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06.05.2014, 23:07

Roma-Pleite entscheidet Scudetto - Wahnsinn in Rom

Sassuolos Lebenszeichen - Juves Meisterfeier

Nach dem von schweren Krawallen überschatteten Pokalsieg des SSC Neapel gegen den AC Florenz ging die Serie A am Sonntag in ihre 36. Runde. Aufgrund einer peinlichen Niederlage des AS Rom durfte sich dabei Juventus Turin schon vor der eigenen Partie am Montag gegen Bergamo über den Meistertitel freuen, fuhr gegen Atalanta aber dennoch einen Dreier ein. Zuvor zündeten Lazio Rom und Hellas Verona ein Feuerwerk. Im "Derby della Madonnina" marschierte Milan am Sonntagabend weiter Richtung Europa League. Am Dienstagabend kletterte Sassuolo aus dem Keller, Napoli erreicht die Champions-League-Qualifikation.

Domenico Berardi
Nicht nur ein Tor, sondern einen lupenreinen Hattrick erzielte Sassuolos Torjäger Domenico Berardi in Florenz.
© Getty ImagesZoomansicht

Am Dienstagabend wollte der AC Florenz (61 Punkte) alles klar machen in Bezug auf Europa, eventuell mit einem Dreier sogar noch einmal an Neapel (vorher 69 Zähler) und die Champions-League-Qualifikation ranschnuppern. Es blieb aber beim Vorhaben, denn mit Sassuolo stellte sich in der Toskana ein im Abstiegskampf wild entschlossenes Team vor.

Berardis Sahnetag

Zwar gehörte der Viola die Anfangsphase, dann aber schlug auf der Gegenseite Berardi zu. Und nicht nur einmal: Der Torjäger traf vom Punkt (23.), nach einem Konter (33.) und per Schlenzer (42.) - schon zur Pause schien die Partie dank der Gala des 19-Jährigen entschieden.

Weit gefehlt: Gonzalo Rodrigue' Elfmetertor (57.) beantwortete Sansone (65.) zwar zum 1:4, dann aber sorgte ein Doppelschlag von Rossi (72.) und Cuadrado (75.) für Hochspannung in der Schlussphase. Letztlich brachten die Gäste den Sieg über die Zeit und verschafften sich mit nun zwei Zählern Vorsprung auf Rang 18 und Bologna Luft im Abstiegskampf. Die Fiorentina hat bei zwei ausstehenden Partien ein Sechs-Punkte-Polster auf den FC Turin ...

Farbige Partie in Neapel

... aber den SSC gänzlich aus den Augen verloren, denn Napoli gewann gegen Cagliari mit 3:0. Bereits zuvor stand die Elf von Rafa Benitez als Dritter und damit als Teilnehmer der Champions-League-Qualifikation fest. Für die Sarden ging es um nichts mehr, aber es war viel los im Stadio San Paolo: Sechs Gelbe Karten, eine Rote für Gäste-Keeper Silvestri (54.), ein verschossener Strafstoß von Hamsik (56.). Tore gab's auch: Mertens (33., Elfmeter), Pandev (43.) und Dzemaili (57.) trafen für die Hausherren.

Champagnerdusche für Conte

Am Montagabend hatte Juventus Turin zur Meisterfeier geladen. Sportlicher Gast war Atalanta Bergamo. Den 30. Scudetto und die dritte Meisterschaft in Folge hatte die "Alte Dame" zuvor schon "im Schlaf" eingetütet. Bereits am Sonntag hatte nämlich Schlusslicht Catania mit einem 4:1 über den AS Rom für die Bianconeri alles klar gemacht. So wurde Juventus im Hotel Meister. Nicht ganz nach Wunsch, wie Torwartlegende Gianluigi Buffon zugab: "Um die Wahrheit zu sagen, ich feiere lieber nach einem Sieg." Gejubelt wurde trotzdem, Coach Antonio Conte standesgemäß mit Champagner geduscht. "Wir haben Geschichte geschrieben. Für mich persönlich war es ein fantastisches Jahr, mit harter Arbeit und viel Befriedigung", meinte Stürmer Carlos Tevez zum Titelgewinn in seiner ersten Saison in Turin.

Jubeltraube: Turiner freuen sich über das 1:0.
Jubeltraube: Turiner freuen sich über das 1:0.
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Die könnte noch mit Rekorden gekrönt werden: Die Punkte-Bestmarke ist noch greifbar, auch bei den Zahlen der bisherigen Siege und Niederlagen sind Bestmarken möglich. Und gegen Bergamo wurde der Kurs gehalten, dafür sorgte Simone Padoin mit seinem 1:0-Siegtreffer in der 72. Minute. Dennoch dürfte der Sieg letztlich nicht mehr als eine Fußnote gewesen sein, denn im Stadion wollten am Ende alle nur eins: Den Scudetto gemeinsam mit den Spielern feiern - und das nach einem Sieg, ganz nach dem Wunsch von Buffon, der übrigens das gesamte Spiel von der Bank aus verfolgte.

