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11.03.2013, 12:50

SVR-Manager Reiter gesteht Beschimpfungen ein

Sukuta-Pasu rassistisch beleidigt

Richard Sukuta-Pasu, früherer Bundesliga-Profi in Diensten von Sturm Graz, ist in Österreich zum Opfer von rassistischen Beleidigungen geworden. Er sei am Samstag beim 2:1 in Ried während des gesamten Spiels mit Affenlauten verunglimpft worden, sagte der Angreifer der Nachrichtenagentur APA. Am Montag gab Rieds Manager Stefan Reiter zu, dass es nach dem Tor Sukuta-Pasus Beschimpfungen gegen den Torschützen gab.

Gerhard Grobelnik und Richard Sukuta-Pasu
Referee Gerhard Grobelnik zeigt Richard Sukuta-Pasu Gelb.
© picture allianceZoomansicht

"Das ganze Spiel über hat es rassistische Geräusche gegen mich gegeben. Ich bin Profi, mein Job ist es, wegzuhören, aber bei meinem Tor ist mir dann der Kragen geplatzt", sagte Sukuta-Pasu am Sonntag. Nach seinem Siegtreffer zum 2:1 hatte er sich zu einer provozierenden Geste gegenüber den Ried-Fans hinreißen lassen und dafür seine fünfte Gelbe Karte gesehen. Damit verpasst er das Heimspiel gegen Wacker Innsbruck am kommenden Samstag.

"In meiner Karriere ist mir das auf dem Fußballplatz noch nie passiert, dass ich rassistisch beschimpft worden bin", sagte der ehemalige deutsche Junioren-Nationalspieler. Er habe sogar mit dem Gedanken gespielt, den Platz zu verlassen, weil der Schiedsrichter das Verhalten der Fans toleriert habe. Sogar die Spieler Rieds hätten sich bei ihm für die Affenlaute entschuldigt.

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Schiedsrichter Grobelnik: "Aufgebauscht"

Schiedsrichter Gerhard Grobelnik will die vom Spieler beklagten Verunglimpfungen, nicht gehört haben. "Ich habe nichts wahrgenommen, deshalb ist auch im Schiedsrichterbericht nichts vermerkt, auch kein Mitspieler von ihm hat etwas gesagt. Für mich ist es unverständlich, wie hier etwas aufgebauscht wird", sagte der Unparteiische aus Wien der APA.

Sukuta-Pasu bezeichnete diese Aussagen als "schockierend". "Ich habe ihn gleich nach meinem Tor darauf hingewiesen. Er hat gesagt, er hat es gehört, aber er kann es nicht ändern", sagte der 22-Jährige, der in der Bundesliga für Leverkusen, St. Pauli und Kaiserslautern spielte: "Nach dem Spiel hat er zu unserer Teammanagerin Bianca Winkler gesagt, dass er ja nicht den Fans die Gelbe Karte zeigen kann."

Manager Reiter ändert seine Meinung

Auch Rieds Manager Stefan Reiter bestritt einen Tag nach der Partie zunächst die rassistischen Beleidigungen: "Niemand hat etwas gehört, nur er", sagte er noch am Wochenende über Sukuta-Pasu.

Am Montag klang er dann aber anders. Denn in einer Stellungnahme des Vereins bezüglich den Vorfällen am Samstag wird er mit folgenden Worten zitiert: "Seit Sonntagnachmittag wissen wir, dass es durch vereinzelte Personen zu Beschimpfungen nach dem Tor des Spielers Richard Sukuta-Pasu in der 85. Minute gekommen sein dürfte."

Allerdings gingen die rassistischen Beschimpfungen laut Reiter von Personen aus, die keiner Fan-Gruppierung des SV Ried zuzuordnen sind. "Unsere Fan-Gruppen bzw. deren Meinungsführer haben versucht, diese Äußerungen dieser einzelnen Personen sofort zu unterbinden. Unsere Fangruppen distanzieren sich auch klar von diesen Äußerungen", nahm Reiter die eigenen Anhänger in Schutz.

Reiter bat um eine differenzierte Betrachtungsweise und betonte, dass es bei der SV Ried für rassistisches Gedankengut keinerlei Toleranz gibt. "Bei uns im Verein hat es bei rassistischem Fehlverhalten nie einen Millimeter Spielraum gegeben", sagte er. Deshalb kann der Verein nicht kollektiv für das Fehlverhalten einzelner in Verantwortung genommen werden.

Laut Reiter wird der Verein alle zur Verfügung stehenden Mittel ausschöpfen, um die Personen ausfindig zu machen. Sollten sich dann der rassistische Verdacht erhärten, werde der Verein umgehend ein Stadion- und Hausverbot aussprechen.

Graz fordert Liga zum Handeln auf

Sturm Graz hat die österreichische Bundesliga indes zum Handeln aufgefordert: "Wir haben mit der Bundesliga bereits Kontakt aufgenommen und werden alles versuchen, um die Vorfälle aufzuklären", erklärte Sturms General Manager Gerhard Goldbrich: "Fußball ist ein Mannschaftssport, wo jeder für jeden kämpft. Herkunft, Hautfarbe und Rasse dürfen da absolut keine Rolle spielen." Bundesliga-Vorstand Georg Pangl kündigte ein entschlossenes Vorgehen an.

11.03.13
 

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