Wegen des FA-Cup-Viertelfinals (siehe unten) wurden an diesem Wochenende nur sechs Premier-League-Spiele ausgetragen - Tottenham hätte im Kampf um die Champions-League-Ränge der große Gewinner sein können. Doch zwei selbstverschuldete Gegentore kosteten den Spurs den Dreier an der Anfield Road, Liverpool holte mit viel Glück einen 3:2-Sieg.
Was in Spanien Ronaldo gegen Messi ist, ist in England in diesen Wochen Bale gegen Suarez. Beide markierten vor dem direkten Aufeinandertreffen 14 Tore in ihren letzten 14 Pflichtspielen! Suarez entschied das Duell der Superstars schließlich knapp für sich: Die Liverpooler Tormaschine schloss einen traumhaften Angriff über links mit dem 1:0 ab (21.) - perfekter Laufweg, perfektes Timing, perfekter Abschluss. Bale konterte kurz vor der Pause mit seiner Flanke auf Vertonghen: Der belgische Innenverteidiger köpfte zum 1:1-Pausenstand ein (45.) - und markierte kurz nach Wiederanpfiff infolge eines Freistoßes das 2:1 (53.).
Das seltene Doppelpack-Glück sollte Vertonghen allerdings nicht zum Matchwinner machen, dabei war sein Team im zweiten Durchgang lange die drückend überlegene Mannschaft. Doch das dritte Tor wollte nicht fallen, Sigurdsson traf nach Bale-Solo den Pfosten (58.). Und dann wurde es kurios - die sonst so souveränen Spurs patzten plötzlich im Akkord: Außenverteidiger Walker spielte einen hanebüchenen hohen Ball an den eigenen Sechzehner, Keeper Lloris rannte überhastet aus seinem Tor. Downing gelangte an den Ball - und tunnelte mit viel Glück Vertonghen, der für Lloris das Tor auf der Linie bewachte: das 2:2 aus dem Nichts (66.).
Tottenham antwortete mit ebenso wütenden wie erfolglosen Angriffen und leistete sich auf der anderen Seite den nächsten Blackout: Defoe hob die Kugel in Bedrängnis in den eigenen Sechzehner, wo Assou-Ekotto Suarez foulte - Elfmeter! Gerrard verwandelte ganz sicher und drehte die Partie endgültig (82.). Tottenham half auch die Einwechslung von Holtby nichts mehr. Am Ende stand die erste Niederlage nach zwölf ungeschlagenen Auftritten in der Liga, während Liverpool seine Europapokal-Ambitionen untermauerte.
Im zweiten Sonntagsspiel feierte Newcastle einen späten 2:1-Sieg gegen das formschwache Stoke: Der Ex-Freiburger Cissé traf in der Nachspielzeit entscheidend, zuvor hatte Cabaye per Freistoß Stokes Führung ausgeglichen. Huth fehlte bei den Gästen gesperrt.
Das Kellerduell zwischen Reading und Aston Villa ging für die Gäste denkbar unglücklich los. Nach rund einer halben Stunde bugsierte Baker den Ball aus elf Metern ins eigene Tor. Doch Villa ließ sich nicht aus dem Konzept bringen und konnte sich mal wieder auf Benteke verlassen. Zwei Minuten später war der Belgier aus kurzer Distanz zur Stelle und glich aus. Vor der Pause gelang Agbonlahor mit einem Schuss aus der zweiten Reihe sogar noch die Wende und dabei sollte es auch nach 90 Minuten bleiben. Für das Team von Paul Lambert ein echter Big Point gegen den direkten Konkurrenten.
Aus den Tiefen der Liga sendeten die Queens Park Rangers ein weiteres Lebenszeichen an die Konkurrenz. Vor knapp 20.000 Zuschauern feierte das Team von Harry Redknapp einen 3:1-Erfolg gegen Sunderland. Dabei sah es zunächst gar nicht gut aus. Fletcher hatte die Gäste in Führung gebracht. Aber durch Tore von Remy (30.), Townsend (70.) und Jenas (90.) wurden die lebenswichtigen Punkte für QPR noch eingefahren. Keine Treffer gab es bei Schmuddelwetter zwischen Norwich und Southampton. Dagegen fuhr West Bromwich Albion einen 2:1-Sieg gegen Swansea City ein. Lukaku glich die Führung von Moore (33.) in der 40. Minute aus. Zum Matchwinner avancierte er aber nicht ganz, denn dann hätte er seinen Elfmeter in der 57. Minute nicht verschießen dürfen. De Guzman bugsierte die Kugel schließlich ins eigene Netz zum Dreier für West Brom.

Manchester United oder Chelsea - wer erreicht das FA-Cup-Viertelfinale? Diese Frage ist auch nach dem direkten Duell am Sonntag noch nicht beantwortet: Nach einem hochwertigen 2:2 kommt es zum Wiederholungsspiel in London, ein Teilerfolg für den Titelverteidiger also. Chelsea sendete ein wichtiges Lebenszeichen, während United nach dem bitteren Champions-League-Aus gegen Real Madrid eine echte Rehabilitation verpasste und nun wie schon im Ligapokal (4:5 n.V. im Achtelfinale) den nächsten Titel gegen Chelsea zu verlieren droht.
