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08.04.2013, 22:54

32. Spieltag: Di Canio verliert Debüt - Chelsea auf der Pole

Dank Aguero - City siegt im Old Trafford

Die Premier-League-Meisterschaft ist entschieden, die Manchester-Meisterschaft auch: Der designierte Meister ManUnited unterlag dem Stadtrivalen City mit 1:2 und kassierte einen herben Dämpfer. Im Kampf um die CL-Qualifikation ist jetzt Chelsea in der Pole Position: Beim 2:1 gegen Sunderland verdarben die Blues Paolo di Canio das Debüt auf der Gäste-Trainerbank. Tottenham schaffte ohne Bale gegen Verfolger Everton ein 2:2, am Samstag gewann Arsenal, verlor aber Mertesacker.

Aguero schießt zum 2:1 ein, Jones kann nicht mehr eingreifen.
Aguero schießt zum 2:1 ein, Jones kann nicht mehr eingreifen.
© Getty ImagesZoomansicht

Manchester United begrüßte am Montagabend (21 Uhr) Manchester City. "Niemand spielt gut gegen United weil sie nur mit Angst spielen" - City-Coach Roberto Mancini sprach im Vorfeld des Manchester Derbys Klartext und kritisierte nebenbei so ziemlich alle anderen Mannschaften der Liga. Denn Alex Ferguson und seine Red Devils sind derzeit das Maß aller Dinge in der Premier League und gingen mit satten 15 Punkten Vorsprung in das Derby gegen den ungeliebten Nachbarn. Und angesichts der nackten Zahlen wirkte Mancinis Klage etwas verständlicher. Aus den letzten 18 Partien holte United 50 von 54 möglichen Zählern. Seit über 600 Minuten wartete die Ferguson-Elf schon auf ein Gegentor. In den letzten drei Spielen gelang den Gegnern (Norwich, Reading und Sunderland) nur ein Schuss auf das Tor des Spaniers de Gea. Und nur noch 19 Punkte trennten ManUnited von einem neuen Punkterekord in der Liga.

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City-Kapitän Kompany legte den Fokus angesichts der Fakten auf den Derby-Charakter: "Es geht darum, wer Meister von Manchester wird." Nach nur einem Sieg aus den letzten vier Auswärtsspielen wissen die Citizens, dass sie sich steigern müssen. Zumindest war von Angst auf Seiten des de facto bereits entthronten Meisters nichts zu spüren. Im Gegenteil. Engagiert, motiviert und von Beginn an hellwach. City war das aktivere Team in Old Trafford, betrieb einen enormen Aufwand und drängte auf das Führungstor. Doch Uniteds Bollwerk stemmte sich erfolgreich gegen die Bemühungen der Himmelblauen, van Persie und Rooney lauerten in der Spitze auf Kontergelegenheiten.

Doch nach tollem Start wich bis zu Pause nach und nach die Intensität aus den Aktionen, harte Fouls nahmen zu (Gelb für Rooney sowie Kompany) und die Tore gerieten etwas aus dem Fokus der Spieler. Ausnahme Rafael, der mit der letzten Aktion das Rund an den Außenpfosten der Gäste hievte. Mit 0:0 ging es im 165. Manchester-Derby in die Kabinen.

Nach der Pause fielen die Tore - Aguero der Spielverderber

Kompany ist zur Stelle - nur am falschen Ort. Mit dem Rücken lenkt er den Ball zum 1:1 ins eigene Tor.
Kompany ist zur Stelle - nur am falschen Ort. Mit dem Rücken lenkt er den Ball zum 1:1 ins eigene Tor.
© Getty ImagesZoomansicht

Nach der Pause fielen dann auch die Tore. Citys Milner jagte das Rund aus knapp 20 Metern unhaltbar an de Gea vorbei zum 1:0 für die Gäste (51.). Die Freude wehrte äußerst kurz, denn City-Kapitän Kompany lenkte mit dem Rücken einen Kopfball von Jones ins eigene Tor und besorgte unfreiwillig den Ausgleich (59.). Der Höhepunkt stand da freilich noch aus. Der Argentinier Aguero kam als Joker und stach prompt. Verfolgt von drei Gegenspielern setzte er sich durch und jagte den Ball wuchtig in den rechten Torwinkel (79.).

