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03.04.2013, 17:48

Sunderland-Trainer distanziert sich mit Verspätung

Di Canio: "Ich unterstütze die Ideologie des Faschismus nicht"

Der Druck ist offenbar zu groß geworden: Paolo di Canio hat sich am Mittwoch in einer Mitteilung von der Ideologie des Faschismus distanziert - dabei hatte der neue Trainer des AFC Sunderland zuvor mehrfach erklärt, sich nicht zu politischen Themen äußern zu wollen.

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Paolo di Canio
Im Mittelpunkt - aber nicht aus sportlichen Gründen: Sunderlands neuer Trainer Paolo di Canio.
© picture alliance Zoomansicht

2005 hatte di Canio über sich gesagt, "ein Faschist, kein Rassist" zu sein. Entsprechend groß war seit dem Wochenende die Empörung, als bekannt wurde, dass der 44-jährige Italiener, der als Spieler mehrfach durch das Zeigen des Hitlergrußes aufgefallen war, Trainer in der Premier League wird. Vorstandsmitglied David Miliband reichte seinen Rücktritt ein, mehrere Fans kündigten an, ihre Dauerkarten zurückgeben zu wollen.

In einem ersten Statement am Ostermontag hatte di Canio zwar den Vorwurf, er sei ein Rassist, als "dumm und lächerlich" bezeichnet und erklärt, es tue ihm leid, "wenn ich jemanden verletzt haben sollte". Von seiner früheren Aussage, die inzwischen in ganz Fußball-Europa wieder Thema ist, nahm er darin jedoch keinen Abstand.

"Ich möchte nicht über Politik reden", hatte di Canio verlauten lassen und das bei seiner Vorstellung am Dienstag wiederholt: "Ich will nur über Fußball sprechen. Diese Geschichte muss aufhören." Die mehrfach gestellte Frage, ob er ein Faschist sei oder nicht, verärgerte ihn: "Das muss ich nicht beantworten."

Ich respektiere jeden. Paolo di Canio

Am Mittwoch dann der Sinneswandel: Di Canio ließ via Sunderlands Website ein weiteres Statement veröffentlichen, in dem er sich nun doch von faschistischem Gedankengut distanzierte. "Ich bin nicht politisch, ich schreibe mich keiner Organisation zu, ich bin kein Rassist und ich unterstütze die Ideologie des Faschismus nicht. Ich respektiere jeden."

Obwohl er nur noch über Fußball habe sprechen wollen, habe er sich zu der Klarstellung bewogen gefühlt, denn: "Ich bin tief verletzt wegen der Attacken auf den Fußballklub. Das ist ein historischer, stolzer und anständiger Klub, und es schmerzt, einige der bösartigen und persönlichen Anschuldigungen zu lesen und zu hören. Ich bin ein ehrlicher Mann, meine Werte und Prinzipien stammen von meiner Familie und aus meiner Erziehung."

Trotz des Zurückruderns bleibt ein Beigeschmack: Mehrfach hatte di Canio in den vergangenen Tagen die Chance, sich von jeglichen faschistischen Ansichten loszusagen. Seine erste Mitteilung war ein halbherziger Versuch, die Diskussionen verstummen zu lassen. Deutlicher wurde er erst mit viel Verspätung - zu einem Zeitpunkt, da auch international der Druck gestiegen war und nicht zuletzt der AFC Sunderland Schaden zu nehmen drohte.

Video zum Thema
kicker.tv Hintergrund- 03.04., 17:55 Uhr
Wirbel um di Canio - Sunderland unter Beschuss
"Ich bin ein Faschist, kein Rassist", sagte Paolo di Canio 2005 - trotzdem holte ihn der AFC Sunderland als Trainer in die Premier League. Auch wenn er sich am Mittwoch nun mit Verspätung distanzierte, ist nicht nur in England die Empörung groß. Viele Fans sind entsetzt.
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03.04.13
 

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weitere Infos zu di Canio

Vorname:Paolo
Nachname:di Canio
Nation: Italien
Verein:

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Vereinsdaten

Vereinsname:AFC Sunderland
Gründungsdatum:01.01.1879
Vereinsfarben:Rot-Weiß-Schwarz
Anschrift:Sunderland Association Football Club
The Sunderland Stadium of Light
Sunderland SR5 1SU
Telefon: 00 44 - 871 -9 11 12 00
Großbritannien
Telefax: 00 44 - 191 - 5 51 51 23
Internet:http://www.safc.com/

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