Es war ein Spiel mit zwei völlig unterschiedlichen Hälften im Old Trafford. Zunächst dominierte ManUnited das Geschehen nach Belieben, führte nach elf Minuten mit 2:0: Bei einem hohen Ball in den Sechzehner verschätzten sich erst Cahill und (vor allem) Cech, sodass Hernandez, der den Vorzug vor van Persie erhalten hatte, einköpfen durfte (5.). Dann segelte ein Rooney-Freistoß aus dem Halbfeld an Freund und Feind vorbei ins lange Eck (11.). Cech verhinderte mit einer Doppelparade gegen Rooney und Teamkollege David Luiz das 0:3 (25.), United hatte alles im Griff.
Das FA-Cup-Halbfinale (13./14. April, Wembley):
Millwall/Blackburn vs. Wigan
Manchester United/Chelsea vs. Manchester City
Bis zur 52. Minute: Da entschloss sich Benitez, der sich einmal mehr den Spott der Chelsea-Fans anhören musste ("You're getting sacked in the morning", "We want the Special One"), Mikel und Hazard einzuwechseln. Der Belgier brauchte sieben Minuten, um mit einem Superschlenzer gegen den passiven Rafael auf 1:2 zu verkürzen. Plötzlich wackelten die Red Devils, Chelsea erhöhte den Druck und glich tatsächlich aus: Bei einem Konter lief Ramires Rooney davon und schob ein (68.). Die Blues wollten noch mehr, waren jetzt richtig im Spiel und stellten United vor viele Probleme. Der Ball wollte jedoch nicht mehr ins Tor - sinnbildlich die letzte Minute: Mata tanzte am Fünfmeterraum Evans aus, scheiterte aber mit seinem Abschluss an einer sensationellen Fußabwehr de Geas. Auf ein Neues an der Stamford Bridge!
Auch die Zweitligisten Millwall und Blackburn treffen sich noch einmal - am frühen Sonntagnachmittag trennte man sich 0:0. Der Sieger dieser Paarung bekommt es im Halbfinale mit Wigan zu tun. Schon jetzt steht also fest: Das Endspiel wird ein Duell Topfavorit gegen Underdog.
Am Samstag startete Everton gegen Wigan und erlebte vier traumatische Minuten. Wigan erreichte erstmals das Halbfinale um den FA-Cup und ließ beim 3:0-Erfolg in Everton einen schockierten Goodison Park zurück. Dabei reichten den Gästen weniger als vier Minuten, um durch Treffer von Figueroa (30.), McManaman (31.) und Jordi Gomez (33.) die Partie zu entscheiden. Eine Ecke leitete die Führung von Figueroa ein. Der zweite Treffer von McManaman fiel nach freundlicher Mithilfe von Neville. Und als Jordi Gomez den dritten Treffer nachschob, rieben sich die 35.000 Zuschauer verwundert die Augen. Damit war der Nachmittag für die Toffees gegessen und die Latics feierten mit ihren Fans das Erreichen des Halbfinals. Im Anschluss fertigte Manchester City Außenseiter Barnsley locker mit 5:0 ab. Tevez (11., 31., 50.), Kolarov (27.) und Silva (65.) schossen den Meister sicher ins Halbfinale.
| Pl. | Verein | Tore | Pkte. | |
|---|---|---|---|---|
| 1 | ![]() | Manchester United | 68:31 | 71 |
| 2 | ![]() | Manchester City | 51:24 | 59 |
| 3 | ![]() | Tottenham Hotspur | 51:36 | 54 |
| 4 | ![]() | FC Chelsea | 56:30 | 52 |
| 5 | ![]() | FC Arsenal | 53:32 | 47 |
| 6 | ![]() | FC Liverpool | 56:36 | 45 |
| 7 | ![]() | FC Everton | 44:35 | 45 |
| 8 | ![]() | West Bromwich Albion | 40:38 | 43 |
| 9 | ![]() | Swansea City | 40:36 | 40 |
| 10 | ![]() | FC Fulham | 39:44 | 33 |
| 11 | ![]() | Stoke City | 27:35 | 33 |
| 12 | ![]() | West Ham United | 32:41 | 33 |
| 13 | ![]() | Newcastle United | 40:50 | 33 |
| 14 | ![]() | Norwich City | 27:45 | 33 |
| 15 | ![]() | AFC Sunderland | 32:41 | 30 |
| 16 | ![]() | FC Southampton | 39:51 | 28 |
| 17 | ![]() | Aston Villa | 28:54 | 27 |
| 18 | ![]() | Wigan Athletic | 33:55 | 24 |
| 19 | ![]() | FC Reading | 35:56 | 23 |
| 20 | ![]() | Queens Park Rangers | 24:45 | 23 |
| 1. van Persie, Robin | Manchester United | ![]() |
| Spiele: 38 | Tore: 26 | |
| 2. Suarez, Luis | FC Liverpool | ![]() |
| Spiele: 33 | Tore: 23 | |
| 3. Bale, Gareth | Tottenham Hotspur | ![]() |
| Spiele: 33 | Tore: 21 | |
| 4. Benteke, Christian | Aston Villa | ![]() |
| Spiele: 34 | Tore: 19 | |
| 5. Michu | Swansea City | ![]() |
| Spiele: 35 | Tore: 18 | |