tür setzen würde.

Und auch wenn es laut Berater Jorge Mendes derzeit "kein offizielles Angebot" gebe: José Mourinho stünde bereit, um einen der spektakulärsten Trainerwechsel der jüngeren Premier-League-Historie zu vollziehen, und sein Name wird diskutiert am Old Trafford. Mit vielen Vereinen und Trainern hat sich "The Special One" in seiner Karriere schon angelegt, ManUnited und Sir Alex Ferguson waren niemals darunter. Ein spanischer Journalist behauptete in einem Buch gar, Mourinho habe "geweint", als United 2013 David Moyes und nicht ihm die Ferguson-Nachfolge anvertraute. Mourinho gegen Chelsea schon am 28. Dezember! Mourinho gegen Guardiola nächste Saison! Mourinho gegen Guardiola in derselben Stadt! Auf all das freut sich die "Yellow Press" schon mehr oder weniger heimlich.

Was glauben Sie macht das mit meiner Frau? Oder meinen Kindern? Oder meinen Enkeln? Oder den Fans von Manchester United? Oder meinen Freunden?Louis van Gaal über die anhaltenden Gerüchte, er stehe kurz vor der Entlassung

In Stoke am Samstagmittag (13.45 Uhr) sitzt definitiv (noch) van Gaal auf der Bank, und da das nächste Ligaspiel - gegen Chelsea - schon zwei Tage später stattfindet, wäre ein schneller Wechsel selbst bei einer Niederlage waghalsig. Arsenal-Trainer Arsene Wenger kritisierte am Freitag den "respektlosen" Umgang mit van Gaal - und in seinen weiteren Ausführungen auch Pep Guardiola, den scheidenden Bayern-Coach. "Mir persönlich gefällt es nicht, wenn Trainer so früh etwas über ihre Zukunft sagen, das ist weder für die eigene Mannschaft gut noch für die Spekulationen rund um Trainer, die gerade eine schwierige Phase haben." Was Wenger offenbar nicht wusste: Guardiola hätte sich mit seiner Planung gerne bis weit ins Frühjahr Zeit gelassen, die Bayern aber drängten auf eine schnellere Entscheidung - um ihrerseits von Spekulationen verschont zu bleiben.

"Iazzard" & Co.: Lässt Hiddink die Pfiffe verstummen?

Die Spieler befreit, die Fans beleidigt - so stellte sich Chelseas erstes Spiel nach Mourinho letzten Samstag dar. Die Torschützen beim 3:1 gegen Sunderland: Pedro (erstes Ligator seit Ende August), Oscar (erstes Ligator seit Anfang August), Ivanovic (erstes Ligator seit Februar). Doch die Zuschauer buhten ihr Team aus und machten vor allem die "Ratten" Fabregas, Diego Costa und - den auf einem Banner komplett falsch geschriebenen - "Iazzard" alias Hazard für Mourinhos Entlassung verantwortlich. Bleibt die Stimmung auch gegen Watford vergiftet? Es ist das Comeback für Übergangstrainer Guus Hiddink, der schon 2009 für einige Monate übernommen und Chelsea zum FA-Cup-Sieg geführt hatte. "Man kann nicht einfach sagen: Ich bin hier - Problem gelöst", warnte der Niederländer, vielleicht auch mit Blick auf seine jüngere Laufbahn: Mit Russland verpasste er die WM 2014, mit der Türkei die EURO 2012, mit der Niederlande die EURO 2016, und auch Anschi Machatschkala brachte er keinen Erfolg.

Klopp: "Wenn ihr aufhört zu fragen, kann ich anfangen, daran zu arbeiten"

Jürgen Klopp
Aus einem "Wow" wurde ein Wackeln: Jürgen Klopp muss sein erstes Debakel als Liverpool-Trainer verarbeiten.
© imagoZoomansicht

Jürgen Klopp nannte es den "hoffentlich enttäuschendsten Moment in meinem ganzen Liverpool-Leben": Am vergangenen Sonntag gingen seine Reds bei Aufsteiger Watford völlig verdient mit 0:3 unter. Fahriges Abwehrverhalten, Pech mit einer Schiedsrichter-Entscheidung, naive Fehler - über vieles hätte sich Klopp hinterher beklagen können. Doch der emotionale Trainer reagierte ganz besonnen auf das Debakel: mit drei zentralen Botschaften.

