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05.10.2014, 23:01

Serie A: Lazio gewinnt im 10 gegen 10 - Inter verliert erneut

Juve vs. Roma: Drei Elfer, zwei Rote und Bonuccis Volley

Das Topspiel des 6. Spieltags in der Serie A stieg in Turin: Juventus und die Roma bekriegten sich aufs Herzlichste, drei Elfmeter, insgesamt drei Platzverweise und ein Traumtor von Bonucci später thront die Juve alleine ganz oben. Inter kassierte in Florenz gleich die nächste herbe Schlappe, während Napoli die Partie gegen Torino drehte. Tore und Karten satt gab es auch bei Lazio gegen Sassuolo. Am Samstag schlug Milan Chievo.

Hitziges Topspiel: Bonuccis Traumtor erledigt die Roma

Zwei Elfmeter, zweimal blieb er cool: Carlos Tevez.
Zwei Elfmeter, zweimal blieb er cool: Carlos Tevez.
© Getty ImagesZoomansicht

Das Spitzenspiel zwischen Juventus Turin und dem AS Rom am Sonntag hatte alles, was ein typisch italienisches Duell aufweisen kann: Hektik, Fouls, Platzverweise, Elfmeter, Lamentieren - und ausreichend Tore. Das Geschehen eskalierte, als Pirlo einen Freistoß gen Tor zirkelte und Maicon diesen mit dem Ellbogen oberhalb seines Kopfes stoppte. Ob auf oder vor der Strafraummarkierung, war kaum auszumachen, Schiedsrichter Rocchi zeigte auf den Punkt. Heftige, minutenlange Proteste der Römer folgten, doch Tevez blieb unbeeindruckt und traf zur Führung (27.).

Die Atmosphäre lud sich auf, sodass gelbe Karten im Minutentakt verteilt wurden (insgesamt sechs in Halbzeit eins) - Roma-Coach Rudi Garcia musste sogar auf die Tribüne. Und es dauerte nur fünf Zeigerumdrehungen, da wurde auch der Roma ein Strafstoß zugesprochen, nachdem Lichtsteiner Totti griechisch-römisch zu Boden gerungen hatte. Totti nahm sich dem Elfmeter an und versenkte zum Ausgleich (32.). Nach feinem Zuspiel von Gervinho vollendete 30-Millionen-Mann Iturbe per Linksschuss gar zur Führung für die Gäste (44.) - doch auch diese sollte nicht lange Bestand haben. Denn in der Nachspielzeit der ersten Hälfte pfiff Rocchi den dritten Strafstoß: Pjanic hatte mit einer Grätsche den in den Strafraum eindringenden Pogba ganz leicht getroffen - allerdings wohl haarscharf außerhalb. Tevez traf erneut (45.+4.).

Nach dem Seitenwechsel beruhigte sich das Geschehen merklich. Kaum noch Tempo, kaum noch offensiver Esprit, viel Stellungskampf: typisch italienischer Calcio von seiner anderen Seite. Doch spät brannten bei den Beteiligten wieder die Sicherungen durch. Erst traf Morata per Kopf nur das Lattenkreuz (82.), dann haute Verteidiger Bonucci in allerbester Stürmermanier die Kugel volley aus 17 Metern in die Maschen - allerdings stand Vidal sträflich im Sichtfeld von Torhüter Skorupski.

Traf per spätem Volley sehr zum Jubel der Juve-Tifosi zum Sieg: Verteidiger Leonardo Bonucci (li.).
Traf per spätem Volley sehr zum Jubel der Juve-Tifosi zum Sieg: Verteidiger Leonardo Bonucci (li.).
© Getty Images

Die Juventus Arena kochte - genauso wie der Gast, denn es endete wieder ruppig: Morata grätschte an der Seitenauslinie rücksichtslos gegen Manolas rein. Dem Griechen brannten die Sicherungen völlig durch, er schubste Morata und gab ihm eine Kopfnuss - Rot für beide war die Folge. Die Rudelbildung danach gehörte sowieso zum Standardrepertoire des Spiels dazu, das letztlich die Juve mit 3:2 für sich entschied. Nach dem Spiel konnte Altmeister Totti seine Unzufriedenheit nicht verbergen: "Seit vier Jahren wiederholen sich die gleichen Vorfälle. Ich weiß nicht, ob der Schiedsrichter uns geschlagen hat, aber Juventus war es sicher nicht."