Der Mann also, der letzte Saison ManUnited in letzter Sekunde mit einem Last-Minute-Treffer gegen QPR die Meisterschaft versalzte, war auch beim Derby Spielverderber aus Sicht von Ferguson & Co. Während der Kun das Match entschied, währt bei Uniteds van Persie derweil die Torflaute weiter an. Seit zehn Spielen wartet der Niederländer nun schon auf einen eigenen Treffer.

Chelsea nach der Pause ausgewechselt: Di Canio verliert beim Debüt

Paolo di Canio an der Stamford Bridge
Seine Elf zeigte gute Ansätze bei seinem Debüt: Sunderlands umstrittener Neu-Coach Paolo di Canio.
© picture allianceZoomansicht

Der FC Chelsea ist seit Sonntag in der Pole Position um die Qualifikation für die Königsklasse: Ein 2:1 gegen Sunderland beförderte das Team von Rafael Benitez auf den dritten Platz. Die Fotografen suchten allerdings rund um die Partie vor allem einen Gäste-Akteur: Paolo di Canio, Sunderlands hochumstrittene Trainer-Neuverpflichtung ("Ich bin ein Faschist, kein Rassist") feierte sein Debüt bei den taumelnden Black Cats, die aus den letzten acht Spielen nur drei Remis geholt hatten.

An der Stamford Bridge präsentierte sich der Abstiegskandidat jedoch wie ausgewechselt. Mit viel Laufarbeit und Leidenschaft stellte Sunderland Chelsea vor viele Probleme und ging in der Nachspielzeit der ersten Hälfte sogar verdient in Führung: Nach einer Ecke lenkte Blues-Verteidiger Azpilicueta den Ball unglücklich in die eigenen Maschen.

Wie ausgewechselt? Das galt nach der Pause dann jedoch auch für Chelsea! War den Londonern anfangs durchaus anzumerken, dass sie ihr viertes Pflichtspiel binnen acht Tagen absolvierten, brachte unter anderem die Einwechslung von Torres neuen Schwung. Nach 55 Minuten hieß es plötzlich 2:1: Zunächst stolperte Kilgallon den Ball nach Oscars Eins-gegen-Eins mit Sunderland-Keeper Mignolet ins eigene Tor (47.), dann fälschte Ivanovic einen Schuss von David Luiz mit der Hacke unhaltbar (und unfreiwillig?) ab (55.). Sunderland blieb bei allem Bemühen eine Antwort schuldig - für di Canio wird es in einer Woche im Derby in Newcastle nicht leichter.

Drama mit QPR: Rot, Erlösung, Ausgleich

Die Magpies bezwangen übrigens Fulham durch ein Last-Minute-Tor von Cissé mit 1:0. Während Newcastle damit das Polster auf die Abstiegsränge auf fünf Punkte vergrößerte, bleibt Sunderland nur wegen der besseren Tordifferenz überm Strich - der Tabellen-17. Wigan (ein Spiel weniger) rettete bei Schlusslicht QPR ein 1:1: Im letzten Spiel des Sonntags erlöste Torjäger Remy, der in Hälfte eins bereits die Latte getroffen hatte, die Gastgeber nach einem mustergültigen Konter scheinbar (85.). Doch Wigan, nach der Kung-Fu-Attacke von QPR-Angreifer Zamora gegen Jordi Gomez' Kopf über 70 Minuten in Überzahl (Rot, 21.), hatte noch eine Antwort: Maloney verwandelte in der Nachspielzeit einen Freistoß. QPR bleibt damit bei vier Saisonsiegen und sieben Punkten Rückstand stehen - und kassierte auch einen mentalen Rückschlag.

Holtby gegen seine einstige Liebe: Sigurdsson rettet Spurs ein 2:2

Chelsea dagegen zog durch den Dreier an den punktgleichen Spurs vorbei, die gegen Verfolger Everton ein 2:2 erreichten. Es war das Spiel der Spiele - zumindest im Hause Holtby: Der Ex-Schalker durfte in Tottenhams Heimspiel gegen Everton erstmals seit seinem Wechsel über 90 Minuten ran, sein Vater saß im Trikot der Gäste als Fan auf der Tribüne. Holtby junior, in seiner Kindheit ebenfalls Everton-Fan, kurbelte laufstark und engagiert das Spiel der Spurs mit an, die ohne ihren verletzten Superstar Bale auskommen mussten.

