Zur Loginbox springen Zur Navigation springen Zum Inhalt springen
Nicht registriert?
27.09.2014, 20:26

6. Spieltag: Chelsea souverän - Saints bleiben dran

City und United siegen - Remis im London-Derby

Am Mersey trafen sich am 6. Spieltag am Samstag die wackeligen Abwehrreihen des FC Liverpool und des FC Everton - am Ende stand ein Remis. In Nordlondon treffen sich am Abend die bisher selten überzeugenden Rivalen Arsenal und Tottenham. Am Nachmittag feierte Louis van Gaal mit ManUnited seinen zweiten Saisonsieg. Chelsea hatte mit Aston Villa keine Mühe, während ManCity einen Torreigen feierte.

Spätes Glück: Phil Jagielka (Mi.) bejubelt gemeinsam mit seinen Teamkollegen seinen Ausgleich zum 1:1.
Spätes Glück: Phil Jagielka (Mi.) bejubelt gemeinsam mit seinen Teamkollegen seinen Ausgleich zum 1:1.
© picture allianceZoomansicht

Man nennt es das Merseyside Derby, manchmal das Friendly Derby, diesmal war es eher das Derby der Defensivsorgen: Der FC Liverpool und der FC Everton standen sich am Samstag mit ähnlichen Problemzonen gegenüber. Die Reds lassen wie in der Vorsaison stabile Abwehrarbeit vermissen, brauchten zudem 15 Elfmeter (insgesamt waren es 30 im Elfmeterschießen), um sich im Ligapokal gegen Zweitligist Middlesbrough durchzusetzen. Noch schlimmer läuft es für den Stadtrivalen: Everton, in Anfield seit 1999 sieglos, hat mit 13 Premier-League-Gegentoren mehr als jede andere Mannschaft in den europäischen Topligen und flog im Pokal in Swansea raus (0:3). Vorne treffen Lukaku & Co. regelmäßig, doch die Balance fehlt.

Vor dem Merseyside Derby hatten die Reds darauf gehofft, den so schmerzlich vermissten Sturridge aufbieten zu können - vergebens! Markovic, Sterling und Balotelli liefen im Angriff auf und konnten sich vorne dann über weite Strecken hinweg nicht auszeichnen. Für das Tor sorgte schließlich Kapitän Gerrard, der einen Freistoß aus etwa 25 Metern halbrechter Position schön ins rechte Eck schlenzte (65.). Dass es am Ende nicht zu einem Dreier reichte, das war Jagielka geschuldet: Der 32-Jährige traf in der Nachspielzeit aus der zweiten Reihe sehenswert in die Maschen und sicherte so den 1:1-Endstand (90.+1). Nach dem Remis verharren also beide Mannschaften weiterhin im Niemandsland der Tabelle.

Er trifft, trifft und trifft: Diego Costa vom FC Chelsea.
Er trifft, trifft und trifft: Diego Costa vom FC Chelsea.
© picture alliance

Chelsea zeigt kein Erbarmen

Aston Villa hatte eine miserable Vorbereitung auf das Duell gegen den FC Chelsea: Der halbe Kader hatte mit einem Magen-Darm-Virus zu kämpfen gehabt, was an den Spielern nicht spurlos vorbeiging. Gut Aussichten für die Blues also, die kein Erbarmen kannten und rasch in Führung gingen: Ivanovic bediente Willian, der zwar an Schlussmann Guzan scheiterte, doch Oscar staubte geschickt zum 1:0 ab (7.). Danach verpasste Chelsea jedoch, den Sack zuzumachen. Der Tabellenführer, bei dem Schürrle wieder nur auf der Bank schmorte, verlegte sich auf Ergebnisverwaltung und musste deshalb bis tief in die zweite Hälfte hinein warten, ehe Diego Costa mit seinem 2:0 (59.) die Weichen endgültig auf Sieg stellte. Willian (79.) sorgte schließlich noch für den standesgemäßen 3:0-Endstand.

Dzeko verhindert Mangalas schlaflose Nacht

Bei Manchester City war zuletzt der Frust groß, das zeigte sich nicht zuletzt nach dem 1:1 gegen Chelsea, als Citizens-Coach Manuel Pellegrini die Blues als "kleine Mannschaft" bezeichnete. Klar scheint: Der vorne so hochkarätig besetzte Meister hat gegen mauernde Gegner kein Konzept; gegen Hull City war das aber nicht der Fall: Aguero mit einer tollen Direktabnahme (7.) und Dzeko aus 16 Metern (11.) brachten den Meister scheinbar auf Kurs. Nur scheinbar, denn ManCity brachte sich selbst um den Lohn: Zuerst unterlief Mangala ein bitteres Eigentor (21.), dann verursachte der Franzose zu allem Überfluss auch noch einen Elfmeter, den Hernandez nutzte, um mit einem trockenen Schuss ins linke Eck den 2:2-Pausenstand zu bewerkstelligen (32.). Dass Mangala am Ende wohl doch nicht über schlaflose Nächte klagen muss, hatte dieser Dzeko zu verdanken, denn der Bosnier schlug in Minute 68 nochmal zu und brachte seine Farben so wieder in Front. Lampard sorgte kurz vor Schluss für das 4:2-Endergebnis.

