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03.09.2013, 16:59

Manchester United: Moyes zahlt Lehrgeld

Fellaini - sonst nichts: Das Transfer-Desaster der Red Devils

Knapp 750 Millionen Euro gaben die 20 Premier-League-Klubs in diesem Sommer für Neuzugänge aus, Manchester United jedoch steuerte dazu kaum etwas bei. Abgesehen von Last-Minute-Verpflichtung Marouane Fellaini scheiterten alle großen Transferbemühungen des amtierenden Meisters - weil er teilweise amateurhaft vorgegangen war.

David Moyes
Seine Spieler waren fast alle schon vor ihm da: David Moyes, neuer Trainer von Manchester United.
© picture allianceZoomansicht

Als Montagnacht auch in England das Transferfenster schloss, hatte es sogar der sonst so zögerliche Arsene Wenger dank Mesut Özil geschafft, die Arsenal-Fans zufriedenzustellen - diesmal durfte man sich auf der Insel über den Branchenprimus lustig machen: Manchester United hatte zwar in letzter Minute den Wunschtransfer von Mittelfeld-Kämpfer Marouane Fellaini (25, FC Everton) perfekt gemacht, trotzdem kam es nicht von ungefähr, dass der "Guardian" die Transferpolitik der Red Devils am Dienstag als "Farce", der "Telegraph" als "Demütigung" zusammenfasste.

"Ein Spieler von Manchester United zu sein - das ist etwas, wovon jeder Spieler träumt", sagte Fellaini, nachdem sein schon seit Wochen kolportierter Wechsel endlich finalisiert war. Doch offenbar irrte er: Denn um die Absagen zu zählen, die sich der Titelverteidiger in diesem Sommer einhandelte, braucht man mehr als eine Hand, für die Neuzugänge dagegen reichen zwei Finger. Vor dem belgischen Nationalspieler Fellaini, der mit Ferguson-Nachfolger David Moyes bereits fünf Jahre lang in Everton zusammengearbeitet hatte, war lediglich die 20-jährige Kaderergänzung Guillermo Varela zu United gekommen.

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Woran lag's? Warum wirken die Kader von Manchester City, Chelsea und sogar Tottenham in der Breite jetzt besser aufgestellt als der des Rekordmeisters? In den englischen Medien ist die Meinung einhellig: Teammanager Moyes und Geschäftsführer Ed Woodward verhielten sich schlicht amateurhaft auf dem Transfermarkt.

Fellaini hätte schon im Juli kommen können - für 4,5 Millionen Euro weniger

Das ging schon bei jenem Spieler los, der am Ende immerhin doch noch der Königstransfer werden sollte: Fellaini hätte nämlich bis zum 31. Juli für eine fixe Ablösesumme in Höhe von umgerechnet knapp 28 Millionen Euro gehen können - jetzt bezahlte United im letzten Moment 32,5, obwohl Moyes, der vor dem 30. Juni elf Jahre lang Everton-Trainer war, jene Klausel natürlich kannte.

Noch kurioser ging es offenbar in Sachen Ander Herrera (24) von Athletic Bilbao zu, den United schon den ganzen Sommer verfolgt hatte. Zwar wussten die United-Verantwortlichen von der Ausstiegsklausel über 36 Millionen Euro, weigerten sich aber bis zuletzt, sie komplett zu zahlen, wohl auch, weil sie zu spät realisierten, dass die Summe steuerbedingt noch auf 42 Millionen Euro gestiegen wäre.

"Bluffer" machen das Chaos um Herrera perfekt

Dabei hatte Bilbao, das nur auf Basken setzt, erst voriges Jahr mit seinen eisenharten Verhandlungen bei Javi Martinez und Fernando Llorente Schlagzeilen gemacht und bewiesen, dass mit ihnen nicht zu feilschen ist. Die Bayern zahlten damals mit Martinez' Hilfe die vollen 40 Millionen Euro, Llorente wurde ein Jahr zum Bankdrücker, weil Juventus Turin ihn lieber erst jetzt ablösefrei holte.

Um das Chaos zu vervollständigen, machte am Montag dann das Gerücht die Runde, dass Vertreter von ManUnited beim spanischen Verband vorstellig geworden seien, um die Ablöse für Herrera zu hinterlegen. Später sickerte aus dem Old Trafford durch, dass jene Personen lediglich "Bluffer" gewesen seien.

Real lehnte Last-Minute-Offerten für Coentrao und Khedira ab

Die letzte Episode des Sommertransferfensters, sie passte zu den Stunden, Tagen und Wochen zuvor: Thiago und Cesc Fabregas hatten schon früh die Lockrufe aus Manchester verschmäht, von Cristiano Ronaldo und Robert Lewandowski ganz zu schweigen. Und Linksverteidiger Leighton Baines, den Moyes zu gerne im Doppelpack mit Fellaini aus Everton geholt hätte, durfte seinen Klub nicht verlassen: United hatte immer wieder Gebote unter Marktwert, dazu noch für beide Spieler zusammen, abgegeben und den Verhandlungspartner so zunehmend verärgert. Fabio Coentrao, den United dann am Montag kurzfristig noch aus Madrid wegzulocken versuchte, musste bleiben, weil Real so schnell keinen Ersatz mehr finden konnte.

Auch Sami Khedira bestätigte am Dienstag, dass United bei Real eine Last-Minute-Offerte für ihn, angeblich 40 Millionen Euro schwer, hinterlegt habe, die ebenfalls abgelehnt wurde. Und warum, fragen sich nun zahlreiche Red-Devils-Fans, versuchten Moyes und Woodward nicht mit aller Macht, Özil nach Manchester zu locken? Geld genug wäre schließlich noch vorhanden gewesen. Dass der Mittelfeldstar dann bei Arsenal landete, war schließlich die Pointe, über die in Manchester keiner lachen konnte.

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© Getty Images / imago

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03.09.13
 

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weitere Infos zu Moyes

Vorname:David
Nachname:Moyes
Nation: Schottland
Verein:Manchester United

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weitere Infos zu Fellaini

Vorname:Marouane
Nachname:Fellaini
Nation: Belgien
Verein:Manchester United
Geboren am:22.11.1987

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