In Turin sorgten die Juve-Fans für eine tolle Atmosphäre
Party-Stimmung: In Turin sorgten die Juve-Fans für eine tolle Atmosphäre.
© Getty Images

Klose feiert Comeback und rettet Lazio einen Punkt

Zuvor sorgten Lazio Rom und Hellas Verona für helle Begeisterung. Tore, Elfmeter, Platzverweise - der gemeine Fußball-Fan bekam in der "ewigen Stadt" alles geboten, was der Sport im Köcher hat. Den Auftakt machte Baldo Keita, der Lazio nach einer halben Stunde die Führung bescherte. Marquinho, einst in Diensten des AS Rom, glich jedoch postwendend aus und sorgte für den 1:1-Halbzeitstand. Nach Wiederanpfiff wurde es dann so richtig turbulent: Zuerst traf der Römer Senad Lulic zum 2:1 (60.), doch Juan Iturbe glückte der neuerliche Ausgleich (69.), ehe Miroslav Klose das Feld betrat und somit nach Oberschenkelzerrung sein Comeback feierte (73.).

Der deutsche Nationalstürmer war in der Folge erst einmal nicht vom Glück geküsst, im Gegensatz zu Romulo, der in der 83. Minute die 3:2-Führung für Verona markierte. Lazio warf alles nach vorne, musste nach Lulics Roter Karte (86.) die Aufholjagd zunächst in Unterzahl bestreiten. Doch dann flog Michelangelo Albertazzi in der ersten Minute der Nachspielzeit wegen einer Notbremse an Klose mit Gelb-Rot vom Platz. Den fälligen Elfmeter verschoss Stefano Mauri, vollstreckte dann jedoch im Nachschuss zum nicht mehr für möglich gehaltenen 3:3-Endstand. Im Kampf um die internationalen Plätze hilft das Remis allerdings keiner der beiden Mannschaften wirklich weiter.

Kampf um den letzten Strohhalm

Die Pokalfinalisten vom Samstagabend, Florenz und Neapel, müssen erst am Dienstag wieder in den Ligaalltag einsteigen. Die Fiorentina bekommt es dabei mit Kellerkind Sassuolo (19 Uhr) zu tun, das händeringend um den Klassenverbleib kämpft. Um 21 Uhr empfängt dann der SSC das bereits gesicherte Mittelfeldteam Cagliari, die Süditaliener wollen mit einem Dreier den CL-Qualifikationsrang drei endgültig fixieren.

De Jong entscheidet das "Derby della Madonnina"

Das "Derby della Madonnina" zog am Sonntagabend die Blicke auf sich. Zum 232. Mal trafen Inter und Milan aufeinander, trotz der sportlichen Schwächephase der Rivalen ein klangvolles Duell. "Am Saisonende werden wir die Situation in aller Ruhe klären", verkündete jüngst Milan-Patron Silvio Berlusconi. Ein Hinweis an Trainer Clarence Seedorf, der ohne den Einzug in die Europa League wohl gehen muss. Für dieses Ziel half nur ein Sieg im Derby - und den fuhr der AC auch ein.

Geste des Triumphs: Nigel de Jong traf entscheidend im Mailänder Derby.
Geste des Triumphs: Nigel de Jong traf entscheidend im Mailänder Derby.
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Schon in der ersten Hälfte hatten die Rossoneri in einer Partie ohne viele Höhepunkte noch die besseren Möglichkeiten. De Sciglio setzte den Ball aber überhastet nur ans Außennetz, Kaka hatte Pech, als sich sein Schuss aus gut 20 Metern über Handanovic hinweg nur an die Latte senkte. Für die Entscheidung sorgte in der 66. Minute einer, der eigentlich nicht für große Torgefahr bekannt ist: Der Ex-Hamburger de Jong köpfte Milan zum Derbysieg. Bei einer scharf und mit Schnitt hereingebrachten Freistoßflanke von Balotelli hatte der Niederländer das richtige Timing und köpfte unbedrängt ein. Der Erfolg geriet nicht mehr in Gefahr, Inter brachte im gesamten Spiel keinen einzigen Ball aufs Tor - das war den Nerazzurri in den vergangenen zehn Spielzeit noch nicht passiert. Mit nun 54 Punkten hat Milan zwei Spieltage vor Schluss Europa weiter im Blick.

Palermo ist zurück

Der US Palermo kehrt nach nur einem Jahr in die Serie A zurück. Die Sizilianer gewannen am Samstag 1:0 bei Novara Calcio und sind damit bereits fünf Runden vor Saisonende nicht mehr von einem der beiden ersten Tabellenplätze zur verdrängen. Unter Trainer Giuseppe Iachini, der im September Weltmeister Gennaro Gattuso beerbt hatte, gelangen zuletzt 18 Spiele in Serie ohne Niederlage.

06.05.14
 
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zum Thema

Serie A TIM - Tabelle

Pl. VereinTorePkte.
1Juventus Turin76:2396
 
2AS Rom72:2385
 
3SSC Neapel67:3672
 
4AC Florenz62:4261
 
5Inter Mailand57:3657
 
6FC Turin55:4555
 
7FC Parma55:4554
 
8AC Mailand54:4654
 
9Hellas Verona59:6153
 
10Lazio Rom52:5053
 
11Atalanta Bergamo40:4847
 
12Sampdoria Genua43:5444
 
13Udinese Calcio41:5242
 
14CFC Genua 189338:4641
 
15Cagliari Calcio34:4939
 
16Sassuolo Calcio38:6831
 
17AC Chievo Verona31:5330
 
18FC Bologna27:5529
 
19Catania Calcio30:6426
 
20AS Livorno39:7425