Rooney trifft, fliegt und freut sich über den zweiten Saisonsieg

Der Kapitän geht voran: Wayne Rooney traf früh für die Red Devils.
Der Kapitän geht voran: Wayne Rooney traf früh für die Red Devils.
© picture allianceZoomansicht

"Ich muss zugeben, dass ich so etwas noch nie erlebt habe", hatte Manchester Uniteds Trainer Louis van Gaal vor dem Duell gegen West Ham United gesagt und dabei wohl vor allem an seine Personalnot in der Defensive gedacht. Diese zeigte sich unlängst beim 3:5 in Leicester, als sich United vier Gegentore binnen 21 Minuten einfing. Nun sollte gegen West Ham alles besser laufen, und der Start war ganz nach dem Geschmack der Red Devils: Rooney (5.) und van Persie (22.) bescherten den Gastgebern eine klare Führung, doch Sakho sorgte noch vor der Halbzeit für den Anschluss (37.). In Durchgang zwei wurde es dann umkämpft, und bitter für Manchester: Rooney sah nach einem Foul im Mittefeld an Downing glatt Rot - eine harte Entscheidung, die letzten Endes keine Auswirkungen hatte, da diesmal die United-Defensive standhielt und den zweiten Saisonsieg unter Dach und Fach brachte.

Die Mannschaft der Stunde in England bleibt aber der FC Southampton, der beim 2:1 über die Queens Park Rangers seinen sechsten Pflichtspielsieg in Serie einfuhr und nun schärfster Verfolger von Spitzenreiter Chelsea ist. Bertrand (54.) und Pelle (68.) erzielten die Tore für die Saints, während Austin (66.) für QPR erfolgreich war. Einen 2:0-Sieg feierte derweil Crystal Palace gegen Leicester, während sich Sunderland und Swansea beim 0:0 die Punkte teilten.

North London Derby findet keinen Sieger

Laufduell: Arsenals Oxlade-Chamberlain im Zweikampf mit Danny Rose (vorne).
Laufduell: Arsenals Oxlade-Chamberlain im Zweikampf mit Danny Rose (vorne).
© picture allianceZoomansicht

Am Abend stieg in Nordlondon das prestigeträchtige Derby zwischen dem FC Arsenal und Tottenham Hotspur. Die Gunners hatten zuletzt regelmäßig die Nase vorn: Fünf der letzten sechs Derbys gewannen sie - und der "St. Totteringham's Day", der jenen Tag markiert, an dem die Spurs rechnerisch nicht mehr an ihnen vorbeiziehen können, fand seit 1991 Jahr für Jahr statt. In der neuen Saison läuft es aber für beide Teams bisher nicht so recht: Arsenal schenkte gerade mit einer B-Elf - inklusive dem unsichtbaren Podolski - einmal mehr den Ligapokal her (1:2 gegen Southampton) und feierte bislang nur Siege gegen Crystal Palace (2:1 in der Nachspielzeit) sowie das virusgeschwächte Villa. Und auch bei den Spurs zeigte die Formkurve bei sieben Zählern aus fünf Spielen nach unten.

Und das North London Derby wirkte auf beiden Seiten nicht als Stimmungsaufheller. Der Grund liegt auf der Hand: Die Spurs und die Gunners trennten sich unentschieden. Arsenal, das mit Mertesacker und Özil aufief, stellte zwar über das gesamte Spiel hinweg die agilere Mannschaft, entwickelte vorne aber keine echte Durchschlagskraft und leistete sich einen Fehler zu viel: Wilshere verlor den Ball leichtfertig und bereitete damit die überraschende Gäste-Führung durch Chadli (56.) vor. Danach warfen die Gunners alles in die Waagschale und belohnten sich in der 74. Minute: Oxlade-Chamberlain markierte das hochverdiente und vielumjubelte 1:1. Danach wollte Arsenal mehr, drängte auf den Siegtreffer, der aber nicht mehr fallen sollte.

Tabellenrechner Premier League
 
Seite versenden
zum Thema