Callejon und Insigne drehen Partie

Neapel empfing Sonntagabend zum Abschluss Tabellennachbar Torino und lag früh durch den ehemaligen Napoli-Akteur Quagliarella zurück. Der Angreifer nahm die Kugel in abseitsverdächtiger Position mit der Brust an und vollendete volley aus spitzem Winkel (14.). Die Großchance auf den Ausgleich bot sich den Neapolitanern gleich dreifach: Nach einem schnellen Gegenstoß scheiterte erst Insigne am Pfosten, den Abpraller brachte Higuain anschließend auch im zweimaligen Versuch und ohne Torwart im Tor nicht im Gehäuse unter - der Argentinier schoss jeweils einen Torino-Verteidiger vor der Torlinie kläglich an. In Halbzeit zwei hatte erst Michu mit einem Lattentreffer Pech, ehe Insigne genauer traf. Der 1,63 Meter kleine Offensivmann vollendete per Kopf (!) zum Ausgleich (55.). Und es kam noch besser für die Benitez-Elf, denn Callejon drehte die Partie per glücklichem Aufsetzer aus spitzem Winkel sogar komplett (72.). Napoli ist nun Siebter.

0:3! Inter kassiert die nächste herbe Schlappe

Juan Cuadrado erzielte gegen Inter aus der Distanz das 2:0.
Juan Cuadrado erzielte gegen Inter aus der Distanz das 2:0.
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Inter wollte sich beim mäßig gestarteten AC Florenz für die peinliche 1:4-Heimschmach gegen Cagliari rehabilitieren, doch das Vorhaben missglückte gewaltig: Bereits nach sieben Minuten drosch Gomez-Ersatz Babacar einen fulminanten und unhaltbaren Schuss in den Winkel. Cuadrado dachte sich, er könne das auch, und ließ das 2:0 durch einen ähnlich sehenswerten Weitschuss folgen (19.). Eine Viertelstunde vor dem Ende wurde Tomovic von drei Inter-Akteuren nicht wirklich attackiert und schoss flach zum 3:0 ins kurze Eck ein. Handanovic machte kaum Anstalten, den Ball überhaupt halten zu wollen - und passte sich so dem nächsten tristen Auftritt Inters binnen sieben Tagen an.

Tore und Karten satt bei Lazio vs. Sassuolo

Tore, Karten und Elfmeter gab es im Olimpico zu bestaunen. Am Ende jubelte Lazio gegen Sassuolo.
Tore, Karten und Elfmeter gab es im Olimpico zu bestaunen. Am Ende jubelte Lazio gegen Sassuolo.
© Getty ImagesZoomansicht

Ein ganz schönes Spektakel bot sich den Zuschauern am Sonntag im Stadio Olimpico - darunter war auch Miro Klose, der erneut nur auf der Bank saß: Mauri eröffnete den Torreigen für Lazio mit einem flachen Distanzschuss (9.), ehe Djordjevic - der schon gegen Palermo am Montag dreifach getroffen hatte - per Kopf auf 2:0 erhöhte (25.). Doch nur eine Zeigerumdrehung später glückte Berardi frei vor Marchetti der Anschluss für Sassuolo. Zaza hätte beinahe den Ausgleich für die Gäste erzielt, doch sein Schuss touchierte die Latte. Besser machte es auf der Gegenseite Lazio, Candreva staubte aus kurzer Distanz zum Pausenstand von 3:1 ab (35.).

Nach dem Seitenwechsel sah Cana für ein Foul im Strafraum Gelb-Rot, Berardi veredelte den Elfmeter und markierte seinen Doppelpack (50.). Doch die Überzahl der Gäste hielt nicht lange an, denn Peluso flog ebenso per Ampelkarte vom Feld (61.). So brachte Lazio den knappen Erfolg gegen den Tabellenletzten über die Zeit - Klose wurde dabei immerhin spät eingewechselt.