Everton hat getroffen, Lewis Holtby feuert die Kollegen an
Seine Anfeuerung sollte fruchten: Lewis Holtby rettete gegen Everton noch ein 2:2.
© picture alliance

Vor den Augen von Paul Gascoigne ging Tottenham schon nach 34 Sekunden in Führung: Adebayor lenkte die Flanke von Abwehrmann Vertonghen, dem Spieler des Monats März in der Premier League, ins Netz. Everton, das das Duell als Tabellensechster zu einem echten Gipfeltreffen im Kampf um die Champions-League-Qualifikation machte, glich durch Jagielka nach einer Ecke aus, weil Spurs-Keeper Lloris die Orientierung verlor (15.).

Mirallas drehte die Partie nach dem Seitenwechsel endgültig, indem er ein Solo souverän abschloss - sein drittes Tor in den letzten vier Spielen (53.). Im direkten Gegenzug lenkte Howard einen abgefälschten Dembelé-Fernschuss reflexartig an die Latte. Die Spurs drängten, Everton vergab mehrere Konterchancen. Am Ende stand's 2:2: Adebayor traf den Pfosten, Sigurdsson staubte ab (87.), und Trainer André Villas-Boas machte Freudentänze.

Bye-bye, Europa? Liverpool torlos

War's das endgültig mit Europa? Liverpool kam zum Auftakt des Sonntagsprogramms gegen West Ham nicht über ein 0:0 hinaus. Die Reds, für die Gerrard nach der Pause die beste Chance vergab, hatten kurz vor Schluss sogar noch Glück, dass Lucas Collisons Kopfball von der Linie kratzte. Suarez & Co. verharren damit auf Rang sieben mit sieben Punkten Rückstand auf Platz fünf.

Readings Niederlagenserie hält an

Auch gegen den Ex-Klub von Trainer Nigel Adkins sendete Aufsteiger FC Reading kein Lebenszeichen: Das Tabellenschlusslicht verlor am Samstagmittag gegen den FC Southampton die achte Partie in Folge und darf wohl für das fußballerische Unterhaus planen.

Rosicky trifft doppelt, Mertesacker fliegt, Podolski sitzt

Doppelpack bei West Brom: Tomas Rosicky.
Doppelpack bei West Brom: Tomas Rosicky.
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Im Kampf um den Platz vier für die Champions-League-Qualifikation zwischen den beiden Londoner Klubs Arsenal und Chelsea haben die "Gunners" am Samstag mit einem 2:1 bei West Bromwich vorgelegt. Dabei verzichtete Coach Arsene Wenger einmal mehr auf Lukas Podolski und ließ den deutschen Nationalspieler auf der Bank schmoren. Ein anderer Ex-Bundesligaspieler war von Beginn an auf dem Feld und sorgte mit einem Doppelpack maßgeblich für den Sieg des FC Arsenal: Tomas Rosicky, der kurz zuvor auf der Linie gerettet und die Führung für West Bromwich verhindert hatte, war mit einem Kopfballtreffer nach Zuspiel von Gervinho zur Stelle (20.). Kurz nach der Pause legte er mit dem 2:0 nach (50.). Es waren die ersten Ligatreffer für den lange verletzten tschechischen Nationalspieler in dieser Saison. Dass es noch mal spannend wurde, lag unfreiwillig an Per Mertesacker: Der deutsche Nationalspieler verursachte mit einem Foul an Shane Long einen Elfmeter und flog obendrein mit Rot vom Platz. Den Strafstoß verwandelte James Morrison zum Anschlusstreffer (71.). Dabei blieb es dann bis zum Ende.

Tabellenrechner Premier League
08.04.13
 
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Barclays Premier League - Tabelle

Pl. VereinTorePkte.
1Manchester United71:3377
 
2Manchester City57:2765
 
3FC Chelsea61:3358
 
4Tottenham Hotspur55:4058
 
5FC Arsenal61:3456
 
6FC Everton49:3752
 
7FC Liverpool59:4049
 
8West Bromwich Albion42:4344
 
9Swansea City43:4241
 
10FC Fulham43:4739
 
11FC Southampton46:5337
 
12West Ham United35:4437
 
13Newcastle United42:5636
 
14Norwich City30:4935
 
15Stoke City28:3934
 
16Aston Villa35:5933
 
17AFC Sunderland34:4531
 
18Wigan Athletic37:5731
 
19Queens Park Rangers29:5224
 
20FC Reading36:6323
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