Botschaft 1: "Nicht die Fehler waren das Problem, sondern die Reaktion darauf." Klopp ärgerte sich, dass seine Mannschaft nach dem abermals frühen Rückstand "den Kopf, die Kompaktheit" verloren habe. Botschaft 2: "Die Mannschaften, die einfach spielen, gewinnen Spiele." Sein Team habe dagegen zu kompliziert und damit Watford "in die Karten gespielt". Botschaft 3: "Wir müssen die schwierigen Spiele viel öfter gewinnen, als wir es bis jetzt getan haben". Nach dem 6:1 in Southampton am 2. Dezember, dem seither letzten Pflichtsieg, hätten alle "Wow" gesagt. "Das war eine Seite von dem, wozu wir fähig sind, nun habt ihr genau die andere Seite gesehen. Ich weiß, wie stark diese Mannschaft sein kann. Und es ist mein Job, ihr zu helfen, dass sie es viel öfter zeigt", sagte Klopp und schloss: "Wenn ihr aufhört zu fragen, kann ich anfangen, daran zu arbeiten."

Das Ergebnis wird am Samstag ab 16 Uhr in Anfield zu begutachten sein. Der Gegner: wieder so einer, der gerne einfach spielt - Tabellenführer Leicester nämlich. Nicht auszudenken, welches Debakel Klopp erklären müsste, wenn sich seine Abwehr ähnlich präsentiert wie in Watford. Sakho war nach seiner langen Verletzungspause nie auf der Höhe (wurde aber trotzdem nicht ausgewechselt), Skrtel verletzte sich am Oberschenkel und fällt sechs Wochen aus, Lovren, sein möglicher Vertreter, ist nach seinen Knieproblemen noch fraglich - und möglicherweise ähnlich "einsatzbereit" wie Sakho.

Vardy und "König" Mahrez: 2014 Weihnachts-Letzter, 2015 -Erster

Auf der anderen Seite stehen diese beiden Herren: Vardy, der Toptorjäger (15 Treffer), und Mahrez, der Topscorer der Liga (13 Treffer/7 Vorlagen). Sie sind die Hauptfiguren des Leicester-Märchens, das sich kurz so zusammenfassen lässt: Letzter an Weihnachten 2014, Erster an Weihnachten 2015. Und nur ein Klub ist in der Premier-League-Geschichte mit dieser festlichen Ausgangsposition noch außerhalb der ersten Vier gelandet - Aston Villa wurde 1999 Sechster. Das verleitet Trainer Claudio Ranieri zu einer einfachen Rechnung: "Sie", also die längst begehrten Vardy und Mahrez, "bleiben bis zum Sommer ohnehin bei uns, und danach werden sie bleiben wollen, wenn wir weit oben gelandet sind." Warum, fragt er, sollte ein Mahrez gehen? "Hier ist er König." Und "das Geld brauchen wir nicht".

Erster Meistertitel seit 2004? Zwei Neuerungen lassen Arsenal träumen

Nur zwei Punkte hinter Leicester, aber schon vier vor dem Dritten Manchester City (der Sunderland empfängt): Der FC Arsenal ist kurz vor der englischen Schlag-auf-Schlag-Periode "im richtigen Zug in die richtige Richtung", wie Arsene Wenger vor dem Gastspiel beim FC Southampton (20.45 Uhr) frohlockt. Vor allem zwei Neuerungen lassen die Gunners heftiger denn je vom ersten Meistertitel seit 2004 träumen: Sie gewinnen dank ausgefeilter Kontertaktik inzwischen auch die Topspiele und kompensieren das erneute Verletzungspech - u.a. fehlt Sanchez noch bis Mitte Januar - viel besser. Auch weil Özil nicht zu den Verletzten gehört. Mehr Zug zum Tor und eine bessere Chancenverwertung der Mitspieler haben ihm sagenhafte 15 Assists in 16 Einsätzen eingebracht. "Wir versuchen einfach jedes Mal, ihm im letzten Drittel den Ball zu geben", sagt Mertesacker. "Er ist die größte Gefahr für den Gegner."

Jörn Petersen

Tabellenrechner Premier League
 
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Premier League - Tabelle

Pl. VereinTorePkte.
1Leicester City37:2538
 
2FC Arsenal31:1836
 
3Manchester City37:2035
 
4Tottenham Hotspur31:1432
 
5Crystal Palace23:1630
 
6Manchester United22:1629
 
7FC Watford23:1829
 
8FC Liverpool21:2227
 
9FC Everton32:2426
 
10West Ham United26:2226
 
11Stoke City16:1626
 
12FC Southampton25:2124
 
13West Bromwich Albion17:2420
 
14AFC Bournemouth22:3220
 
15FC Chelsea23:2919
 
16Swansea City16:2418
 
17Norwich City20:3217
 
18Newcastle United19:3317
 
19AFC Sunderland19:3712
 
20Aston Villa15:328

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