Empoli glückt erster Sieg - Palermo erneut schwach

Im Mittagsspiel am Sonntag glückte Empoli der erste Sieg der Spielzeit. Der Aufsteiger dominierte das trost- und weiterhin sieglose Palermo und gewann dank der Treffer von Maccarone (4.), Tonelli (34.) und Pucciarelli (64.) verdient mit 3:0. Damit endet für die Sizilianer eine düstere Woche mit 0:7 Toren.

Milan schnappt sich wieder drei Punkte - Tachtsidis sticht spät

Eröffnet wurde der 6. Spieltag am Samstag mit der Partie Hellas Verona gegen Inter-Bezwinger Cagliari. Die Sarden konnten ihre Leistung beim 4:1 aber nicht bestätigten, kassierten gar in der 89. Minute durch Veronas Offensivmann Tachtsidis den Gegentreffer des Abends. Der Grieche schloss dabei saftig außerhalb des Strafraums ab, nagelte das Leder oben rechts ins Gehäuse von Cagliaris Schlussmann Cragno.

Filippo Inzaghi
Korrigierte in Halbzeit eins öfters von der Seitenlinie, da nicht viel zusammenlief: Milan-Coach Filippo Inzaghi.
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Mit nunmehr elf Punkten setzte sich Hellas um Stürmer und Ex-Münchner Toni (die vollen 90 Minuten auf dem Platz) in der oberen Tabellenregion fest.

Nach dem 1:1 in Cesena wollte Milan am späteren Abend gegen Chievo seinerseits Anschluss an die Spitze herstellen - zuletzt hatte es nach zwei Siegen zu Saisonbeginn eine Niederlage (0:1 gegen Juventus) und zwei Remis in Folge gehagelt. Verzichten musste AC-Trainer Filippo Inzaghi im Heimspiel auf seinen kolumbianischen Abwehrspieler Cristian Zapata (Rot-Sperre). Der Coach hatte sich vorab außerdem lobend über sein gesamtes Team geäußert: "Ich bin ruhig, da ich sehe, wie die Spieler mit großer Intensität und mit großem Verlangen trainieren. Sie lassen mich deswegen mit vielen Zweifeln zurück, da sie alle stark arbeiten und ich mich entscheiden muss."

Im Angriff fielen die Würfel des 41-Jährigen letztlich wieder für Neuzugang Torres, Menez, Bonaventura und Honda (Inzaghi über den Japaner: "Honda hat die richtige Einstellung und steht für Tore, Vorlagen und Arbeit fürs Team"). Dribbelkünstler El Shaarawy musste sich deswegen zunächst wieder auf die Bank setzen. Von dieser sah der 21-Jährige ein eher müdes 0:0 bis zur Pause, auch wenn die Rossoneri etwas mehr am Drücker waren.

Sulley Ali Muntari
Ebnete mit seinem 1:0 den Weg Richtung des ersehnten Dreiers: Milans Sulley Ali Muntari.
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Nach dem Seitenwechsel folgte schließlich der ersehnte Treffer, der Milan auf die Siegerstraße brachte: Muntari kam zentral an der Strafraumkante an das Spielgerät, jagte dieses oben rechts ins Netz (55.). Auch in Sachen erspielte Torchancen zog der AC davon, die Führung war demnach absolut verdient. Für knapp 15 Minuten durfte letztlich auch El Shaarawy noch kicken, der hautnah die 2:0-Vorentscheidung durch Hondas direkten Freistoßtreffer miterlebte. Der Japaner bestätigte damit die Eingangsworte seines Trainers, brachte den verdienten Sieg und den Sprung nach oben in der Tabelle unter Dach und Fach.

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Serie A TIM - Tabelle

Pl. VereinTorePkte.
1Juventus Turin13:218
 
2AS Rom11:415
 
3Sampdoria Genua7:214
 
4Udinese Calcio9:513
 
5AC Mailand13:911
 
6Hellas Verona6:511
 
7SSC Neapel8:710
 
8Lazio Rom11:79
 
9AC Florenz5:39
 
10Inter Mailand11:88
 
11CFC Genua 18936:68
 
12FC Empoli8:86
 
13AC Cesena5:106
 
14FC Turin4:75
 
15Cagliari Calcio7:94
 
16AC Chievo Verona5:94
 
17Atalanta Bergamo2:84
 
18FC Parma11:163
 
19US Palermo6:143
 
20Sassuolo Calcio3:123